ISTAF-INDOOR 2015 (Quelle: imago/Camera 4)
Audio: radioeins | 12.02.2016 | Interview mit Meeting-Direktor Martin Seeber

ISTAF Indoor Berlin - Ein Comeback, ein Opa und einige Versprechen

Acht Entscheidungen, vier Stunden Weltklasse-Leichtathletik und ein Comeback: Das ISTAF Indoor in der Berliner Mercedes-Benz-Arena am Samstag ist prominent besetzt. Ein Lokalmatador feiert seine lang ersehnte Rückkehr, ein Franzose kündigt einen Weltrekord an und ein 39 Jahre alter Sprinter will seinen nächsten Sieg am Ostbahnhof feiern.

Das zuschauerstärkste Leichtathletik-Hallenmeeting der Welt geht in die dritte Runde: Am Samstag findet in Berlin das ISTAF Indoor statt. 12.000 sportbegeisterte Zuschauer werden dazu ab 16 Uhr in der Mercedes-Benz-Arena erwartet - noch gibt es wenige Tickets auf der ISTAF-Homepage (Stand: 12 Uhr).

Prominent besetztes Teilnehmerfeld

Das Teilnehmerfeld ist wieder einmal prominent besetzt: Stabhochsprung-Weltrekordler Renaud Lavillenie will seine Bestmarke verbessern, sein großer Widersacher und Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe will aber auch um den Sieg mitspringen und kündigte 6 Meter an. Der aktuelle Weltmeister Shawnacy Barber (Kanada) ist nicht mit von der Partie.

Beim Frauen-Sprint wird 200-Meter-Weltmeisterin Dafne Schippers ("Die fliegende Holländerin") über 60 Meter an den Start gehen - und wahrscheinlich gewinnen. Bei den Herren gibt sich Publikumsliebling und "Sprint-Opa" Kim Collins erneut die Ehre. Der 39-Jährige gewann die Entscheidung über 60 Meter. Ihm machen aber vier Sprinter Konkurrenz, die die 100 Meter unter 10 Sekunden laufen können. Auch der deutsche Top-Läufer Julian Reus ist dabei.

Neue Töne von Robert Harting

Doch all die Weltrekordler und Olympiasieger können einen Mann nicht in den Schatten stellen: Robert Harting. 531 Tage nach seinem letzten Auftritt gibt er sein Comeback im Diskus-Ring. Im September 2014 hatte er sich das Kreuzband und das Innenband im linken Knie gerissen, seine Rückkehr hat er seitdem mehrmals verschoben. Jetzt am Samstag soll es in seinem Berliner Wohnzimmer also soweit sein.

Doch vorab kommen ungewohnte Töne vom amtierenden Olympiasieger: "Ich werde nicht mehr der Beste sein", sagte er dem rbb. Er müsse sich jetzt erst einmal einordnen und fordert deshalb: "Ich würde begrüßen, wenn man den alten Robert Harting vergessen kann." Seine Leistungsfähigkeit sei jetzt einfach anders. Sein Ziel: die Olympischen Spiele in Rio (5. bis 21. August). In Berlin muss er nicht gewinnen, um der Star zu sein. Seine Aufgabe am Samstag: "durchschütteln" lassen, Wettkampfpraxis sammeln. "Was kann ich eigentlich leisten physisch und psychisch? Für mich ist es nach ewiger Zeit mal wieder ein Wettkampf mit guten Gegnern." Sein Konflikt: "Leistung bringen zu müssen. Das ist eine sehr wichtige Situation für mich."

Musik & Pyroshow

Die ISTAF-Macher sind jedenfalls auf gute Weiten vorbereitet: "75 Meter sind die maximale Länge der Halle", sagte Meeting-Direktor Martin Seeber Radioeins vom rbb am Freitag. "Die deutsche Hallen-Bestleistung liegt bei 66 Metern - wenn es in diese Richtung gehen sollte, wäre das super. Aber Diskus-Werfer brauchen auch ein bisschen Wind, um weit zu werfen. Den gibt es bei uns in der Halle aber nicht." Was es auf jeden Fall geben soll: "Eine richtig gute Show."

Das Besondere am ISTAF Indoor: Die Disziplinen werden einzeln vorgestellt, jeder Athlet bekommt eine kleine Nebelshow und kann sich für seinen Wettkampf Musik aussuchen. Die läuft auch während des Sprungs oder des Wurfes. "Früher hieß es, man muss die Musik leiser drehen. Wir haben festgestellt, dass die Leistungen der Sportler eher profitieren", so Seeber. Bei herausragenden Leistungen wird Pyrotechnik zum Einsatz kommen. Mit der Elektropop-Band 'Glasperlenspiel' wird es außerdem Livemusik geben.

Die 4 Highlights (Quelle: dpa)

  • Diskus Männer

  • Stabhochsprung Männer

  • Sprint Frauen

  • Sprint Männer

  • Entscheidungen im Überblick

Das könnte Sie auch interessieren

Diskus-Olympiasieger Robert Harting gibt am 11.08.2015 eine Pressekonferenz in Kienbaum (Quelle: dpa)

Interview | Robert Harting über sein 2015 - "Mit mir muss man rechnen"

Diskus-Olympiasieger Robert Harting musste 2015 eine für ihn völlig neue Rolle einnehmen: die des Zuschauers. Während die Konkurrenz bei der Leichtathletik-WM antrat, musste er ein kaputtes Kreuzband pflegen. Dieses Jahr in Passivität habe ihn reifen lassen, sagt der 31-jährige Berliner im rbb-Interview.

Robert Harting im Februar 2016 beim ISTAF indoor (Quelle: imago/Sebastian Wells)

Interview mit Robert Harting - "Wenn ich sitze, tut mir gerade nichts weh"

Mehrfacher Europameister, dreifacher Weltmeister, Olympiasieger: Jahrelang ging im Diskuswerfen nichts ohne Robert Harting. Doch seit einem Kreuzbandriss 2014 kämpft der Berliner fast nur noch hinter den Kulissen. Nun hofft Harting auf Rio - und noch einmal olympisches Gold. Corinna Fröschke hat ihn gefragt, wie das klappen könnte.