Das ALBA-Team klatscht nach dem Spiel die Fans ab. (Quelle: imago/Bernd König)

Basketball | Himar Ojeda wird Demirels Nachfolger - Spanier von den Atlanta Hawks wird Albas Sportdirektor

Alba Berlin hat keine gute Woche hinter sich: Dragan Milosavljevic reihte in die ohnehin unerfreulich lange Reihe von Verletzten ein. Dann folgte eine empfindliche Niederlage in Mailand und damit das Zittern ums Eurocup-Achtelfinale. Jetzt ist zumindest schon einmal der vakante Posten des Sportdirektor neu besetzt - mit einem Spanier aus der NBA.

Der Spanier Himar Ojeda wird neuer Sportdirektor des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin. Der bisherige Leiter des internationalen Scoutings des NBA-Clubs Atlanta Hawks werde Mitte Februar in Berlin erwartet, die Zusammenarbeit sei auf "mindestens drei Jahre" ausgelegt, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Er bestätigte damit einen Bericht des Fachmagazins "BIG".

Der neue Sportdirektor von ALBA Berlin, Himar Ojeda. (Quelle: privat)
Himar Ojeda (Foto: privat)

Ojeda lässt sich von "Beharrlichkeit" der Berliner überzeugen

Der 43 Jahre alte Ojeda hatte beim spanischen Club CB Gran Canaria als Sportdirektor und General Manager gearbeitet, war auch bei Estudiantes Madrid tätig. Die Hawks, NBA-Verein von Nationalspieler Dennis Schröder, ließen ihn nun vorzeitig aus seinem Vertrag und ermöglichten so den Wechsel zu den Berlinern. "Er ist ein erfahrener Experte, der seit vielen Jahren im internationalen Basketball tätig ist und sich deshalb nicht erst in die Materie einarbeiten muss", sagte Baldi. "Er ist voll drin im Markt und was wichtig ist: Es passt charakterlich. Er ist bereit, die Dinge aktiv anzugehen und mit dem notwendigen Pioniergeist ausgestattet." Ojeda sagte, für ihn sei unter anderem entscheidend gewesen, "mit welcher Beharrlichkeit sie Interesse an mir gezeigt haben".

Ojedas Vorgänger Demirel war vor der Saison überraschend zum türkischen Erstligisten Darüssafaka Dogus Basketbol gewechselt. "Das Angebot aus der Türkei gibt mir und meiner Familie die Möglichkeit, eine Zeit in der Heimat meiner Eltern zu leben", begründete er diesen Schritt.

Personalsorgen vor wichtigem Spiel gegen Neptunas Klaipeda

Die neue Personalie kam einen Tag nach einer schwierigen Niederlage der Berliner: Am Mittwoch hatte Alba mit 78:91 bei Olimpia Mailand verloren - und muss damit weiter um den Einzug ins Achtelfinale des Eurocups zittern. Ein Weiterkommen aus eigener Kraft ist aber noch möglich. Dafür müsste Alba am kommenden Dienstag das Heimspiel gegen Neptunas Klaipeda gewinnen.

"Natürlich ist es ein großer Vorteil, nicht von anderen abhängig zu sein", sagte Baldi, dem eher
die derzeitige Personalsituation der Hauptstädter Sorge bereitet. "Wir haben das Problem, dass wir in der Rotation momentan sehr dünn besetzt sind. Daher sind es bei unserem derzeitigen Spielrhythmus hohe Anforderungen, die es zu bewältigen gilt", sagte der Ex-Profi. Nach Jordon Taylor (Handverletzung) und Nils Giffey (Fußverletzung) meldete sich vor dem Mailand-Spiel auch Dragan Milosavljevic (Bänderverletzung) dienstunfähig. "Im Moment ist daher gefragt, an die eigenen Grenzen zu gehen", forderte Baldi.

Bereits am Samstag steht für das Team von Trainer Sasa Obradovic gegen die MHP Riesen Ludwigsburg der nächste Härtetest auf dem Programm. "Wir sind in dieser Saison schon dreimal von Ludwigsburg verprügelt worden. Trotz unserer derzeitigen Lage müssen wir dagegen halten und dürfen uns von ihrer Physis nicht beeindrucken lassen", sagte Geschäftsführer Baldi. "Das ist zumindest der Plan."

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