Der Trainer von Energie Cottbus Vasile Miriuta am 23.11.2014 auf einer Pressekonferenz (Quelle: imago/Aleksandar Djorovic)

Fußball | 3. Liga | Energie in Aalen zu Gast - Trainer Vasile Miriuta gibt den "Wachrüttler"

Im Abstiegskampf der dritten Fußballliga wird der Ton rauer und die Stimmung gereizter. Kurz vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel nach Aalen, platzte Energie Trainer Vasile Miriuta der Kragen: "Ich erwarte, dass die Führungsspieler kämpfen". Von Andreas Friebel

Wohl schon seit letztem Samstag brodelt es im Cottbuser Trainer Vasile Miriuta. Die 1:2-Niederlage gegen Schlusslicht Stuttgarter Kickers hat dem Energie-Trainer wehgetan, verschärft sich doch damit die Situation im Abstiegskampf. Nur noch einen Punkt haben die Lausitzer Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

Frage zur Heimschwäche löste Wutausbrauch aus

Und so wurde am Donnerstagmittag die Frage nach der Heimschwäche zum Startschuss für eine lautstarke Pressekonferenz des Trainers. "Ich weiß auch nicht, warum meine Spieler Angst haben, zu Hause zu spielen. In dieser Woche gab es viele Einzelgespräche. Aber eine Antwort habe ich auch nicht bekommen."

Nach Meinung des Coaches übernehmen seine Führungsspieler zu wenig Verantwortung. "Ich kann eine Mannschaft trainieren, aber auf dem Platz, in einem Spiel, müssen sie die Entscheidungen treffen." Und einmal in Fahrt machte Miriuta auch die mangelnde Kommunikation für die Niederlage gegen Stuttgart verantwortlich. "Der Spielmacher von ihnen war so laut, ich konnte seine Anweisungen aus 70 Metern noch hören. Von meinen Spielern habe ich nichts gehört!"

Mattuschka feiert Comeback

Dabei hat der Cottbuser in seinem Team einige Leitwölfe, wie Manuel Zeitz, Joni Kauko oder Thomas Hübener. "Ich erwarte, dass diese Führungsspieler für Energie Cottbus kämpfen. Nach 13 ungeschlagenen Spielen kann man verlieren. Aber jetzt muss am Samstag eine Reaktion kommen."

Doch nur auf eine Reaktion will Miriuta nicht setzen, er baut sein Team taktisch auch etwas um. Die wichtigste Entscheidung betrifft das kreative Mittelfeld. Hier feiert Torsten Mattuschka sein Comeback. Er war mehrere Wochen verletzungsbedingt nicht dabei. "In der aktuellen Situation müssen wir alle zusammen stehen -  nur gemeinsam da wieder raus kommen", so der 35-Jährige.

Auch in Aalen rollt der Ball nicht richtig

Neben Mattuschka steht auch Fabio Kaufmann wieder in der Startelf. Er war zuletzt gesperrt. Fehlen wird dagegen Richard Sukuta-Pasu. Der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Stuttgart, ist wegen der fünften gelben Karte nicht dabei. Gut möglich, dass Miriuta seinen Platz im Sturm nicht besetzt und nur mit einem Angreifer agiert, um etwas kompakter aufzutreten.

Bei all diesen Problemen mag es Energie Cottbus etwas trösten, dass es auch den Aalenern nicht viel besser geht. Sie haben in den vergangenen elf Partien nur einmal gewonnen. Zuletzt gab es gegen Rostock ein 0:3. Vor dem Kellerduell hofft nun Vasile Miriuta, dass seine Mannschaft den verbalen "Wachrüttler" verstanden hat. Sonst dürfte der Ton nächste Woche noch rauer werden.

Beitrag von Andreas Friebel

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