Energie-Cottbus-Profi Christopher Schorch (links, läuft weg) sieht im Drittliga-Spiel von Energie Cottbus beim VfR Aalen am 20.02.2016 in Aalen die gelb-rte Karte (Quelle: imago / Eibner).

Fußball | Cottbus vor dem Abstiegsduell gegen Rostock - Nur einen Zähler vom Abgrund entfernt

Was ist nur mit Energie Cottbus los? Der einstige Stolz der Lausitz taumelt Richtung vierte Liga. Nur noch ein Punkt trennt das Team vom Abstiegsplatz 18. Da steht aktuell Hansa Rostock - am Samstag der nächste Gegner von Energie. Von Andreas Friebel

In Cottbus herrscht "Alarmstufe rot": Vor dem Krisenspiel gegen Rostock am Samstag (14 Uhr) zog Energie gleich doppelt die Reißleine. Am Dienstag wurde der sportliche Leiter Roland Benschneider beurlaubt. Nur Stunden später setzte der Trainer Vasile Miriuta den Kapitän Uwe Möhrle ab. Und er ernannte kurzerhand Richard Sukuta Pasu zu Möhrles Nachfolger. "In dieser Situation brauche ich einen anderen Typ als Kapitän. Das ist keine Kritik an Uwe Möhrle, aber Richard hat eine andere Ansprechhaltung an die Mannschaft. Er ist ein ganz anderer Typ", sagt Miriuta.

Ob das ausreicht, eine stark verunsicherte Mannschaft wieder in die Spur zu bringen, wird sich zeigen. Cottbus lässt aber nichts unversucht, um knapp zwei Jahre nach dem Abstieg aus der zweiten Liga, nun nicht noch auch aus der dritten Spielklasse abzusteigen. Dazu gehört auch, dass die Mannschaft seit Donnerstag ein Kurztrainingslager vor den Toren der Stadt abhält.

Das Team ist in ein Hotel gezogen und fährt zum Trainieren in das Stadion der Freundschaft. Die Idee hatte der neue Teammanager Ralf Lempke. "Wir wollen die Mannschaft kurz vor dem Spiel noch mal als Team zusammenhalten. Das kann man natürlich am besten machen, wenn alle gemeinsam da sind. Mit Einzel-und Gruppengesprächen wollen wir die Jungs jetzt so heiß machen, dass wir Samstag gewinnen", sagt Lempke.

Wegen Pyrotechnik: "Wir haben das Stadion die komplette Woche bewacht"

Und dieses Spiel gegen Hansa Rostock dürfte wohl das bisher wichtigste in dieser Saison sein. Verlieren die chronisch heimschwachen Cottbuser gegen die auswärtsschwachen Hanseaten, fällt Energie auf einen Abstiegsplatz. Doch trotz dieser gefährlichen Ausgangslage versucht der Trainer Miriuta, Spannung rauszunehmen. "Das ist ein normales Heimspiel, das wir aber gewinnen müssen. Dass Rostock hier spielt, darüber dürfen wir nicht nachdenken", erklärt Miriuta.

Doch kann sein Team die Brisanz dieser Partie wirklich ausblenden? Bei den beiden letzten Niederlagen, in ähnlich brisanter Lage, gegen Stuttgart (1:2) und Aalen (0:3), konnte es das nicht. Doch brisant könnte die Lage auch auf den Tribünen werden. In dieser Saison sind Cottbuser und Rostocker Anhänger mehrfach negativ aufgefallen. Energie hat deshalb das Stadion der Freundschaft  im Vorfeld abgesperrt. Damit soll verhindert werden, dass vorab Pyrotechnik versteckt wird. Der Energie-Pressesprecher Lars Töffling sagt: "Wir haben das Stadion die komplette Woche rundherum bewacht. Denn wir mussten einige Maßnahmen im Vorfeld ergreifen. Aber es ist nichts dabei, was die Zuschauer im Stadion extrem einschränkt."

Mit Einschränkungen, wie weiträumigen Sperrungen um das Stadion, strengen Einlasskontrollen oder dem Verbot jeder Art von Choreographien müssen die Fans aber trotzdem leben. Denn gegen Hansa Rostock herrscht eben "Alarmstufe rot" - nicht nur auf dem Platz.

Beitrag von Andreas Friebel

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