Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin (Quelle: Archivbild 2006 von dpa)

Trotz Sicherheitsbedenken bei Euro 2016 - Veranstalter plant Fanmeile am Brandenburger Tor

Zur Fußball-EM im Sommer ist möglicherweise wieder "Public Viewing" im großen Stil angesagt - auch am Brandenburger Tor in Berlin. Beschlossen ist noch nichts. Der Veranstalter aber geht davon aus, dass es dort eine "Fanmeile" geben wird - trotz möglicher Terrorgefahren.

Wenn am 10. Juni in Frankreich die Fußball-Europameisterschaft beginnt, werden Millionen von Fußball-Fans der deutschen Mannschaft wieder die Daumen drücken. Der Weltmeister von 2014 würde sich zwei Jahre später gerne auch den EM-Titel sichern - das war bisher nur den Franzosen (1998/2000) und den Spaniern (2010/2012) gelungen.

Beratungen über erweitertes Sicherheitskonzept

Spätestens, wenn die deutsche Elf in die k.o.-Runde einziehen sollte, dürfte es auch wieder eine große Nachfrage nach "Public Viewing"-Veranstaltungen geben. Erst in dieser Woche hatte Bundesumweltminsterin Barbara Hendricks (SPD) daher angekündigt, die Lärmschutz-Vorschriften zur Fußball-Europameisterschaft zu lockern.

Ob auch am Brandenburger Tor bis tief in die Nacht gefeiert wird, ist allerdings noch nicht ganz sicher. Im März wollen der Senat, die Berliner Polizei und der Bezirk Mitte beraten, sagte die langjährige Veranstalterin der Fanmeile, Anja Marx, am Freitag dem rbb. Marx selbst geht davon aus, dass die Fanmeile kommt und sich auch in diesem Sommer wieder Hunderttausende im Tiergarten versammeln werden. Dazu werde über ein erweitertes Sicherheitskonzept beraten, sagte Marx, die mit ihrer PR-Agentur seit 2006 die Fanmeile organisiert. Schon zur Silvesterfeier habe man "das Sicherheitskonzept überdacht".

Mehr Security, mehr Video-Überwachung

In der Neujahrsnacht habe es "mehr Sicherheitsleute und mehr Video-Überwachung" gegeben, sagte Marx auf radioBerlin 88,8. Sollte es eine Fanmeile geben, würde es "auf jeden Fall strengere Einlasskontrollen und Taschenkontrollen geben", ergänzte Marx. Auch große Taschen würden nicht zugelassen werden. "Das ist anders als in der Vegangenheit." Wegen der angespannten Sicherheitslage sollen auch 13 Kilometer Zaun aufgestellt werden.

Ob die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor tatsächlich kommt, hängt aber letztlich an der Entscheidung von Senat und Polizei. So ging Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) bis zuletzt von einer abstrakten Terrorgefahr aus: "Die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags ist weiterhin sehr hoch", sagte Henkel Mitte Februar im Parlamentsausschuss für Verfassungsschutz. Kurz zuvor waren bei bundesweiten Razzien mehrere Terrorverdächtige festgenommen worden, einer davon auch in Berlin.

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