Mannschaft von RB Leipzig jubelt nach dem Sieg gegen Eintracht Braunschweig (Quelle: imago/Picture Point)

Fußball | Auswärtsspiel in Leipzig - Union reist zum Tabellenführer

In der 2. Bundesliga muss Union Berlin am Freitagabend beim Spitzenreiter RB Leipzig antreten. Die Köpenicker haben bisher eine starke Rückrunde gespielt. Doch Woche um Woche verletzten sich neue Spieler der Eisernen. Das macht die Aufgabe in Leipzig nicht leichter. Von Dennis Wiese

Der eine stützt sich auf Krücken, bei dem anderen fixiert eine Armschlinge die malade Schulter: Union geht lädiert in das Spiel beim Tabellenführer. Sieben Ausfälle sind fix, die Abwehrspieler Toni Leistner und Fabian Schönheim sind die jüngsten Neuzugänge im Lazarett.

Nach dem starken Rückrundenauftakt muss Trainer Sascha Lewandowski erneut umbauen für das Spiel am Freitag (18.30 Uhr) in Leipzig. "Mit der Mannschaft, mit der wir zuletzt erfolgreich waren, hätten wir ihnen riesige Probleme bereiten können. Jetzt wird es viel schwieriger. Dennoch werden wir alles mobilisieren", verspricht der Coach.

Union kommt als beste Rückrundenmannschaft

Mit "alles" sind in diesem Fall wohl Lukas Lämmel aus der A-Jugend und Nachwuchsmann Leonard Koch gemeint. Seine Profi-Erfahrung bisher: 120 – nicht Spiele, nicht Minuten, sondern Sekunden. Unions letztes Aufgebot.  

Trotz der andauernden Verletztenmisere punkteten die Köpenicker zuletzt: Aus den vier Spielen der Rückrunde gab es drei Siege und ein Unentschieden – keine andere Mannschaft der 2. Liga war erfolgreicher. Für Kapitän Benjamin Kessel und seine Kollegen geht es als beste Rückrundenmannschaft zum Spitzenreiter. "Das ist eine schöne Schlagzeile", meint Kessel, "aber wir sind absoluter Außenseiter. Leipzig hat gerade in der Offensive Bundesliganiveau, die werden uns alles abverlangen. Ich glaube aber, dass uns diese Außenseiterrolle liegt und bin überzeugt, dass wir nicht chancenlos sind."

Fans protestieren erneut gegen Kommerz

Union will RB Leipzig trotz aller Widrigkeiten ärgern. Das Leipziger Fußball-Projekt mit den Brause-Millionen wird dennoch kaum zu stoppen sein: In der siebten Saison werden die Roten Bullen den Aufstieg in die Bundesliga wohl schaffen.  

Allein in den letzten beiden Jahren wurden dafür 40 Millionen Euro in den Kader investiert. Das gefällt bekanntlich nicht jedem. Die gut 4000 Zuschauer aus Berlin haben ihren Boykott angekündigt. Wie bei allen bisherigen Aufeinandertreffen wird gegen den Kommerz im Fußball protestiert - in den ersten 15 Minuten bleibt der Gäste-Block leer.  

Lewandowski meint zu der Aktion: "Ich habe volles Vertrauen in unsere Fans: In ihre Denke und ihre Aktionen. Wenn sie das so machen wollen, dann findet das unsere Unterstützung."  

Geschwächt auf dem Rasen und auf den Rängen. Beim Spitzenreiter müssen die Unioner beweisen, wie eisern sie tatsächlich sind.

Beitrag von Dennis Wiese

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