VfB Stuttgart - Hertha BSC (Quelle: imago/DeFodi)

Fußball | Auswärtspleite in Stuttgart - Hertha verliert Spiel und Platz drei

Seit Beginn der Rückrunde will es mit dem Siegen nicht so richtig klappen: Fußball-Bundesligist Hertha BSC konnte am Samstag auch die vierte Partie nicht gewinnen - in Stuttgart setzte es sogar die erste Niederlage. Das Spiel ibeim VfB war lange Zeit ausgeglichen, doch dann verloren die Berliner ihre Linie. Platz drei ist vorerst weg.

Hertha BSC hat die erste Niederlage des Jahres kassiert. Nach drei Remis in der Bundesliga und dem Sieg im DFB-Pokal verloren die Berliner am Samstag mit 0:2 (0:0) beim VfB Stuttgart.

In einer zerfahrenen ersten Hälfte hatten die Gäste vor 45.465 Zuschauern die beste Torchance, doch Hertha-Stürmer Vedad Ibisevic scheiterte an VfB-Keeper Przemyslaw Tyton (37.). Kurz nach der Pause sorgte Serey Dié für die Stuttgarter Führung (51., erster Ligatreffer) mit einem sehenswerten Volleytreffer. Brooks traf auf der Gegenseite nur den Pfosten (56.).

VfB Stuttgart - Hertha BSC Berlin, 2:0 durch Kostic (Quelle: imago/Jan Huebner)
Das 2:0 durch Kostic

"Ich will hier aber nicht heulen"

Danach suchten die Herthaner vergeblich nach einer Lücke in der Abwehr der Schwaben, Julian Schieber feierte nach 60 Minuten sein Comeback. Doch die Berliner kassierten kurz vor Schluss das 0:2 durch Filip Kostic (84.). Nach einem Ballverlust der Hertha vollstreckte der Serbe per Flachschuss zur Entscheidung. Damit bleibt der VfB das beste Team der Rückrunde und kann sich allmählich sogar in Richtung Europacup-Plätze
orientieren.

Der Champions-League-Kandidat aus Berlin verlor nach sechs Partien erstmals wieder im Oberhaus und rutschte auf Platz vier. Hertha-Trainer Pal Dardai sagte nach dem Spiel dem TV-Sender Sky: "Das Spiel am Mittwoch hat viel Kraft gekostet, Stuttgart hatte einen Tag mehr Regeneration. Es war ein verdienter Sieg, sie waren einfach frischer. Ich will hier aber nicht heulen."

Hertha-Coach Pal Dardai konnte wieder auf den im Pokal noch fehlenden Kapitän Fabian Lustenberger zurückgreifen. Dagegen fiel neben Stürmer Salomon Kalou (Oberschenkelverletzung) kurzfristig auch Verteidiger Mitchell Weiser wegen muskulärer Probleme aus, für den Peter Pekarik ins Team rückte.

Stimmen zum Spiel

Jürgen Kramny (Trainer VfB Stuttgart):
"Serey Dié - das Tor war die reine Willensleitung, die Krönung seines starken Auftritts. Wo das enden soll? Das muss ja nicht enden, das kann auch weitergehen. Wir werden fleißig dran bleiben, bleiben ganz ruhig und gehen weiter unseren Weg."

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC):
"Das Mittwochspiel hat Konzentration gekostet. Wir müssen lernen, mit der Doppelbelastung besser umzugehen, körperlich haben wir ab der 70. Minute nicht mehr so gut ausgesehen, Stuttgart war bissiger. Es war klar, dass die Mannschaft einen Vorteil haben würde, die in Führung geht."

Vedad Ibisevic (Ex-Stuttgarter, jetzt Herthaner):
"Es war schon ein besonderes Spiel für mich, aber nervös war ich nicht."

Das Spiel in Zahlen

Stuttgart: Tyton - Großkreutz, Schwaab, Niedermeier, Insua - Serey Die (86. Klein) - Rupp, Maxim (79. Harnik), Gentner, Kostic - Timo Werner (72. Krawez). - Trainer: Kramny
    
Berlin: Jarstein - Pekarik, Langkamp, Brooks, Plattenhardt - Skjelbred, Lustenberger (60. Schieber) - Haraguchi, Cigerci (72. van den Bergh) - Ibisevic, Darida. - Trainer: Dardai
    
Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)
Tore: 1:0 Serey Die (51.), 2:0 Kostic (84.)
Zuschauer: 45.465 
Beste Spieler: Tyton, Serey Die - Brooks, Ibisevic
Gelbe Karten: Insua (4), Maxim, Großkreutz (3) - Skjelbred (6), Brooks (2), Haraguchi (4)

Erweiterte Statistik (Quelle: deltatre):
Torschüsse: 13:7 
Ecken: 9:1 
Ballbesitz: 48:52 Prozent

Das könnte Sie auch interessieren

Neuer Turbine-Trainer Matthias Rudolph (Quelle: rbb)

Erstes Training mit Matthias Rudolph - Der Neue von Turbine ist da

Bei den Fußballerinnen von Turbine Potsdam hat eine neue Ära begonnen: Tag 1 nach 45 Jahren Bernd Schröder, der als erfolgreichster Trainer im Frauenfußball vom Platz ging. Sein Nachfolger heißt Matthias Rudolph. Der war noch nicht mal geboren, als Schröder bei Turbine anfing. Von Dennis Wiese

Die Reporterlegende der DDR, Heinz Florian Oertel (Quelle: rbb/Thomas Krüger)

Interview mit Heinz Florian Oertel - "Waldemar ist da!"

Ein Sportreporter, wie man ihn sich kaum besser ausdenken kann: Offen und einladend, ohne Angst vor großem Pathos in siegestrunkenen Momenten - und gleichzeitig auch kritisch oder nachdenklich: Heinz Florian Oertel. 40 Jahre arbeitete er mit dem Mikro. Im rbb-Interview spricht er über Waldemar Cierpinski, über Sprechtraining im Alter und Katarina Witt.