Einsatzkräfte der Polizei stehen am 30.01.2016 vor einem Fanbus von Union Berlin. (Quelle: imago/Sebastian Wells)

Fußball | Nach Auseinandersetzung zwischen Polizei und Union-Fans - Polizei und Verein relativieren Darstellung zu Randale

Heftig geknallt hatte es zwischen Union-Fans und der Polizei am Rande des Benefizspiels gegen Austria Salzburg am vergangenen Wochenende. Flaschen flogen, Pfefferspray wurde eingesetzt. Danach entbrannte ein Streit darüber, wer für die Eskalation verantwortlich war. Nun haben sich Polizei und Verein auf eine Darstellung geeinigt.

Nach Auseinandersetzungen zwischen Fans des 1. FC Union Berlin und Einsatzkräften am Rande eines Benefizspiels gegen Austria Salzburg am vergangenen Wochenende distanziert sich die Polizei mittlerweile von einer früheren Darstellung, wonach zahlreiche Fans die Beamten angegriffen hätten. Das geht aus einer gemeinsamen Presseerklärung hervor, die der Fußball-Zweitligist und die Polizei am Freitag herausgegeben haben.

"Die Darstellung, dass 250 Anhänger des Heimvereins die Einsatzkräfte massiv angegriffen hätten, hat sich nicht bestätigt", heißt es darin. Das hätte die Auswertung der Informationen und des Videomaterials ergeben. Es sei seitens der Union-Fans "zu vereinzelten Flaschenwürfen und Rangeleien" gekommen, die Einsatzkräfte hätten vereinzelt Pfefferspray eingesetzt.

Alles nur ein Missverständnis?

Den Ausschreitungen vorausgegangen war offenbar ein Missverständnis um den Einmarsch mehrerer hundert Union-Fans ins Stadion an der Alten Försterei. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre seien die Einsatzkräfte davon ausgegangen, dass die Union-Anhänger den Eingang am Waldweg nutzen würden, hieß es in der Presseerklärung.

Als die Fans dann auf den VIP-Parkplatz kamen, seien die Beamten davon ausgegangen, sie hätten "ein unberechtigtes Eindringen" verhindern müssen. "In dieser Situation kam es seitens einzelner Teilnehmer des Fanmarsches zu vereinzelten Straftaten und seitens der Polizeikräfte zum vereinzelten Einsatz von Reizstoff", wie es in der Erklärung weiter heißt. Fanbetreuer des Vereins hätten zwischen Polizei und Union-Anhängern vermittelt und die Situation beruhigen können.

Engere Zusammenarbeit vereinbart

Auch Union Berlin distanzierte sich von seiner ersten Darstellung. Der Verein hatte zunächst von einer "außergewöhnliche hohe Polizeipräsenz" gesprochen. In den gemeinsamen Erörterungen sei aber festgestellt worden, dass der Kräfteeinsatz der Polizei angemessen gewesen sei.

Bei der Auseinandersetzung wurden rund 80 Fans und Einsatzkräfte verletzt. Anschließend gab es von Seiten der Polizei und des Vereins unterschiedliche Darstellungen zu den Geschehnissen. Nun hätten sich der 1. FC Union und die Polizei darauf verständigt, "sich frühzeitig, schneller auszutauschen, um missverständliche Darstellungen zu vermeiden".

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