Paul Drux (Quelle: imago/Sebastian Wells)

Handball | Zwei Neue auf dem Parkett - Rückkehr und Neustart bei den Füchsen

Keine Partie wie jede andere: Für die Füchse geht es am Sonntag gegen die MT Melsungen nicht nur um wichtige Punkte im Rennen um die internationalen Plätze, sondern auch um die Integration wichtiger Spieler - mit Paul Drux bekommen die Berliner wieder Wurfgewalt aus dem Rückraum zurück. Und mit Hans Lindberg kommt ein ausgezeichneter Rechtsaußen.

Wenn die Füchse Berlin am Sonntag (17:15 Uhr) die MT Melsungen in der heimischen Max-Schmeling-Halle empfangen, dann endet für zwei Profis eine lange Leidenszeit.

Da ist zum einen Paul Drux: Der Shootingstar der Berliner feiert nach einem halben Jahr sein Comeback. Ende Juli hatte er sich eine schwere Schulterverletzung zugezogen, verpasste damit die gesamte Bundesliga-Hinrunde, die Europameisterschaft in Polen und den sensationellen Titel des deutschen Teams.

"Mein Ding machen und Erfolge einfahren"

"Es war ein Auf und Ab", blickt der 21 Jahre alte Handball-Nationalspieler zurück. Die Reha absolvierte der linke Rückraumspieler lange Zeit mit Teamkollege Mattias Zachrisson, der die gleiche Verletzung erlitten hatte. Der Schwede stieg bereits im Dezember des vergangenen Jahres wieder ein - Drux musste sich allein durch das Aufbauprogramm quälen. "Als er weg war, war das nicht so schön", schilderte er.

In der EM-Pause bestritt Drux zwei Partien mit den Füchsen, in denen er jeweils 30 Minuten spielte. Gegen Melsungen sei Drux "für 40 bis 50 Minuten bereit", glaubt Trainer Erlingur Richardsson. Drux selbst gibt keine Prognose ab. "Wenn es gut läuft, bleibe ich länger auf der Platte. Wenn nicht, dann halt nicht", sagte er. Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning sagte: "Jetzt müssen wir ihm die Zeit und das Vertrauen geben, die er benötigt, um wieder zur alten Leistungsstärke zu finden."

Dass bei den Verantwortlichen des Bundesliga-Fünften mit der Rückkehr des wurfgewaltigen Rückraumspielers Erwartungen einhergehen, ist aber auch klar. Drux ist sich dessen bewusst. "Ich will einfach reingehen, mein Ding machen und Erfolge einfahren", sagte er.

Neuanfang und Nierenriss

Der zweite Berliner Neuzugang: Hans Lindberg. Der Weltklasse-Rechtsaußen gibt am Sonntag seine Premiere im Füchse-Trikot. Eine kurze Auswahl seiner Erfolge: Europameister 2008 und 2012. Champions League-Sieger 2013. WM-Allstar 2013.

Bis vor kurzem hatte er noch das Trikot des HSV Hamburg getragen. Nach der Insolvenz der Hanseaten und dem damit verbundenen Liga-Aus musste sich der dänische Nationalspieler einen neuen Verein suchen. "Ich hatte mehrere Angebote, doch die Füchse waren meine Priorität", versicherte der 34-Jährige. Dreieinhalb Jahre läuft sein Kontrakt beim Hauptstadtclub.

An die Max-Schmeling-Halle hat Lindberg aber auch schmerzhafte Erinnerungen: Am 1. April 2015 hatte er sich nach einem Zusammenstoß mit Füchse-Torwart Silvio Heinevetter einen Riss der Niere zugezogen. "Natürlich ist das keine schöne Erinnerung", sagte der Weltklasse-Rechtsaußen der Deutschen Presse-Agentur, "ich habe aber auch eine gute Erinnerung an Berlin, denn die Ärzte der Berliner Charité haben meine Niere gerettet".

"Ich freue mich, zwei neue Spieler begrüßen zu dürfen", scherzte Trainer Erlingur Richardsson mit Blick auf das Lindberg-Debüt und das Drux-Comeback. Die Partie des Fünften Füchse gegen den Vierten Melsungen ist ein Duell um die Qualifikation zum Europapokal. "Es wäre schon sehr wichtig, das Spiel zu gewinnen", befand Lindberg, der seit einer Woche mit den Füchsen trainiert.

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