Kopfballduell zwischen Vedad Ibisevic (Berlin) und Aron Johannsson (Bremen) (Quelle: imago/osnapix)

Fußball | 3:3 gegen Werder - Nur ein Trostpflaster für Hertha in Bremen

Einen zehn Jahre andauernden Misstand wollte die Hertha am Samstag beenden - mit einem Bundesliga-Sieg in Bremen. Die Berliner gaben alles und erkämpften sich drei Tore. Doch Werder ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und legte immer wieder nach. Am Ende reichte es für Hertha nur zum Remis. Dafür dürfte aber eine wichtige Personalie für Freude sorgen.

Werder Bremen hat mit einer Aufholjagd in einem wilden Bundesliga-Spiel gegen Hertha BSC die nächste schmerzliche Heimniederlage vermieden. Das Team von Trainer Viktor Skripnik kam am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand noch zurück und erkämpfte sich ein 3:3 (0:2).

Die Hanseaten warten weiter seit Ende August auf einen Liga-Sieg vor eigenem Publikum, konnten mit dem Unentschieden aber gut leben. Die Berliner verpassten es dagegen, ein Ausrufezeichen hinter Platz drei zu setzen, bleiben aber erst einmal auf Europacup-Kurs.

Hertha lange Herr im Haus

"Wenn wir mutig auftreten, können wir jeden Gegner schlagen", hatte Werder-Kapitän Clemens Fritz nach dem 3:1 zum Rückrundenauftakt bei Schalke 04 gesagt und einen forschen Auftritt angekündigt. Doch zu Beginn war die Hertha klar Herr im fremden Hause. Über die offensiven Außenverteidiger Mitchell Weiser und Plattenhardt übten die Herthaner viel Druck aus.

Werder hielt anfangs dem Wirbel der Berliner vor allem auch dank Innenverteidiger Papy Djilobodji stand. Der Winter-Zugang vom FC Chelsea bildete mit Jannik Vestergaard eine zunächst belastbare Defensive und leitete zudem die erste Werder-Chance durch Florian Grillitsch ein (13.). Sieben Minuten später hatte Werder die Großchance zur Führung: Levin Öztunali arbeitete sich über die rechte Seite durch und legte auf Grillitsch ab, der Rune Jarstein im Hertha-Tor erstmals in Gefahr brachte.

Die Berliner nahmen anschließend das Tempo raus - und schlugen noch vor dem Wechsel zwei Mal eiskalt und mit Klasse zu. Erst traf Vladimir Darida per Fernschuss in der 29. Spielminute, drei Minuten vor der Pause erhöhte Marvin Plattenhardt per Freistoß, bei dem Werder-Torwart Felix Wiedwald keine gute Figur machte. Vor dem 2:0 klatschte auch noch eine Flanke von Darida an die Latte (31.).

Wilde Schlussphase im Weserstadion

Werder-Trainer Skripnik, der noch auf 2,5-Millionen-Zugang Sambou Yatabaré verzichtete, hoffte nach dem Wechsel auf eine Reaktion seiner Mannschaft und brachte Fin Bartels für Öztunali. Doch die wenig inspirierte Werder-Offensive um Claudio Pizarro prallte zunächst immer wieder an der gut gestaffelten Hertha-Defensive ab, erst Anthony Ujah sorgte per Fernschuss mal für Torgefahr (60.).

Dann überschlugen sich die Ereignisse in einer wilden Schlussphase. Erst sorgte Fin Bartels per Linksschuss nach einem beherzten Antritt für den Anschluss (67.), ehe Salomon Kalou auf 3:1 für Berlin erhöhte. Dann schlug Werder durch Claudio Pizarro (75., Foulelfmeter) und Santiago Garcia (77.) zurück.

John Brooks bleibt Herthaner

Wie Hertha-Manager Michael Preetz nach dem "Wahnsinnsspiel" twitterte, haben die Berliner das Tauziehen um Innenverteidiger John Brooks gewonnen. Der US-Amerikaner verlängerte laut Preetz seinen Vertrag bei der Hertha bis 2019. Er soll in den nächsten Tagen unterschreiben: "Er bleibt in Berlin", schrieb Preetz.

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Wechsel-Gerüchte aufgetaucht. Unter anderem wurde Schalke 04 und dem VfL Wolfsburg ein Interesse an dem 23-jährigen Brooks nachgesagt, der seit 2011 für die Hertha spielt.  

Das könnte Sie auch interessieren

Der deutsche Diskuswerfer Robert Harting vom SCC Berlin bestreitet am 29.07.2016 beim 11. Schönebecker Solecup in Schönebeck (Sachsen-Anhalt) einen Versuch. (Quelle: dpa/Jens Wolf)

Julia Fischer ebenfalls vorn - Harting verabschiedet sich mit Sieg nach Rio

Eine Woche vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio hat sich Diskus-Ass Robert Harting noch einmal Selbstvertrauen geholt. Beim hochkarätig besetzten Solecup in Schönebeck an der Elbe setzte sich der Berliner gegen die Konkurrenz durch. Auch seine Lebensgefährtin Julia Fischer fährt mit einem Sieg nach Rio.

Ferrari Kievitshof (8) mit Robin Bakker (Quelle: Imago/Marius Schwarz)

Interview | Heinz Tell zum Traber-Derby 2016 - "Es kommen die besten Fahrer aus Europa"

Die Traber und Mariendorf, das ist eine lange und faszinierende Geschichte. Höhepunkt ist die jährliche Derby-Woche, an deren Ende der beste Dreijährige steht. Aber auf der Trabrennbahn geht es nicht nur um Pferde, sondern auch um richtig viel Geld. Und diesmal auch wieder um europäische Titel - sagt Heinz Tell, Präsident des Hauptverbandes für Traberzucht.