Jogger bei Dehnungsübungen im Berliner Tiergarten (Quelle: imago/Götz Schleser)

Sportausschuss setzt Ziele - Fitnessprogramm für den Berliner Sport

Berlin plant eine Neuausrichtung seiner Sportpolitik. Wie funktioniert der Sport als Tourismus-Motor? Und wie können die Parks sportlich genutzt werden? Mit diesen Fragen befasst sich ein neues Strategiepapier. Von der gescheiterten Olympiabewerbung will man sich dagegen emanzipieren. Von Jens-Christian Gußmann

Scheitern als Chance - so geht die Hauptstadt mit der schmerzlichen Niederlage gegen Hamburg im Kampf um die Olympia-Bewerbung um. In den letzten zehn Jahren lag der Fokus der Berliner Sportpolitik darauf, sich international einen Namen zu machen und die Kontakte zum IOC zu pflegen. Diese Notwendigkeit besteht nun nicht mehr, - und darum ist laut Sportstaatssekretär Andreas Statzkowsky, der am Freitag ein neues Strategiepapier vorstellte, die Möglichkeit für einen Neuanfang gegeben: "Wir waren der Meinung, wir sollten uns davon trennen und überlegen, wie gehen wir denn mit der Situation 'Berlin als Sportmetropole' nach der misslungenen Olympiabewerbung um."

Was bekommt die Stadt für die eingesetzten Steuermittel zurück? Welche Rendite wird erzielt? Diese Fragen sollen künftig wesentlich sein. Wenn große Sportveranstaltungen wie die Volleyball-Olympia-Qualifikation in der vergangenen Woche in die Stadt geholt werden, oder die Vorrunde der Basketball-Europameisterschaft im vergangenen September, dann ist das auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine Milliarde Euro setzte der Sport im vergangenen Jahr um.

Der Tourismus lebe von massiv wachsenden Zahlen, so Statzkowsky. Und der Sport sei dabei ein wesentlicher Motor. "Einen Beitrag zu liefern für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt - das ist einer der Aspekte, die wir dabei im Fokus haben."

Top-Teams und Sportevents steigern "Stadtrendite"

Der weltweite Imagegewinn für die Hauptstadt und der sportliche Wert zählen. Fragen wie "Sind die Topstars beziehungsweise Topteams vertreten?" sind weitere Kriterien bei der Bewertung der "Stadtrendite".

Aber nicht nur der Leistungssport nimmt in dem Papier eine große Rolle ein, - auch der Gesundheits- und Breitensport soll zukünftig größere Berücksichtigung finden. Parksport ist hier das Stichwort. Berlins umfangreiche Parklandschaft soll dem Sport vermehrt geöffnet werden.

Sportler außerhalb der Vereine ansprechen

Damit wendet sich das Strategiepapier vor allen Dingen an die nicht vereinsgebundenen Sportler: Statzkowsky spricht von einer erweiterten Form von "Trimm Dich-Aktionen". Es gehe aber nicht nur um die Einrichtung von Laufstrecken im Park, "das kann auch mehr sein. Wir haben zum Beispiel im Preußenpark so etwas wie eine Spielstätte für Senioren im Park. Das soll das allgemeine Sportinteresse der Bevölkerung, sich zu betätigen, unterstützen und dort Angebote liefern."

Und abschließend trägt das Konzept auch der Tatsache Rechnung, das Berlin eine wachsende Stadt ist: Bald sollen in der Hauptstadt vier Millionen Menschen leben. Darum muss die Anzahl der Sportstätten erhöht werden. Und zwar bis 2024. Das nämlich ist die Laufzeit des Strategiepapiers.

Beitrag von Von Jens-Christian Gußmann

Das könnte Sie auch interessieren