Enttäuschte Energie-Spieler nach dem Spiel gegen Hansa Rostock (Quelle: Imago/Beyer)

Fußball | Energie vs. Aue - Cottbus steht gegen Aue mit dem Rücken zur Wand

Das hat wohl keiner gedacht: Da schien Energie Cottbus nach dem Trainerwechsel im letzten Herbst auf dem richtigen Weg. Doch seit knapp vier Wochen ist der Wurm drin, es droht der Absturz. Und ausgerechnet jetzt kommt der Tabellenzweite Aue in das Stadion der Freundschaft. Von Andreas Friebel

rbb online überträgt das Spiel am Mittwoch ab 18:30 Uhr im Livestream.

Noch sind sie in Cottbus bemüht, Ruhe auszustrahlen. Trotz der zwei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und dem immer näher kommenden möglichen Abstieg. Deshalb verteilte Teammanager Ralf Lempke nach der Samstags-Niederlage gegen Rostock (0:1) auch lieber ein paar verbale Streicheleinheiten an die Spieler, statt offen zu kritisieren. "Das müssen wir machen, denn es macht aktuell keinen Sinn mit der Brechstange reinzuschlagen." Denn die verbale Brechstange hatte Trainer Vasile Miriuta schon vor zwei Wochen ausprobiert. Vor dem Kellerduell in Aalen kritisierte er seine Leistungsträger, wie Christopher Schorn oder Uwe Möhrle, dass sie auf dem Platz zu leise wären und dass Team nicht führen.

Klare Worte haben bislang nichts gebracht

Geholfen hat diese Kritik nicht. Energie Cottbus verlor in Aalen mit 0:3. Und auch die anschließenden Maßnahmen, wie der Rauswurf des sportlichen Leiters Roland Benschneider oder die Abberufung von Kapitän Uwe Möhrle brachten noch nicht den gewünschten Erfolg. Der neue Kapitän Richard Sukuta Pasu meint dazu: "Es ist schade, dass wir gerade jetzt in so eine Negativserie gekommen sind. Das wir davor 13 Spiele in Folge nicht verloren hatten, war eine gute Leistung von uns. Ich will aber nicht lange herum lamentieren. Wir haben jetzt noch ein paar Spiele vor uns, in denen wir punkten können."

Nur Siege helfen im Abstiegskampf

Da mag es ein kleiner Trost sein, dass Cottbus gegen fast alle Teams von Rang eins bis zehn in dieser Saison bereits gepunktet hat, nur gegen Erzgebirge Aue nicht. Beim letzten Aufeinandertreffen im September 2016 (0:1) wurde nur Stunden später Stefan Krämer als Trainer entlassen. Krämer betreut seit Jahresanfang Rot-Weiß Erfurt und hat am Sonntag gezeigt, wie man gegen den Tabellenzweiten bestehen kann. Seine Thüringer schafften ein 2:2 im Erzgebirgsstadion. Vielleicht könnte Energie-Teammanager Ralf Lempke ja Krämer mal anrufen? "Soweit geht die Freundschaft dann doch nicht. Wir haben uns mit Vasile Miriuta das Spiel genau angeschaut und unsere Schlüsse daraus allein gezogen."

Aber auch ohne Spielbeobachtung dürfte den Cottbuser nicht entgangen sein, dass Aue sehr konstant spielt. Seit 13 Partien gab es keine Niederlage mehr. Zudem steht die Abwehr sehr sicher. Kein Team der Liga hat weniger Gegentreffer kassiert (16). Trotz dieser beeindruckenden Zahlen muss Cottbus am Mittwoch alles daran setzen, diese Serie von Aue zu beenden. Nur Siege helfen im Abstiegskampf noch weiter. 12 Spiele bleiben, um die vierte Liga zu verhindern.

Profis ohne Regionalligaverträge

Bleiben die Lausitzer drin, planen sie in der kommenden Saison mit einem Etat von rund 6,8 Millionen Euro. Rund sieben Millionen sind es in der laufenden Spielzeit. Grund für die Reduzierung ist unter anderem das Verpassen des DFB-Pokals (Cottbus war im Landespokal im Viertelfinale gescheitert). Über 100.000 Euro nur an TV-Geldern wären da möglich gewesen. Angaben, wie es bei einem möglichen Abstieg in die vierte Liga aussieht, macht Energie nicht. Man kann aber davon ausgehen, dass der Etat dann drastisch zusammengekürzt wird. Darüber hinaus hat kein einziger Profi einen Vertrag für die Regionalliga. Noch will man sich in Cottbus aber nicht mit der vierten Liga beschäftigen.

Beitrag von Andreas Friebel

Das könnte Sie auch interessieren

50 Jahre Energie Cottbus

Einmal Bundesliga und wieder zurück: So lässt sich salopp die Geschichte des FC Energie Cottbus zusammenfassen. Der Klub aus der Lausitz wurde am 31. Januar 1966 gegründet.