Handball-Nationalspieler Fabian Wiede vom Handball-Bundesligisten Füchse Berlin, hier im EM-Spiel gegen Russland (Quelle: imago/Heuberger)

Handball-EM | Halbfinale gegen Norwegen - Fabian Wiede spielt die Gegner schwindlig

Handball spielen lernte er in Belzig, über den VfL Potsdam kam er zu den Füchsen nach Berlin - und jetzt, bei der Europameisterschaft in Polen, gehört Fabian Wiede zu den wichtigsten Spielern im deutschen Team. 17 Tore hat der 21-Jährige schon gemacht. Am Freitagabend gegen Norwegen soll das Wintermärchen weitergehen. Von Daniel Marschke

Die deutschen Handballer sind bei der Europameisterschaft in Polen einfach nicht zu stoppen. Im letzten Hauptrunden-Spiel hat die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am Mittwochabend Dänemark mit 25:23 (12:13) besiegt und sich damit für das Halbfinale am Freitagabend gegen Norwegen qualifiziert (live im ZDF ab 18:05 Uhr).

Füchse-Spieler glänzt mit 17 Treffern

Abgesehen von der Auftakt-Niederlage gegen Spanien, war es der fünfte Sieg im sechsten Spiel - und wieder hatte Fabian Wiede, Rückraumspieler von Handball-Bundesligist Füchse Berlin, maßgeblichen Anteil am Erfolg der DHB-Auswahl. Mit fünf Treffern glänzte der 21-Jährige gegen Dänemark mit einer tollen Bilanz und erzielte fast so viel Tore wie Steffen Fäth von der HSG Wetzlar, der sechsmal erfolgreich war.

Schon gegen Ungarn hatte Wiede ein halbes Dutzend voll gemacht. Insgesamt kamen in sechs Gruppenspielen auf diese Weise 17 Tore zusammen - bei einer Trefferquote von 68 Prozent, der fünfstärkste Wert im deutschen Team. Entsprechend euphorisch sind die Reaktionen bei Fans und Handball-Experten und auch bei DHB-Vizepräsident und Delegationsleiter Bob Hanning.

"Unglaubliche Leidenschaft"

"Diese Mannschaft spielt ohne Angst, sie spielt mit einer unglaublichen Leidenschaft", sagte der Geschäftsführer der Füchse Berlin am Donnerstag dem rbb. "Von daher sind wir besonders stolz, natürlich auch aus Berliner Sicht", sagte Hanning auf radioBerlin 88,8. Fabian Wiede habe gegen Dänemark "eine unglaubliche Leistung gebracht".  

Aber nicht nur die Füchse können stolz auf Wiede sein, schließlich stammt der Nationalspieler aus Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark), wo er 1999 mit dem Handballspielen begann. "Fabi kam mit vier Jahren zu uns", sagt Diana Weyhrauch, die Vereinsvorsitzende des Märkischen Ballsportvereins Belzig (MBSV).

Ein "Rohdiamant" aus der Mark

"Ich habe seinem Vater damals schon gesagt: Der Fabian ist ein Rohdiamant, der muss nur in die richtigen Hände kommen", erinnert sich die Handball-Expertin. So war der Weg beinahe vorgezeichnet. 2006 wechselte Wiede zum 1. VfL Potsdam und von dort drei Jahre später in die Jugend von Handball-Bundesligist Füchse Berlin.

Seitdem ging es weiter steil bergauf: 2012 gab der 1,94 Meter große Handballer sein Debüt in der Bundesliga-Mannschaft, seit 2013 gehört er zum Stammaufgebot der Berliner. Doch der Gewinn des DHB-Pokals 2014 und der sensationelle Sieg im Finale des EHF-Cups 2015 sollen nicht die letzten Höhepunkte in der noch jungen Karriere von Fabian Wiede gewesen sein. "Fabi spielt super", sagt seine Füchse-Vereinskamerad Paul Drux, der die EM wegen einer Schultverletzung streichen musste. "Bisher konnte ich ihm immer eine Glückwünsch-SMS schicken." Vielleicht kommen bis Sonntag noch zwei weitere hinzu.

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