Formel-E-Rennen am 06.02.2016 in Buenos Aires. (Quelle: imago/ZUMA Press)
Video: Abendschau | 18.03.2016 | Florian Eckardt

Autorennen auf der Karl-Marx-Allee - Die Formel E kommt nach Mitte

Die Karl-Marx-Allee in Berlin-Mitte wird zur Rennstrecke. Auch wenn noch nicht alle Genehmigungen vorliegen, zeigt sich der Senat sicher, dass die Formel E am 21. Mai ihr Rennen im Zentrum der Hauptstadt austragen wird. Der Bezirk Mitte reagiert eher verschnupft.

Nun scheint es klar zu sein: Das Berliner Formel-E-Rennen wird in diesem Jahr am 21. Mai vom Strausberger Platz über die Karl-Marx-Allee bis zum Alexanderplatz führen. Auf einer Pressekonferenz zusammen mit den Veranstaltern am Freitag im Roten Rathaus ließ Wirtschaftssentaorin Cornelia Yzer (CDU), kaum einen Zweifel daran, dass das Event der Elektro-Boliden stattfinden wird. "Die Formel E ist ein Event mit Innovation für mehr Nachhaltigkeit, das hervorragend zu Berlin passt", so Yzer. Zweifel an noch ausstehenden Teil-Genehmigungen ließ Yzer nicht gelten. Die Weichen seien gestellt.

Entsprechend erfreut zeigte sich auch der Geschäftsführer der Rennserie, Alejandro Agag. "Berlin hat eine ganz besondere Bedeutung", erklärte der Spanier im Roten Rathaus. Denn schon die Zusage der deutschen Hauptstadt im Vorjahr war ein großer Schritt zur Etablierung der Elektroautorennen. "Deshalb wäre ich auch sehr traurig gewesen, wenn es dieses Jahr nicht geklappt hätte", sagte Agag.

Veranstalter verspricht Sicherheit

Der Kurs vom Strausberger Platz über die Karl-Marx-Allee bis zum Alexanderplatz mit einer Länge von insgesamt 2,030 Kilometer und mit elf Kurven sei gut gewählt, sagte Daniel Abt, neben Nick Heidfeld einer von zwei deutschen Fahrern im Feld. "Eine Strecke mit Charakter und dicht bei den Fans."

Aber so ein Innenstadtparcours bringe so seine Tücken mit sich. "Da muss man auch mit Schlaglöchern oder ähnlichem klarkommen", ergänzte Abt. Mit rund 230 km/h werden die Rennautos, die aussehen wie Formel 1-Boliden, durch die Innenstadt düsen. Für die größtmögliche Sicherheit für Fahrer und Zuschauer soll gesorgt werden.

Bezirk kritisiert "Disneysierung" Berlins

Gut eine Woche sollen die Aufbauarbeiten dauern, die Karl-Marx-Allee muss dann rund um das Event 36 Stunden gesperrt werden. Und das stößt auf Kritik. Jens Wiesecke vom Berliner Fahrgastverband ist gar nicht begeistert über das Rennen. "Zum gleichen Zeitpunkt ist die U5 gesperrt und wird durch Busse ersetzt. Diese können dann während des Rennens nicht fahren", sagte Wiesecke im rbb.

Und auch Mittes Bezirksbürgermeister Christian Hanke reagierte zurückhaltend. "Ich bin dagegen, dass in einem Wohngebiet so ein Spektakel veranstaltet wird", sagte Hanke im rbb. Er äußerte vor allem Sicherheitsbedenken und sieht eine weitere "Disneysierung" der Hauptstadt. "Wenn hier jeder vorbeikommen und so ein Event machen kann, dann entwertet das das Zentrum Berlins."

Karte: Die Strecke des Berlin ePrix am 15.02.2016 (Quelle: Fia Formula E)
Der Streckenverlauf

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