Änis Ben-Hatira beim Hertha-Training (Quelle: imago/Metodi Popow)

Nach Angriff auf Mitspieler - Hertha trennt sich von Ben-Hatira

Kurz vor Ablauf der Transferperiode hat Hertha BSC Änis Ben-Hatira zu Eintracht Frankfurt abgegeben. Wie Hertha inzwischen bestätigte, steht dieser Wechsel in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Angriff Ben-Hatiras auf einen Teamkollegen. Der Deutsch-Tunesier zeigt sich inzwischen reumütig.

Hertha BSC hat kurz vor Ablauf der Transferperiode Änis Ben-Hatira an Eintracht Frankfurt abgegeben. Der Verein bestätigte am Dienstag Presseberichte, wonach ein Vorfall im Mannschaftsbus Anlass für die Trennung von dem Deutsch-Tunesier war.

Hertha reagierte sofort auf den Vorfall

Nach Informationen von "Bild" und "B.Z." soll Ben-Hatira nach dem Auswärtsspiel am vergangenen Samstag in Bremen gegenüber seinem Mitspieler Mitchell Weiser handgreiflich geworden sein. Die beiden hatten zuvor offenbar darüber diskutiert, warum Hertha nach der 3:1-Führung noch zwei Gegentore kassiert hatte.

Nach einem Treffen von Trainer Pal Dardai mit dem achtköpfigen Mannschaftsrat sei der 27-Jährige anschließend suspendiert worden. Der Verein teilte dazu mit: "Hertha BSC hat  sofort reagiert und die entsprechenden Konsequenzen gezogen. Denn Fairness, Anstand, Respekt und Teamgeist gehören bei uns zu den wichtigsten Grundsätzen im Verein."

"Ich habe etwas getan, was nicht in Ordnung ist"

Der in Berlin aufgewachsene Ben-Hatira zeigte sich nach dem Vorfall am Dienstag reumütig.
Er habe sich bei  Mitchell Weiser entschuldigt und sei fest gewillt, bei Eintracht Frankfurt einen Neustart hinzulegen. "Ich habe etwas getan, was nicht in Ordnung war und nicht mehr zu korrigieren ist. Ich habe mich dafür entschuldigt. Leider ist es passiert, das wird nie wieder vorkommen", sagte der Mittelfeldspieler.

Der Sportdirektor von Eintracht Frankfurt, Bruno Hübner, zeigte sich bereit, Ben-Hatira eine neue Chance zu geben: "Wir waren darüber informiert, dass es zu einer Rauferei gekommen ist. Wir wissen um seinen Charakter und glauben ganz fest, dass dies eine Ausnahme war", erklärte Hübner, der Ben-Hatira aus der gemeinsamen Zeit beim MSV Duisburg kennt. Auch Eintracht-Trainer Armin Veh arbeitete mit dem Deutsch-Tunesier schon zusammen - 2010/11 beim Hamburger SV. "Ich kenne seine Fähigkeiten. Er hat jetzt die Möglichkeit, sich zu zeigen. Ich hoffe, dass er es auch tut", erklärte Veh.

Regäsel geht mit nach Frankfurt

Ben-Hatira spielte seit 2011 für die Hertha, für die er auch schon in der Jugend gekickt hatte. Er kam auf 70 Ligaspiele (14 Tore). Für die tunesische Nationalmannschaft war er zehnmal im Einsatz. Zusammen mit Ben-Hatira wechselt auch Junioren-Nationalspieler Yanni Regäsel von Hertha nach Frankfurt. Der 20-jährige Abwehrspieler absolvierte in dieser Saison sechs Bundesligaspiele für die Berliner.

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