Cheftrainer Vasile Miriuta (Energie Cottbus) bei einem Spiel gegen den FC Hansa Rostock am 27.02.2016. (Quelle: imago/Steffen Beyer)

Fußball | Energie Cottbus geht selbstbewusst ins Ost-Duell - "Die Vergangenheit interessiert mich nicht“

Vor dem Ost-Duell zwischen Cottbus und Magdeburg könnten die Vorzeichen nicht unterschiedlicher sein: Die Lausitzer stehen auf dem Abstiegsrang 18, ihre Gäste haben als Tabellenvierter Aufstiegschancen. Dennoch verkündet Energie-Trainer Miriuta selbstbewusst: "Wir sind nicht schlechter als Magdeburg." Von Andreas Friebel

Ein knappes halbes Jahr ist Vasile Miriuta nun Coach des FC Energie Cottbus. Unter seiner Regie haben die Lausitzer in 18 Spielen zwar nur drei Mal verloren, wirklich weg aus der Abstiegszone kamen sie aber nicht. Die vielen Unentschieden sind der Grund für die schwache Platzierung: 13 Mal teilte sich sein Team mit dem Gegner die Punkte. So war es auch bei Miriutas Debüt als Cottbuser Trainer. Ende September 2015 gab es ein 2:2 beim 1.FC Magdeburg. "Es war ärgerlich, dass wir damals in der Nachspielzeit einen unberechtigten Elfmeter gegen uns bekommen haben", sagt Miriuta. "Doch die Vergangenheit interessiert mich nicht. Wir leben in der Gegenwart."

Und in der Gegenwart sieht Miriuta, trotz der sehr unterschiedlichen Platzierung beider Teams, seine Mannschaft auf Augenhöhe. "Magdeburg spielt eine starke Saison. Sie treten sehr kompakt und aggressiv auf. Sie sind aber nicht besser als wir."

Sieg in Kiel macht Hoffnung

Miriuta setzt darauf, dass der Positivtrend der letzten zwei Wochen auch gegen den Tabellenvierten fortgesetzt wird. Immerhin gab es zuletzt ein 0:0 gegen Aufstiegsanwärter Aue und einen 2:1- Auswärtssieg in Kiel. Es war für Cottbus zugleich der erste Dreier in diesem Jahr. Etwas beeindruckender ist da die Serie des Teams aus Sachsen-Anhalt: In den vergangenen zwölf Partien gab es nur eine Niederlage. Nach dem 4:1 über Rostock hat Magdeburg nun 45 Punkte und damit den Klassenerhalt praktisch gesichert. Nun wird geträumt – und zwar von der zweiten Liga.

In Cottbus wäre man hingegen froh, nichts mit der vierten Liga zu tun zu bekommen. Der Auswärtssieg in Kiel hat zwar die Anspannung etwas gelöst, aber "wir sind immer noch da, wo wir vorher auch waren, auf einem Abstiegsplatz", so Trainer Miriuta.

10.000 Fußballfans erwartet

Um vielleicht schon an diesem Wochenende den Tabellenkeller verlassen zu können, ließ der Cottbuser Coach am Donnerstag Toreschießen üben. Über eine Stunde lang flogen den Cottbuser Torhütern die Bälle um die Ohren. Egal ob Stürmer, Verteidiger oder Mittelfeldspieler- alle mussten ran. "Ich will, dass nicht nur unsere beiden Angreifer treffen, sondern alle Jungs", sagt der Trainer. Hintergrund der Maßnahme: Energie hat die schwächste Offensive der Liga. Lediglich 25 Tore gelangen in 28 Partien. Ob diese spezielle Trainingseinheit am Samstag Erfolg hat, wird sich zeigen.

Als sich Cottbus und Magdeburg zum letzten Mal im Stadion der Freundschaft gegenüber standen, hatten die Lausitzer noch keine Offensivprobleme. Am 19.März 1994 gewann Energie, damals noch in der Amateur-Oberliga, mit 3:0. 938 Zuschauer wollten diese Partie damals sehen. Rund 10.000 werden es am Samstag sein, darunter 2.000 Fans, die aus Magdeburg nach Cottbus reisen. Mal sehen, wer diesmal jubelt.

Beitrag von Andreas Friebel

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