Ausschreitungen am Rande des Freundschaftsspiels Union Berlin gegen Austria Salzburg (Quelle: imago/Sebastian Wells)

Linke fordert Aufklärung - Polizeieinsatz bei Union hat Nachspiel

Wer ist für die Eskalation am Rande des Freundschaftsspiels Union Berlin gegen Austria Salzburg verantwortlich? Diese Frage will die Linke nun im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses aufklären lassen. Die Polizei und der 1. FC Union mit seinen Fans weisen sich gegenseitig die Schuld für die Ausschreitungen mit 80 Verletzten zu.

Die Berliner Linkspartei will den umstrittenen Polizeieinsatz am Rande des Testspiels Union Berlin gegen Austria Salzburg im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses thematisieren. Das kündigte der Landesvorsitzende Klaus Lederer am Montag an. "Innensenator Henkel und die Berliner Polizei müssen umgehend erklären, wie ein solcher Routineeinsatz derart eskalieren konnte, dass es innerhalb weniger Minuten bis 80 verletzte Personen gab und weitere, darunter Familien mit Kindern gefährdet wurden", sagte Lederer. Die Widersprüche zwischen der Darstellung der Ereignisse durch die Polizei und durch den Verein sowie seiner Fans müssten rasch aufgeklärt werden.

Verein und Fans widersprechen Polizei

Am Rande des Benefizspiels war es am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Union-Fans und Einsatzkräften gekommen. Laut Polizei war die Aggression aus einer Gruppe von rund 250 Union-Fans ausgegangen, die Pyrotechnik abfackelten. Der Verein wiederum warf der Polizei vor, für die Eskalation verantwortlich zu sein: "Ein aggressives Verhalten der Fans war nicht zu beobachten."

Am Montag widersprachen auch mehrere Fan-Vereinigungen in einer gemeinsamen Erklärung dem Polizeibericht. Nach ihrer Darstellung ließ das Versperren des Durchgangs zum Stadion durch behelmte Polizisten die Situation kippen: "Die Anzahl der eingesetzten Polizisten und der Einsatz an sich, so er denn so geplant war und nicht etwa aus dem Ruder lief, sind klar zu verurteilen." Polizisten hätten auch Personen angegriffen, die deeskalierend wirken wollten.

Die Fan-Vereinigungen baten um einen gemeinsamen Termin mit der Fanbetreuung, dem Sicherheitsbeauftragten, dem Präsidium und dem Aufsichtsrat des Vereins, um das weitere Vorgehen miteinander abzusprechen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Füchse-Spieler Silvio Heinevetter (m.) und Paul Drux feiern mit Nationalmannschaftskollege Uwe Gensheimer (l.) den Gewinn der Bronzemedaille in Rio. (Quelle: dpa/EPA/Marijan Murat)

Handball | 1. Runde DHB-Pokal - Füchse Berlin treten mit Olympia-Quartett an

Erst am Sonntag haben Paul Drux, Fabian Wiede, Silvio Heinevetter und Steffen Fäth mit der deutschen Handballmannschaft Bronze in Rio gewonnen. Am kommenden Samstag wollen die Vier schon wieder mit den Füchsen Berlin im DHB-Pokal ran. Dabei hatten sie freie Wahl, ob sie gegen den Oranienburger HC überhaupt auflaufen.