Eckfahne im Berliner Olympiastadion (Quelle: imago/Bernd König)

Böger und Henkel lehnen Neubau ab - Gegenwind für Herthas Stadion-Träume

Hertha BSC wünscht sich ein neues Stadion - eine reine Fußball-Arena mit besserer Stimmung als im Olympiastadion. Klaus Böger, Präsident des Landessportbunds, winkt ab: Die Hertha solle lieber ihr Produkt verbessern, sagte Böger dem rbb. Auch Innensenator Frank Henkel ist skeptisch.

Der Präsident des Landessportbundes Berlin, Klaus Böger, hält nichts von den Überlegungen des Bundesligisten Hertha BSC zum Bau eines eigenen Fußballstadions.

Böger sagte am Dienstag im rbb-Inforadio, er halte die Idee für einen Irrweg. Wenn es gute Spiele gebe, gebe es auch ein volles Stadion. Der Verein sollte sich vielmehr darum bemühen, sein Produkt zu verbessern - anstelle der Produktionsstätte. Das Olympiastadion sei ein Fünf-Sterne-Spielort mit S- und U-Bahnanschluss und einzigartig in Europa. Zudem habe der Berliner Senat als Stadioneigentümer Hertha BSC immer gute Bedingungen geboten.

Henkel: Zusammenhalt hat sich bewährt

Auch Innensenator Frank Henkel (CDU) ist gegen ein neues Fußballstadion für die Hertha. "Hertha steht mit dem Olympiastadion eine qualitativ hochwertige Spielstätte zur Verfügung, die von der UEFA mit dem Fünf-Sterne-Zertifikat ausgezeichnet wurde", erklärte Henkel. "Der Zusammenhalt hat sich auch in schwierigen Zeiten bewährt. Das weiß auch der Verein."

Das knapp 75.000 Zuschauer fassende Olympiastadion wurde vor 80 Jahren errichtet. Zur Fußball-WM 2006 wurde es nach Plänen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner grundsaniert. Die Umbaumaßnahmen kosteten damals 242 Millionen Euro.  

Preetz: Olympiastadion ist Stimmungskiller

Der Manager von Hertha BSC, Michael Preetz, hatte den Neubau eines reinen Fußballstadions in Berlin ins Gespräch gebracht. Er führte den aus seiner Sicht zu geringen Zuschauerschnitt von 45.000 pro Spiel auch auf die Atmosphäre in einem nicht voll besetzten Stadion zurück. Halbvoll wirke das riesige Stadion eher als "Stimmungskiller".

Deshalb diskutiert Hertha wie schon einmal vor ein paar Jahren den Neubau eines Stadions mit 50.000 bis 60.000 Plätzen, der im Gegensatz zum Olympiastadion privat finanziert werden soll. Der Nutzungsvertrag von Hertha für das Olympiastadion läuft im Herbst 2017 aus.

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