Teammanager Oliver Bierhoff kommt am 22.03.2016 beim Grand Hyatt Hotel in Berlin an und gibt Autogramme (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 22.03.2016 | Dietmar Teige

Fußball erneut vom Terror überschattet - Bierhoff: "Eine schwierige Situation"

Berlin freut sich auf ein Fußballfest: Am Samstag steigt im Olympiastadion der Klassiker Deutschland gegen England. Doch die Anschläge von Brüssel dämpfen die Stimmung. Erinnerungen an Paris und das danach abgesagte Länderspiel in Hannover kommen wieder hoch. Bundestrainer Joachim Löw ist jetzt auch als Psychologe gefordert. Die Sicherheitsbehörden arbeiten auf Hochtouren.

Die Terroranschläge in Brüssel beeinflussen auch die Vorbereitung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf die anstehenden Länderspiele gegen England und Italien. "Das ist eine schwierige Situation", sagte Teammanager Oliver Bierhoff nach der Ankunft am Dienstag in Berlin. "Wir werden sicher mit der Mannschaft über das aktuelle Geschehen sprechen müssen. Da geht ja jeder anders mit um. Aber dass wir uns damit beschäftigen müssen, ist ja klar." Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse müssen er und Bundestrainer Joachim Löw auch die Ereignisse vom vergangenen November erneut aufarbeiten.

Die Bombenattentate auf dem Flughafen und an Metro-Stationen in der belgischen Hauptstadt weckten am Dienstag Erinnerungen an den 13. November vergangenen Jahres. An diesem Abend explodierten während des Spiels der DFB-Elf gegen EM-Gastgeber vor Millionen von Fernsehzuschauern im Umfeld des Stadions zwei Bomben. Nach dem Spiel musste die Nationalmannschaft bis tief in die Nacht in der Umkleidekabine des des Stade de France ausharren. Vier Tage später war das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in Hannover wegen einer Terrorwarnung abgesagt worden.

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen im Olympiastadion

Die 26 Spieler der "Mannschaft" bezogen am Dienstagmittag ihr Quartier im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz. Gegen 13 Uhr checkten die ersten Spieler dort ein, geschützt von einem erhöhten Polizeiaufgebot. Auch bei der ersten Trainingseinheit war laut dem rbb-Sportreporter Dennis Wiese deutlich mehr Polizei zugegen. Die Sicherheitsüberprüfungen für Journalisten wurden ebenfalls verschäft. Dort bereitet sich die DFB-Elf auch in den kommenden Tagen vor. Am Samstagabend um 20.45 Uhr ist dann Anstoß gegen England im - bislang nicht ausverkauften - Olympiastadion.

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagte dem rbb am Dienstagabend, dass die Sicherheitsvorkehrungen für das Spiel sehr hoch seien. "Wir sind natürlich in der Einsatzplanung auf alle Dinge vorbereitet, so das alles getan wird, was man tun kann. Ich kann jedem nur raten, sein Leben ganz normal weiter zu führen und auch zum Spiel zu gehen, wenn man möchte." So ist das Stadion bereits geschlossen worden, es gebe keinen Besucherverkehr mehr.

DFB empfiehlt frühe Anreise

Auch die Zuschauer sollen vor dem Einlass streng kontrolliert werden. "Wir empfehlen auf jeden Fall eine frühe Anreise für alle Fans. Bei den Kontrollen wird es keine Ausnahmen geben, deswegen lieber früher kommen, um rechtzeitig zum Anpfiff drin zu sein", sagte DFB-Sprecher Christoph Mayer dem rbb.

mit Informationen von Dennis Wiese

"Man kann nicht sein ganzes Leben ändern"

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