Sascha Lewandowski (Quelle: Revierfoto/dpa)

Fußball | Vertrag mit Berliner Zweitligisten vorzeitig aufgelöst - Lewandowski tritt wegen Burnout als Union-Trainer zurück

Seit dem 22. Februar war er krankgeschrieben, jetzt ist es gewiss: Sascha Lewandowski wird nicht auf die Trainerbank des 1. FC Union Berlin zurückkehren. Der 44-Jährige leidet an einem akuten Erschöpfungssyndrom, auch Burnout genannt.

Sascha Lewandowski ist als Trainer des 1. FC Union Berlin zurückgetreten. Wie der Fußball-Zweitligist am Freitag mitteilte, leidet Lewandowski an einem akuten Erschöpfungssyndrom (Burnout), das funktionelle Herzbeschwerden verursacht.

Der 44-Jährige war seit dem 22. Februar krankgeschrieben und ging zunächst von einer dreiwöchigen Pause aus. "Nach Einschätzung meiner Ärzte wird es noch Monate dauern, bis ich wieder der Alte bin. Dieser Zustand ist untragbar für Mannschaft und Klub", sagte Lewandowski in einer ersten Reaktion. "Ich hatte gehofft, dass eine kurze Pause reichen könnte, die Beschwerden deutlich zu verringern. Dies war aber leider überhaupt nicht der Fall."

Das Training der Profis leitet bis zum Saisonende hauptverantwortlich weiter der bisherige Co-Trainer André Hofschneider, wie der Verein am Freitag weiter mitteilte. Bei ihm greift nach Vereinsangaben "eine Ausnahmefall-Regelung" der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Hofschneider
hat nur die A-Lizenz, nicht die erforderliche Fußball-Lehrer-Lizenz.

"Die Gesundheit des Menschen Sascha Lewandowski ist wichtiger"

Unions Präsident Dirk Zingler war der Mitteilung zufolge von Anfang an umfassend über Lewandowskis Krankheit informiert. Nach Gesprächen mit dem Trainer kam man gemeinsam zu dem Entschluss, den Vertrag mit Lewandowski vorzeitig aufzulösen. Der frühere Leverkusener Coach hatte erst am 2. September den Trainerposten in Berlin-Köpenick übernommen.

"Wir sind sehr traurig über das plötzliche und unerwartete Ende unserer Zusammenarbeit", sagte Lutz Munack, Geschäftsführer Sport bei Union, laut Mitteilung. "Schweren Herzens müssen wir jedoch erkennen, dass uns Umstände dazu zwingen, die nicht in unserer Hand liegen. Die Gesundheit des Menschen Sascha Lewandowski ist wichtiger als die Fortsetzung seiner Arbeit als Trainer bei uns. Wir alle hier bei Union wünschen ihm eine schnelle und vollständige Genesung und hoffen, dass wir uns irgendwann unter besseren Vorzeichen einmal wiedersehen."

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