Vertrag mit Olympiastadion soll verlängert werden - Hertha relativiert Pläne zum Stadion-Neubau

Zu groß, zu zugig und kaum Stimmung: Das Olympiastadion ist zuletzt in Misskredit geraten, weil allen voran Hertha-Manager Preetz den Neubau einer reinen Fußball-Arena ins Spiel gebracht hatte. Doch nach umgehender Kritik hat der Verein Preetz' Gedankenspiele nun relativiert.

Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat seine Pläne für einen Stadionneubau in der Hauptstadt relativiert. Hertha-Manager Michael Preetz habe lediglich über den Gedanken eines Neubaus gesprochen, es gebe jedoch für die nächsten beiden Jahre keine konkreten Pläne, teilte der Verein dem Magazin Stadionwelt mit.

So solle der Mietvertrag mit dem Olympiastadion demnächst bis 2022 verlängert werden. Der Nutzungsvertrag von Hertha für das Olympiastadion läuft im Herbst 2017 aus.

Olympiastadion als "Stimmungskiller"

Trotz des sportlichen Höhenflugs von Hertha mit Platz drei in der Bundesliga liegt der Zuschauerschnitt im Olympiastadion in dieser Saison nur knapp über 45.000 Besuchern pro Spiel. Preetz hatte deshalb Anfang der Woche den Neubau eines reinen Fußballstadions in Berlin ins Gespräch gebracht. Für ihn wirke das riesige Olympiastadion halbvoll eher als "Stimmungskiller".

Deshalb diskutiere Hertha wie schon einmal vor ein paar Jahren den Neubau eines Stadions mit 50.000 bis 60.000 Plätzen, der im Gegensatz zum Olympiastadion privat finanziert werden soll, hieß es am Montag.

Fünf-Sterne-Spielort mit S- und U-Bahnanschluss

Gegenwind für Herthas Stadion-Träume gab es vom Präsidenten des Berliner Landessportbundes, Klaus Böger, der nichts von den Überlegungen zum Bau eines eigenen Fußballstadions hält. Vielmehr soll sich der Verein darum bemühen, sein Produkt anstelle der Produktionsstätte zu verbessern, so Böger am Dienstag. Das Olympiastadion sei ein in Europa einzigartiger Spielort mit S- und U-Bahnanschluss.  

Auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) ist gegen ein neues Fußballstadion. "Hertha steht mit dem Olympiastadion eine qualitativ hochwertige Spielstätte zur Verfügung, die von der UEFA mit dem Fünf-Sterne-Zertifikat ausgezeichnet wurde", erklärte Henkel am Dienstag. "Der Zusammenhalt hat sich auch in schwierigen Zeiten bewährt. Das weiß auch der Verein."

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