Eisbären Berlin gegen Kölner Haie in den Playoffs am 28.03.2016 (Quelle: imago/Contrast)
Video: Abendschau | 28.03.2016 | Jörg Hellwig

Eishockey | Vorzeitiges Saisonaus für Berlin - Berliner Eisbären verpassen Einzug ins Halbfinale

Das war es für die Eisbären: Die Berliner gehen am Montag in den vorzeitigen Sommerurlaub. Gegen die Kölner Haie verloren sie das entscheidende Viertelfinalspiel mit 2:3 in eigener Halle. Erst im Schlussdrittel erhöhten die Eisbären den Druck. Doch für den Ausgleich reichte es am Ende nicht mehr.

In den Playoffs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben die Eisbären Berlin am Montagnachmittag das letzte Viertelfinalspiel dieser Saison verloren. In dem alles entscheidenden Spiel 7 gegen die Kölner Haie unterlagen die Eisbären mit 2:3 (0:1, 2:2, 0:0).

Die Kölner Haie zogen somit als letzter Verein in das Halbfinale der DEL ein. Zuvor hatten sich bereits München, Wolfsburg und Nürnberg souverän qualifiziert. Die Kölner müssen nun im Halbfinale ab Mittwoch gegen Hauptrunden-Sieger EHC München ran. Die Grizzlys Wolfsburg bekommen es mit den Nürnberg Ice Tigers zu tun, die das Viertelfinale gegen Iserlohn am Samstag mit 4:2-Siegen vorzeitig beendet hatten.

Eisbären erst im Schlussdrittel präsenter

Das Viertelfinal-Duell zwischen Berlin und Köln war das einzige, das in ein siebtes Spiel ging. Für die Eisbären war es in der Vereinsgeschichte sogar das erste Spiel 7 überhaupt in einer Playoff-Spielzeit. "Die Kölner haben gewonnen, weil sie aus weniger Chancen mehr Tore als wir geschossen haben", resümierte Eisbären-Kapitän Andre Rankel nach dem Spiel. "Wir waren in der Serie die bessere Mannschaft, hätten aber die Tore schießen müssen." Rankel erklärte: "Wir wollten alle mehr. Und so wie wir gespielt haben, hätten wir es auch verdient gehabt weiterzukommen."

Trainer Krupp bilanzierte: "Wenn du das letzte Spiel nicht gewinnst, hat die Sache immer einen faden Beigeschmack." Trotzdem sah er sein Team die Saison über auf einem guten Weg. "Die ganze Saison in diese Schublade zu werfen - weiß ich nicht. Jetzt im Moment ist natürlich jeder enttäuscht."

Die Kölner Haie schienen an diesem Montag jedoch zumindest bis zur 37. Minute schon der sichere Sieger zu sein. In der Berliner Arena vor rund 12.500 Zuschauern gingen die Haie durch die Treffer von Nationalspieler Patrick Hager (6.), Philip Gogulla (32.) und Dragan Umicevic (34.) mit 3:0 in Führung. Nach dem frühen Schock nutzten die Berliner auch eine zwischenzeitliche 80-sekündige Fünf-gegen-Drei-Situation nicht. "Wie in der gesamten Serie hat Köln in den entscheidenden Momenten sehr gut verteidigt", analysierte Krupp.

In der 37. Minute schließlich meldeten sich die Eisbären zurück. Zunächst traf Michael DuPont, zwei Minuten später (39.) dann Mark Olver. Doch kämpften die Eisbären vergeblich um den Ausgleich. "Wir haben viele Fehler gemacht", sagte Berlins Sportdirektor Stefan Ustorf. "Wir haben uns versteckt. Köln stand sehr kompakt in der eigenen Zone."

Heimvorteil reichte nicht aus

Die Berliner hätten dabei schon am Samstag alles klarmachen und mit einem Sieg in Köln vorzeitig ins Halbfinale einziehen können. Doch auch dort nutzten die Haie ihre Außenseiterchancen und fegten am Ende die Eisbären mit 5:1 vom Eis, auch wenn der Sieg in der Höhe kaum dem Spielverlauf entsprach. Zwar war Berlin schon nach 61 Sekunden in Rückstand gegangen, hatte aber im zweiten Drittel den Ausgleich geschafft - und schien in der Folge das Spiel im Griff zu haben.

Doch für die Eisbären hatte das größte Problem bereits in Spiel 6 im Auslassen zahlreicher Chancen gelegen. "Druck ist leider keine Garantie für Erfolg", bilanzierte Trainer Uwe Krupp nach der damaligen bitteren Niederlage.

Bittere Niederlage für Kölner Krupp

Ihre Hoffnungen für Spiel 7 hatten die Berliner vor allem auf das eigene Publikum gesetzt. Schließlich hatten sie die vorigen beiden Heimspiele gegen die Kölner klar gewonnen. "Wir haben die ganze Hauptrunde dafür gespielt, den Heimvorteil zu bekommen. Jetzt haben wir die Chance, ihn zu nutzen", hatte Stürmer Marcel Noebels zuvor gesagt. Darauf hoffte auch Trainer Krupp: "Das wird ein enges Spiel, keine Frage. Aber wir haben zuletzt in Berlin gut gespielt", sagte er vor dem Spiel gegen Köln.

Köln hatte in der ersten Playoff-Runde bereits Meister Adler Mannheim aus dem Titel-Rennen geworfen - nun hatte der Kölner Uwe Krupp mit seinen Berlinern das Nachsehen. Das brisante Wiedersehen nahm somit für den 50-Jährigen ein bitteres Ende. Seinen Heimatverein hatte der frühere Bundestrainer bis zum Herbst vor eineinhalb Jahren trainiert und 2013 sowie 2014 jeweils ins Finale geführt.

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