Hertha im Glück: Per-Ciljan Skjelbred gratuliert Vedad Ibisevic zu seinem zweiten Tor (Quelle: imago)

Fußball | 3:2 in Heidenheim - Hertha zum ersten Mal seit 1981 wieder im Pokal-Halbfinale

Das Ergebnis war knapp, aber letztlich hatte Hertha BSC im Pokal-Viertelfinale beim 1. FC Heidenheim alles im Griff. Am Ende siegten die Berliner gegen den Zweitligisten am Mittwoch verdient mit 3:2. Damit stehen sie zum ersten Mal seit 35 Jahren wieder im DFB-Pokal-Halbfinale - und haben dabei Heimrecht. Das ergab die Auslosung am Abend.

Fußball-Bundesligist Hertha BSC steht zum ersten Mal seit 35 Jahren wieder im Halbfinale des DFB-Vereinspokals. Beim 1. FC Heidenheim, dem Zweitligisten aus Baden-Württemberg, gewannen die Berliner am Mittwochabend nach einer starken und taktisch klugen Leistung mit 3:2 (2:1).

In der Runde der letzten Vier treffen die Berliner am 19./20. April daheim auf Borussia Dortmund. Das ergab die Auslosung in der ARD-Sportschau am Mittwochabend. Es ist das erste Pokal-Halbfinale für Hertha BSC seit 1981. In der zweiten Vorschlussrunden-Partie spielt Bayern München gegen Werder Bremen.

Heidenheim schon nach zehn Minuten in Führung

Obwohl die "alte Dame" Tabellendritter der Bundesliga ist und bisher eine denkwürdige Saison gespielt hat, standen die Vorzeichen gegen den 1. FCH nicht gut. Denn mit Fabian Lustenberger (Knieprellung) fehlte der Kapitän, dafür hatten sich Vladimir Darida und der von Zahnschmerzen geplagte Ibisevic rechtzeitig erholt. Doch bevor Ibisevic vor 11.900 Zuschauern zuschlagen konnte, trumpfte zunächst einmal der Zweitligist auf.

Die Württemberger, die erst 2014 in die Zweite Liga aufgestiegen waren und dort aktuell Achter sind, spielten bei einsetzendem Schneefall mutig mit - und wurden früh belohnt. Feick drückte eine Ecke von Spielführer Schnatterer am kurzen Pfosten vor Hertha-Torhüter Rune Jarstein über die Linie. Während Heidenheim im vielleicht größten Spiel der Vereinsgeschichte von mehr träumte, antwortete Ibisevic umgehend - jeweils nach Vorarbeit von Mitchell Weiser. Zunächst war der 31-Jährige per Abstauber erfolgreich, dann per sehenswerter Direktabnahme.

Sehenswertes Solo von Genki Haraguchi

Nach einer halben Stunde wäre ihm beinahe der Hattrick geglückt. Obwohl Berlin mit der Führung im Rücken souverän aufspielte und deutlich mehr Ballbesitz hatte, war es keine einseitige Angelegenheit. Heidenheim, das Abwehrspieler Robert Strauß mit Verdacht auf Knieverletzung verlor (49.), setzte immer wieder Nadelstiche. Erst Haraguchis starkes Solo in der 58. Minute machte die Hoffnungen des tapferen Außenseiters zunichte - der von Marc Schnatterer verwandelte Strafstoß konnte daran nichts mehr ändern.

Genki Haraguchi von Hertha BSC (li.) freut sich über seinen Treffer zum 3:1 gegen den 1. FC Heidenheim. (Quelle: dpa)
Genki Haraguchi (li.): Riesenfreude über seinen Treffer zum 3:1

Letzte Halbfinal-Teilnahme liegt 35 Jahre zurück

Der Sprung unter die letzten Vier ist einen dick unterstrichenen Eintrag in den Hertha-Annalen wert, denn die letzte Halbfinalteilnahme der Hertha-Profis datiert von 1981. Mit anderen Worten: Keiner der heutigen Spieler hatte damals schon das Licht der Welt erblickt - und selbst Pal Dardai war damals gerade erst fünf Jahre alt.

Nur vier Endspiele mit Berliner Beteiligung

Noch länger her sind die beiden Final-Teilnahmen der Hertha-Profis: 1977 trafen die Berliner in Hannover auf den 1. FC Köln, wobei es auch nach Verlängerung noch 1:1 stand. Da es damals noch kein Elfmeterschießen gab, musste das Spiel wiederholt werden. Die Kölner gewannen knapp mit 1:0. Zwei Jahre später, 1979, stand Hertha wieder im Finale. Erneut fand das Endspiel im Niedersachsenstadion in Hannover statt, und erneut ging es knapp aus: Fortuna Düsseldorf gewann mit 1:0 nach Verlängerung.

1985 beschloss der Deutsche Fußballbund, das Endspiel dauerhaft im Berliner Olympiastadion auszutragen. Doch nur zweimal wehten Berliner Fahnen über dem weiten Rund: 1993, als die Hertha-Amateure sensationell ins Endspiel einzogen, und noch einmal 2001, als dem 1. FC Union dasselbe Kunststück gelang. Beide Spiele jedoch gingen verloren: Die "Hertha-Bubis" verloren gegen die Profis von Bayer Leverkusen mit 0:1, Union unterlag dem FC Schalke 04 mit 0:2.

Tapfer gekämpft, aber nie den Pott geholt

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