Viele Besucher und Gäste sind am 19.02.2016 zur Einweihung der Skisprungschanze des MSV Diehloer Berge e.V. in den Diehloer Bergen in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) gekommen (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 19.02.2016 | Nico Hecht

Sprungschanze in Eisenhüttenstadt - Weißflog: "Nur mit Pistole im Rücken nochmal runter"

In Eisenhüttenstadt ist am Freitag eine 30 Meter hohe Skischanze wieder eingeweiht worden. Zwei Jahre hatten sie Mitglieder des Mountainbike- und Skivereins Diehloer Berge saniert. Prominenter Gast war der erfolgreichste deutsche Skispringer aller Zeiten, Jens Weißflog. Und hunderte Neugierige kamen. Von Michel Nowak

Beeindruckend ist der richtige Ausdruck: 30 Meter hoch ist sie, ein Turm in der Landschaft, eine Stahlkonstruktion mit Betonfüßen, gerade frisch saniert. Und wenn man oben steht, dann wirkt das alles noch deutlich eindrucksvoller, denn immerhin geht es ja hinter der Schanze danach gleich noch weiter ordentlich nach unten Richtung Tal, Richtung Eisenhüttenstadt.

Mehrere hundert Menschen aus der Gegend sind gekommen, um sich das genauer anzusehen. Und einer von ihnen, für den das ja alles eigentlich ein winziger Klacks sein müsste, das ist natürlich der große Ehrengast heute bei der Wiedereinweihung: Jens Weißflog, der erfolgreichste deutsche Skispringer aller Zeiten, der "Floh vom Fichtelberg" ist hier.  

Der frühere Skispringer Jens Weißflog aus Oberwiesenthal: Dreimaliger Olympiasieger und viemaliger Gewinner der Vierschanzentournee (Quelle: imago/Gerhard König)
Gern gesehener Gast in den Diehloer Bergen: Jens Weißflog

"Nur mit der Pistole im Rücken"

Ist diese Schanze nicht drei Nummern zu klein für Sie, Herr Weißflog? "Nee, überhaupt nicht. Jede Altersklasse, jeder der mit Skispringen beginnt, braucht ja seine Schanzengröße. Insofern ist die natürlich selbst für Anfänger zu groß. Auch die muss man erstmal bezwingen."

Knapp 20 Jahre ist es jetzt her, dass Jens Weißflog seine aktive Karriere beendet hat. Würde er bei einer so kleinen Schanze noch mal schwach werden und springen? "Nur mit der Pistole im Rücken." Und mit dem Fahrrad? "Um Gottes Willen, nee. Viele sagen, Skispringer sind verrückt. Aber die sind auch verrückt."

Auch Mountainbiker sollen auf ihre Kosten kommen

Die Frage mit dem Mountainbike hatte einen konkreten Hintergrund, denn die Macher, die in den vergangenen zwei Jahren die Schanze komplett saniert haben, wollen einen Freizeitpark aufbauen - mit Skispringen und auch Geländetouren für Fahrräder. Jens Beige, der Vorsitzende des Mountainbike- und Skivereins Diehloer Berge, zeigt sich von dem großen Interesse überwältigt: "Ich habe nie damit gerechnet, dass so viele Leute hierher kommen, muss ich ganz ehrlich sagen. Das ist der Ansporn, dass man wirklich etwas bewegt, dass man weitermacht und auch Freude an der ganzen Sache hat."

Jetzt heißt sie Michaelis-Schanze

Auch wenn die Landschaft nur leicht verschneit ist - der Jubel ist erstmal groß, vor allem auch bei zwei älteren Herren, Manfred und Karl-Heinz Michaelis heißen sie, sie haben die Schanze in den 1960er Jahren mit aufgebaut. Und seit heute ist sie nach ihnen benannt. Sie sprechen von einer großen Ehre, erinnern aber auch an die vielen Helfer und Unterstützer damals.

Und jetzt, nach der Wiedereinweihung, da hat hier an der Schanze der prominente Besuch aus dem Erzgebirge vor allem noch ordentlich zu tun, Jens Weißflog muss noch viele Hände schütteln. Am Abend ist er auch noch in Fürstenberg zu einer Gesprächsrunde zu Gast. An diesem besonderen, wenn auch für Skispringen etwas schneearmen Wintertag.

Beitrag von Michel Nowak

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