Nicolai Müller vom Hamburger SV (vorne) im Zweikampf gegen Salomon Kalou von Hertha BSC (Quelle: imago/Matthias Koch)

Fußball | Hertha patzt beim Hamburger SV - "So hat man oben nichts zu suchen"

Der Optimismus war groß, immerhin hatte Hertha die letzten fünf Spiele beim Hamburger SV gewonnen - und dabei kein Gegentor kassiert. Am Sonntag nun gab es gleich zwei davon - und so ging die englische Woche für die Berliner mit einer 0:2-Niederlage zu Ende. Hertha-Trainer Pal Dardai ging mit seiner Mannschaft hart ins Gericht.

Hertha BSC hat bei der Jagd auf einen Champions-League-Platz einen Dämpfer erlitten. Der Berliner Fußball-Bundesligist unterlag am Sonntag beim Hamburger SV mit 0:2 (0:0). Damit hat der Tabellendritte nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Vierten FC Schalke 04, der am kommenden Freitag der nächste Gegner des Teams von Trainer Pal Dardai ist.

Pal Dardai spart nicht mit Kritik

"Man of the match" vor 46.136 Zuschauern im Volksparkstadion war Nicolai Müller, der in der 58. und 75. Minute die Treffer für den HSV erzielte. Für die Hamburger war es der erste Heimsieg gegen die Hertha seit sechs Jahren. Außerdem bedeutet der dreifache Punktgewinn einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen die noch nicht überwundene Abstiegsgefahr. Durch den Sieg gegen Hertha verbesserte sich der HSV auf den zehnten Platz.

Herthas Trainer Pal Dardai war sauer, denn was sein Team am Sonntag präsentierte, war nicht gerade Champions-League-Format. "Wenn man die Körpersprache von uns und Hamburg anguckt, dann war das wie Tag und Nacht", schimpfte Dardai bei Sky. "Nächste Woche müssen wir wieder ein anderes Gesicht zeigen", forderte der Ungar. Gegen den Tabellenvierten Schalke 04 steht Hertha am Freitag unter Druck, denn die Gelsenkirchener haben nur noch einen Punkt Rückstand.

Die unterschiedlichen Befindlichkeiten in Hamburg und Berlin wurden bei der Personalwahl deutlich. Hamburgs Trainer Bruno Labbadia wechselte mit fünf Akteuren fast das halbe Team aus. Bei der selbstbewussten Hertha stellte Dardai nur einmal um, brachte Kapitän Fabian Lustenberger für Genki Haraguchi.

HSV macht vor allem in der zweiten Halbzeit Druck

Der HSV bemühte sich, kreativ gegen die Berliner Einlull-Taktik zu wirken - doch es blieb zunächst bei dem Versuch. Ein Kopfball von Artjoms Rudnevs (16.) verfehlte das Ziel. Erst nach einer guten halben Stunde stieg die Hamburger Effektivität. Besonders Gotuko Sakai tat sich positiv hervor. Zunächst prüfte der Japaner (35.) zweimal Hertha-Schlussmann Rune Jarstein innerhalb von Sekunden. Kurz vor der Halbzeitpause (44.) zwang er den Norweger mit einem Schuss ins obere Tordreieck zu einer Glanztat.

Pal Dardai Fußballtrainer - Hertha BSC (Quelle: Thomas Eisenhuth/dpa)
Hertha-Trainer Pal Dardai konnte nicht zufrieden sein.

Anhaltenden Offensivgeist und Geduld hatte Labbadia in der Halbzeit verordnet. Und seine Spieler befolgten die Anweisung. Hunt (48.) hatte schnell nach dem Wiederanpfiff eine gute Chance. Der HSV drückte jetzt mächtig und sorgte für mehr Berliner Unordnung. Als die Hertha-Abwehr nicht gut sortiert war, schlug Müller mit einem Schuss ins rechte untere Toreck zu (58.) und erhöhte nach 75 Minuten auf 2:0. Die Schlussoffensive der Hertha blieb aus.

Letzlich erwies sich als richtig, was Dardai vor dem Spiel über den HSV gesagt hatte: "Hamburg ist schwierig einzuschätzen, sie schalten schnell um und können gut kontern." Für die Niederlage fand der Berliner Coach aber noch andere Gründe: eine schwache Passquote und zu wenig Ballbesitz. "Wenn Du so spielst, hast Du oben nichts zu suchen", sagte Dardai auf Sky. Schon an der Körpersprache habe man sehen können, dass der HSV das Spiel für sich entscheiden würde.

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