Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson jubelt am 01.02.2016 bei einem Fan-Fest in der Max-Schmeling-Halle in Berlin mit dem Pokal in der Hand. Das Team war am Vorabend in Krakow mit einem Sieg im EM-Finale über Spanien Europameister geworden (Quelle: Britta Pedersen/dpa)
Video: Abendschau | 01.02.2016 | Birgit Hofmann

EM-Titel-Feier in der Berliner Max-Schmeling-Halle - Tausende Fans feiern die deutschen Handballer

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat mit Tausenden Fans am Montag in der Berliner Max-Schmeling-Halle ihren sensationellen EM-Triumph gefeiert. Zuvor wurde das DHB-Team bei seiner Landung am Flughafen Tegel gebührend von der Flughafen-Feuerwehr mit Wasserfontänen begrüßt.

Deutschlands Handball-Nationalmannschaft hat ihren zweiten EM-Titel am Montag in der Max-Schmeling-Halle in Berlin-Prenzlauer Berg ausgelassen gefeiert. Für einen stimmungsvollen Empfang für die "Helden von Krakau" sorgten tausende, teils in schwarz-rot-gold gekleideten Fans. "Das ist meine Heimat", rief Bundestrainer Dagur Sigurdsson ihnen zu.

Die Fans hatten sich schon eine Stunde vor der Ankunft der EM-Sieger vor den Eingängen der Halle gedrängt. DHB-Vizepräsident und Füchse-Manager Bob Hanning übermittelte derweil bei der Fahrt vom Flughafen zur Halle Impressionen aus dem Mannschaftsbus.

Die deutschen Handball-Nationalspieler Finn Lemke (l-r), Jannik Kohlbacher, Team-Manager Oliver Roggisch und Erik Schmidt kommen am 01.02.2016 zu einem Fan-Fest in die Max-Schmeling-Halle in Berlin. Das Team war am Vorabend in Krakow mit einem Sieg im EM-Finale über Spanien Europameister geworden. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)
Rund 9.000 Fans sind zur Party in die Max-Schmeling-Halle gekommen.

Begrüßung mit Wasserfontänen

In Tegel waren die Handball-Europameister nach einer durchzechten Sonntagnacht im polnischen Krakau gegen 14:30 Uhr am Montag mit ihrem Charterflugzeug auf dem militärischen Teil des Flughafens gelandet. Die Flughafen-Feuerwehr begrüßte den Flieger mit Wasserfontänen, aus dem Cockpit wurde eine Deutschland-Fahne geschwenkt.

Keeper Carsten Lichtlein war der erste deutsche Spieler auf dem Rollfeld und präsentierte stolz die EM-Trophäe. Nach einer wilden Partynacht sahen die deutsche Spieler müde aus, waren aber bester Laune. Einige trugen bei leichtem Regen nur das schwarze Sieger-Shirt, andere waren in rote Kapuzenpullis gekleidet.

Vor dem Bus, der die Spieler zur anschließenden Fan-Feier in die Max-Schmeling-Halle nach Prenzlauer Berg brachte, entrollten die Spieler ein großes Banner mit der Aufschrift: "Vielen Dank für eure Unterstützung". Bei dem großen Fan-Fest in der Max-Schmeling-Halle traten Acts wie Die Höhner und DJ Ötzi auf.

"Keine Sekunde an uns gezweifelt"

Für Nationaltrainer Dagur Sigurdsson war es eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte - der Isländer war vom Handball-Bundesligisten Füchse Berlin zum Deutschen Handball-Bund gewechselt. "Es ist ziemlich unfassbar, was passiert ist. Aber wir haben im Finale gezeigt, dass der Titel auch verdient ist", sagte Sigurdsson bei der Ankunft in Berlin-Tegel am Montag. "Wir haben anderthalb Jahre gute Arbeit geleistet und gut gespielt."  

Mit der deutschen Nationalmannschaft gelang Sigurdsson, was kaum jemand für möglich gehalten hätte: Aus einem Kader von jungen Underdogs bastelte der 42-Jährige ein Erfolgsteam, das mit seinem Siegeswillen sämtliche Gegner überforderte. "Wie eine Herde Bisons" habe die deutsche Mannschaft beim 24:17 im Finale Spanien überrannt, titelt die spanische Zeitung "El Pais".  

"Wir haben als Team zusammengefunden in einer beispiellosen Form. Wir haben in keiner Sekunde an uns gezweifelt und wussten immer, dass wir Europameister werden", fasste der überragende Torwart Andreas Wolff den Teamspirit zusammen.   

Augen auf Olympia gerichtet

Am Sonntag war Deutschland durch einen 24:17-Finalsieg über Spanien völlig überraschend Europameister geworden. Nach diesem "Wunder von Krakau" machten Spieler, Trainer und Betreuer die Nacht in einer Pizzeria in der Krakauer Altstadt zum Tage - mit viel Bier, Schalalalala und ein bisschen Pizza.

Am Morgen danach hatte Sigurdsson bereits die Contenance wiedergefunden: "Jetzt müssen wir einfach schauen, dass wir hart arbeiten, nicht überheblich werden und Demut zeigen", sagte er im ARD-Morgenmagazin. Auch DHB-Vize Bob Hanning richtete den Blick nach vorn: "Wir haben jetzt eine große Chance." Mit dem EM-Sieg hat sich Deutschland für die Olympischen Spiele in Rio qualifiziert. Im kommenden Sommer wartet die nächste Herkules-Aufgabe auf Sigurdsson und sein Sensations-Team.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Radrennfahrer Maximilian Levy beim Berliner Sechstagerennen 2015 (Bild: imago/Sebastian Wells)

Bahnrad-Fahrer Levy nominiert - Mit Tricks Richtung Rio

Bei der ersten Nominierungsrunde war Ex-Weltmeister Maximilian Levy noch leer ausgegangen, nun hat es nach Tagen des Bangens doch noch geklappt: Der Bahnrad-Fahrer darf doch mit zu den Olympischen Spielen nach Rio. Offiziell aber nicht als Bahnrad-Fahrer.

Sebastian Brendel am 25.06.2016 bei der Kanu-EM in Moskau im Finale über 1000 Meter im Einer-Canadier. (Quelle: dpa/EPA/Sergei Ilnitsky)

Kanu | EM in Moskau - Zweimal Gold für Kanuten aus Potsdam und Berlin

Wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro haben die deutschen Kanuten bei den Rennsport-Europameisterschaften in Moskau schon einmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Potsdamer Olympiasieger Sebastian Brendel sowie der Berliner Marcus Groß mit seinem Partner Max Hoff holten am Samstag die ersten Goldmedaillen.