Hertha-Trainer Pal Dardai (vorne rechts) und Spieler bei der Vorbereitung auf die Partie gegen Dortmund (Quelle: imago/Matthias Koch)

Fußball | Spitzenspiel im Olympiastadion - Hertha erwartet gegen Dortmund ein volles Haus

Seit dem Rückrundenstart hat Hertha BSC noch nicht zur alten Form zurückgefunden. Besonders ärgerlich: die beiden verlorenen Punkte beim Remis in Bremen. Am Samstag nun wollen die Herthaner wieder zeigen, was in ihnen steckt. Gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund erwarten die Berliner rund 74.000 Zuschauer - und wollen sich nicht verstecken.

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) können sich die Fans von Hertha BSC auf das erste  Top-Spiel der Rückrunde freuen: Mit Borussia Dortmund kommt der Tabellenzweite nach Berlin, und aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Olympiastadion in Berlin zum ersten Mal in diesem Jahr ausverkauft sein - mit rund 74.000 Zuschauern. Dabei wird das große Interesse an dieser Partie nicht ohne Folgen für die Taktik bleiben.

"Minimale Chance" - aber Hertha will sie nutzen

"Wenn schon so viele Zuschauer kommen, wollen wir schon offensiv auftreten und nicht mit einer Fünferkette. Das haben wir auch so geübt, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai am Donnerstag. "Es ist ein schönes Spiel für uns, volles Haus, ein Topgegner. Ehrlich gesagt, haben wir nur einen minimale Chance, die wollen wir nutzen", erklärte Dardai, der vor genau einem Jahr das Amt des Cheftrainers beim Berliner Fußball-Bundesligisten übernommen hatte.

"Ich versuche, der Pal zu bleiben, der ich bin. Ich möchte den Jungs die Richtung zeigen, der uns weiterbringt", betonte der 39 Jahre alte Ungar an seinem Jahrestag. Dardai wirkt noch immer so frisch verliebt in seinen Club wie vor zwölf Monaten: "Grüner Rasen, Fußball und Hertha - das ist schön. Ich bin immer noch so motiviert wie früher."

Aller Voraussicht nach mit Vedad Ibisevic

Gegen den BVB kann Dardai dabei aller Voraussicht nach auch auf Vedad Ibisevic hoffen. Der zuletzt angeschlagene Stürmer des Überraschungs-Dritten trainierte am Donnerstag wieder voll mit. In der Abwehr hatte sich John Anthony Brooks schon zuvor wieder fit gemeldet. Der US-Nationalspieler hatte in der vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als er kurzzeitig für einen Wechsel nach Schalke im Gespräch war, dann aber doch für weitere drei Jahre bei Hertha unterschrieb. Ausfallen wird wahrscheinlich der Japaner Genki Haraguchi, der nach einem unglücklichen Kopfballduell mit Brooks wegen Verdachts auf Gehirnerschütterung die Übungseinheit abbrechen musste.

Berlins Änis Ben-Hatira jubelt über sein Tor zum 0:1. (Bild: dpa)
Änis Ben-Hatira - große Momente bei Hertha, hier in der Saison 2014/15

Wegen Ben-Hatira hat Dardai kein schlechtes Gewissen

Den Blitz-Wechsel von Änis Ben-Hatira zu Eintracht Frankfurt will die Hertha-Führung möglichst schnell abhaken. Medienberichten zufolge soll der Mittelfeldspieler mit tunesischen Wurzeln nach dem unglücklichen 3:3 in Bremen am vergangenen Samstag auf Mitchell Weiser losgegangen sein. Nach einem Treffen von Dardai mit dem Mannschaftsrat war Ben-Hatira anschließend suspendiert worden.

"Da war keine andere Möglichkeit, zu handeln. Ich kenne keine Firma oder Gesellschaft, wo so etwas einfach unter den Teppich gekehrt wird", sagte Dardai, und fügte ironisch an: "Der böse Trainer hat diese böse Entscheidung getroffen gegen dieses arme kleine Kind. Aber ich habe kein schlechtes Gewissen, ich habe fair gehandelt."

Zuvor hatte Ben-Hatira auf seiner Facebook-Fanseite zu einem Seitenhieb auf seinen Ex-Klub ausgeholt. "Schade ist nur, dass dieser Vorfall nun einigen Leuten aus dem Fußballbereich in die Karten gespielt hat, die mich seit längerer Zeit schon nicht mehr als Person in Berlin sehen wollten und mich nun als Bad Boy dastehen lassen wollen", schrieb der 27-Jährige.

Der frühere Dortmunder Julian Schieber bescherte den Berlinern mit seinem Tor zum 1:0 am 13. Dezember 2014 den einzigen Sieg in den letzten fünf Heimspielen gegen den BVB und den letzten mit Trainer Jos Luhukay. In keinem der vorherigen acht Heimspiele gegen den BVB hatte Hertha das 1:0 erzielt. Die Berliner verloren vor ihrer 1100. Bundesligapartie keins der letzten sechs Pflichtspiele, in denen Vladimir Darida viermal das 1:0 erzielte.

In der letzten Viertelstunde erzielten die Westfalen den Ligarekord von 13 Toren, allein zehn davon in den letzten fünf Minuten. Pierre-Emerick Aubameyang hat sich mit nun 49 Treffern in die Top Ten der Dortmunder Torschützenliste geschoben.

Die Duelle in Zahlen: Heimbilanz: 13 S, 7 U, 8 N - 50:35 Tore - Gesamtbilanz: 17 S, 14 U, 26 N - 79:103 Tore
Letzter Heimsieg: 1:0 am 13.12.14 - Letzte Heimniederlage: 0:4 am 10.5.14
Aktuelle Hertha-Schützen
gegen Dortmund: Schieber (3), Allagui, Kalou, van den Bergh
BVB-Schützen gegen Berlin: Reus (3), Aubameyang, Durm, Hummels, Leitner, Mchitarjan, Ramos, Subotic

Hertha und seine Trainer

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