Schwimmerin Ysra Mardini bei der PK am 18.3.2016 (Quelle:dpa/Carstensen)
Audio: Inforadio | 18.03.2016 | Dennis Wiese

IOC-Kandidatin für Olympia-Flüchtlingsteam - Berliner Schwimmerin aus Syrien könnte nach Rio fahren

Die weltweite Flüchtlingskrise wird sich auch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro bemerkbar machen: Bei den Wettkämpfen im August wird erstmals ein Flüchtlingsteam an den Start gehen. Chancen auf eine Nominierung hat die syrische Schwimmerin Ysra Mardini. Die 18-jährige lebt und trainiert in Berlin. Von Dennis Wiese

Vom Medieninteresse her könnte man annehmen, dass die junge Frau schon Olympiasiegerin geworden ist: Mehr als 100 Journalisten sind an diesem Freitag nach Berlin gekommen – teilweise aus Japan und Brasilien. Dabei gehört Ysra Mardini nur zum vorläufigen Kandidatenkreis für das Flüchtlingsteam in Rio. Noch muss sie sich der Qualifikationsnorm annähern. Die Zeiten alleine sollen laut Internationalem Olympischen Komitee (IOC) aber nicht den Ausschlag für eine Nominierung geben.

Syrische Schwimmerin Ysra Mardini (Bild: dpa/ Mirko Seifert)

"Wir können immer noch großartige Sachen vollbringen."

Ysra will ein Zeichen setzen. "Ich hoffe, dass alle Flüchtlinge stolz auf mich sein können, und ich will ihnen Mut machen", sagt sie. "Auch wenn wir nicht in unserer Heimat sind, auch wenn wir auf der Flucht viel durchgemacht haben: Wir können immer noch großartige Sachen vollbringen."

Das IOC unterstützt 43 Flüchtlinge – sportlich und finanziell. Die Athleten kommen in erster Linie aus afrikanischen Staaten wie dem Südsudan - und aus Syrien. Aus ihnen will das IOC ein Team mit 5-10 Sportlen zusammenstellen- in Rio läuft das Flüchtlingsteam dann unter der Olympischen Flagge auf.

Schwimmerin Ysra Mardini bei der PK in Berlin (Quelle:rbb/Wiese)

Vesper: "Die Idee ist großartig"

Ysra Mardini könnte dann ihre Trainingshalle in Berlin gegen olympisches Wasser tauschen - unter ganz besonderen Bedingungen, sagt Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund. "Niemand verlässt gerne seine Heimat. Auch Ysra hat klargemacht, dass sie lieber in Syrien wäre und mit dem syrischen Team antreten würde. Aber sie ist geflohen und hat die Chance, als Teil des Flüchtlingsteams nach Rio zu fahren. Die Idee ist großartig – und sie war ganz offensichtlich notwendig. Sonst hätte die Idee keinen solchen Zuspruch erfahren."

Im Juni wird das endgültige Aufgebot der Flüchtlingsmannschaft bekanntgegeben. So lange trainiert Ysra Mardini für die Bestzeit. Vom Medienrummel her ist Ysra schon jetzt bestens auf die Olympischen Spiele vorbereitet.

Schwimmerin Ysra Mardini mit ihrem Trainer Sven Spannekrebs (Quelle: dpa/ Mirko Seifert)

Beitrag von Dennis Wiese

Das könnte Sie auch interessieren

Hajime Hosogai beim Hertha-Training, im Hintergrund Genki Haraguchi (Quelle: imago/Metodi Popow)

Japaner verlässt Hertha BSC - Hosogai sagt Sayonara

Fußballprofi Hajime Hosogai wechselt von Hertha BSC zum Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart. Der Japaner war vor drei Jahren nach Berlin gekommen, unter Trainer Pal Dardai hatte er jedoch keine Perspektive mehr. Zuletzt war er an den türkischen Erstligisten Bursaspor ausgeliehen.