Willi Orban (links), Fußballprofi des Zweitligisten RB Leipzig, jubelt nach seinem Tor zum 2:0 gegen Union Berlin am 19.02.2016 in Leipzig (Quelle: imago / Picture Point LE).

Fußball | 0:3 in Leipzig - Union kommt unter die Brause

Sieben Spieler waren vom Sport befreit, der Rest wurde von Bullen vermöbelt: Union Berlins dezimiertes Team hatte beim Ausflug nach Leipzig keine Chance  - 0:3 verloren die Köpenicker Kicker am Freitag gegen den Tabellenführer. Der tat dafür nur gerade so viel, wie er musste.

Den ersten Treffer haben sie nicht mal gesehen, vielleicht war das am Ende besser so. Dominik Kaiser traf in der 13. Minute zum 1:0 für RB Leipzig, die Fans von Union Berlin standen da gerade auf den zugigen Stufen vor dem Auswärtsblock des Leipziger Stadions. Die erste Viertelstunde lang schauten sie demonstrativ nicht hin, weil sie RB, das millionenschwere Spielzeug eines Salzburger Brausefabrikanten, so gar nicht liebhaben.

Den Leipziger Angestellten allerdings war das recht egal. Sie gingen einfach ihrer Arbeit nach und für ihre dezimierten Gegner bedeutete das nichts Gutes: Union hatte beim 0:3 gegen den Tabellenführer nichts zu melden. "Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, Leipzig war in den entscheidenden Situationen aber effektiver", glaubte der Köpenicker Mittelfeldspieler Michael Parensen. Das war eine arg freundliche Umschreibung.

Drei Leistungsträger fehlen

Denn auch nachdem die Union-Fans ihrer Abneigung gegen den Retortenklub ausreichend gefrönt hatten, lief es für ihr Team nicht besser. Sie stapften in den Fanblock, warfen ein paar Böller, wurden dafür von den Heimfans ausgepfiffen - und dann stand es auch schon 2:0. Willi Orban hatte in der 25. Minute nach einem Tohuwabohu im Berliner Strafraum die Übersicht behalten und aus wenigen Metern getroffen.

Sieben Spieler fehlten Berlins Coach Sascha Lewandowski bei der kurzen Busfahrt über die A9, alleine drei wichtige Stammkräfte (Leistner, Schönheim, Wood) musste er ersetzen. Das klappte nicht. In der 36. Minute traf ein Leipziger beim Freistoß nur die Latte, Union dagegen hatte in der ersten Hälfte keine einzige Torchance. Danach eigentlich auch nicht. Leipzig aber erledigte schnell das 3:0, in der 52. Minute flankte Kaiser perfekt in den Strafraum, Yussuf Poulsen rutschte rein und schob den Ball mühelos ins Tor.

Danach zügelte sich RB weitgehend, Union half das trotzdem nichts. Der Schiri ließ nicht mal nachspielen. "Es ist unglücklich gelaufen. Die ersten beiden Schüsse waren direkt drin. Da hätten wir schon einen Sahne-Tag gebraucht", sagte der Köpenicker Kapitän Benjamin Kessel. Nach der öden Kaffeefahrt nach Sachsen stehen die Berliner nun auf dem zwölften Platz.

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