Niklas Stark nach dem 2:0 gegen Schalke (Quelle: dpa)

Fußball | Hertha schlägt Schalke 2:0 - Triumph nach fast zehn Jahren

Die unselige Serie ist gerissen: Hertha bezwang Schalke 04 zum ersten Mal seit fast zehn Jahren - und hält damit den Verfolger auf Distanz. Vedad Ibisevic und Niklas Stark trafen für die Berliner - und es waren längst nicht die einzigen Torchancen. Die Partie hätte für die Gelsenkirchener noch schlechter ausgehen können.   

Die schwarze Serie ist zu Ende: Hertha BSC hat Schalke 04 zum ersten Mal seit zehn Jahren besiegt. Der Torjäger Vedad Ibisevic (42. Minute) und der Verteidiger Niklas Stark (65.) erledigten zum Start des 26. Spieltages der Fußball-Bundesliga vor 51.424 Zuschauern den 2:0 (1:0)-Erfolg des Hauptstadtclubs über die Gelsenkirchener.

Hertha verteidigte mit dem 13. Saisonsieg Platz drei, vergrößerte den Abstand auf den direkten Konkurrenten auf vier Punkte und rückt mit 45 Zählern der europäischen Bühne immer näher.

Hertha-Spieler jubeln nach dem 1:0 gegen Schalke (Quelle:dpa)
Jubel nach dem 1:0 durch Ibisevic

"Kompliment an die Jungs"

Der erste Sieg im 15. Anlauf gegen Schalke seit September 2006 sorgte bei den Fans für beste Stimmung. "Kompliment an die Jungs. Das haben sie perfekt gemacht", lobte Trainer Pal Dardai seine Mannschaft. Auf die Frage nach großen Zielen wiegelte er ab: "Erstmal schlafen wir drüber."

Den Schalkern droht nach vier Spielen ohne Bundesliga-Niederlage jetzt allerdings der Absturz aus der Königsklassen-Zone. "Es war eine bittere Niederlage, aber wir wollen international spielen. Wir haben alles selbst in der Hand", sagte Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann.

Kurze Pässe auf frisch verlegtem Rasen

Die heimstarke Hertha versuchte, mit viel Ballkontrolle und kurzen Pässen auf dem frisch verlegten Rasen die Kontrolle zu übernehmen. "Jetzt gibt es kein Alibi mehr, habe ich den Jungs gesagt", sagte Dardai zum Austausch des Grüns im Olympiastadion. Spielmacher Vladimir Darida hatte nach Vorarbeit von Salomon Kalou die erste Chance in der 9. Minute, der Tscheche schoss aber nicht stark genug.

Die zum dritten Mal mit derselben Startelf angetretenen Schalker kombinierten munter mit – für Leroy Sané blieb vorerst nur ein Platz auf der Bank. Vor allem Max Meyer stieß immer wieder in die Räume. Nach seinem guten Steilpass war Hertha-Torwart Rune Jarstein vor Klaas-Jan Huntelaar zur Stelle. Nach einer Hereingabe des Brasilianers Junior Caicara köpfte Huntelaar gefährlich. Jarstein parierte großartig.

Die Umstellungen von Dardai, der im September 2006 den letzten Hertha-Sieg als Spieler erlebt hatte, wirkten sich positiv aus. Für den formschwachen Kapitän Fabian Lustenberger brachte er Tolga Cigerci im defensiven Mittelfeld. Und der 23-Jährige wurde selbst torgefährlich: Nur mit Mühe konnte Fährmann den Fernschuss des Deutsch-Türken abwehren.

Der diesmal wieder als Rechtsverteidiger spielende Mitchell Weiser wurde ebenso in letzter Sekunde gestoppt wie Berlins Toptorjäger Kalou. Ibisevic belohnte die aktiveren Gastgeber kurz vor der Pause. Nach schönem Zuspiel von Kalou und Weiterleitung von Genki Haraguchi  schoss der Bosnier zu seinem achten Saisontreffer ein.

Nach der Pause spielte Schalke aktiver

Schalke spielte nach der Pause wie von Trainer André Breitenreiter gefordert aktiver. Gute Freistoßchancen blieben aber ungenutzt. Die bis dahin beste Ausgleichschance vergab Dennis Aogo. Der Verteidiger entwischte Haraguchi, schoss aber am langen Eck vorbei. Auf der Gegenseite wurde Kalou nach einem Konter spät gebremst.

Joel Matip stoppte einen Hertha-Angriff gerade noch, doch die folgende Ecke von Darida nutzte Stark zu seinem abgezockten Auftritt. Der Ex-Nürnberger köpfte zu seinem ersten Bundesliga-Tor für Hertha ein. Cigerci und Ibisevic, die völlig freistehend das Tor nicht trafen, hätten Schalke sogar richtiggehend demütigen können. Ein Schuss von Cigeri krachte in der 79. Minute noch an die Latte.

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