BR Volleys gegen ZSK Surgut im Finalhinspiel des CEV-Cup am 29.03.2016 (Quelle: imago/nph)

Volleyball | Berliner gewinnen Final-Hinspiel um Europapokal - Volleys kommen dem Pokal immer näher

Gegen russische Mannschaften taten sich die Berlin Volleys bislang schwer. Jetzt aber scheint der Bann gebrochen: Gegen ZSK Surgut gewannen die Berliner im Final-Hinspiel um den Europapokal am Dienstagabend mit 3:2. Nun heißt es Nerven bewahren im Rückspiel am Samstag, um als erste deutsche Mannschaft die Trophäe nach Hause zu holen.

Die BR Volleys haben das Hinspiel im CEV-Cup-Finale gegen ZSK Surgut am Dienstagabend gewonnen. In fünf Sätzen entschieden die Berliner das Spiel mit 3:2 für sich. Dabei lieferten sich die beiden Mannschaften einen offenen Schlagabtausch. Den ersten Satz gewannen die Berliner knapp mit 28:26. Von nun an wechselten sich die Russen aus dem westsibirischen Surgut und die Berliner ab. Den zweiten Satz gewann ZSK (25:16), den dritten die Volleys (26:17) und den vierten wieder die Russen (25:20). Im entscheidenden fünften Satz machten die Berliner dann alles klar (15:11).

Dabei taten sich die Berliner schon häufiger schwer, wenn es gegen Kontrahenten aus Russland ging. Sowohl 2013 als auch 2014 scheiterten die Volleys in der Champions League am Team von VK Zenit-Kasan.

Im vierten Satz bereits die Chance zum Sieg

Zuversichtlich, aber dennoch zur Vorsicht mahnend, waren die Berlin Volleys in das erste Europapokal-Endspiel ihrer Vereinsgeschichte gegangen. "Wir sind jetzt so weit gekommen in diesem Wettbewerb, da wollen wir auch noch den letzten Schritt machen", hatte Volleys-Mittelblocker Felix Fischer vor dem Hinspiel gesagt. "Wir müssen vernünftig spielen, dürfen auf keinen Fall überdrehen."

In der Max-Schmeling-Halle ging es zunächst einmal um eine günstige Ausgangsposition für das Rückspiel am Samstag in Westsibirien (15.00 Uhr). Diese hätte allerdings noch besser aussehen können. Eine zwischenzeitliche Führung im vierten Satz gaben die Berliner aus der Hand. Bereits da hätten die Volleys ein 3:1 erzielen können.

Neun Jahre kein internationaler Titel für ein deutsches Team

Die Berliner zeigten sich dennoch von Beginn an konzentriert und engagiert. Defensiv agierten sie stark und auch am Netz fand das Team immer wieder Lücken, die es zu nutzen wusste. Auch die Russen aus Surgut, die zuvor im Halbfinale den Favoriten Dinamo Moskau besiegt hatten, erwiesen sich als stark - nicht zuletzt durch ihre wuchtigen Aufschläge. Erst im Schlussabschnitt brachte schließlich ein Fünf-Punkte-Spurt den BR Volleys den Sieg.

Bislang hat noch kein deutsches Volleyball-Männerteam den CEV-Cup gewonnen. 2007 holte Berlins Dauer-Rivale VfB Friedrichshafen überraschend den Sieg in der Champions League. Es war das letzte Mal, dass ein deutsches Team einen internationalen Titel geholt hat.

Serniotti: "Bis an die Grenzen und darüber hinaus"

Die Volleys waren in der Champions League als Gruppendritter gescheitert und danach in den zweitrangigen CEV-Pokal versetzt worden. Außenseiter Surgut bog im Halbfinale gegen Dynamo Moskau ein 0:3 aus dem Hinspiel noch um und gewann den Entscheidungssatz 15:11. "Unser Gegner ist vor allem physisch sehr stark", sagte Volleys-Trainer Roberto Serniotti vorab. "Um da eine Chance zu haben, müssen wir schon bis an unsere Grenzen gehen - und etwas darüber hinaus."

Als Star des russischen Teams gilt Diagonalangreifer Konstantin Bakun. Derzeit ist Surgut allerdings auch anfällig: In Russlands Meisterschaft hat die Mannschaft ihre vergangenen sechs Pflichtspiele verloren. Dennoch wussten die Volleys schon vor dem Spiel, dass sie sich gegen den sibirischen Gegner warm anziehen müssen. "Surgut ist extrem stark in fast allen Elementen: Aufschlag, Block und Angriff", warnte US-Nationalspieler Paul Lotman.

Erfolgreicher Start in die Playoffs

Zuvor waren die Berlin Volleys erfolgreich in die Playoffs um die deutsche Volleyball-Meisterschaft gestartet. Im ersten von maximal drei Spielen des Viertelfinales bezwang der Pokalsieger am Samstag vor Ostern die Chemie Volley Mitteldeutschland mit 3:0 (25:18, 25:19, 25:23). Vor 3.462 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle hatten die Gastgeber das Geschehen deutlich dominiert. Der US-Nationalspieler Paul Lotman hatte auch den dritten Matchball zur Entscheidung verwandelt.

Mit einem weiteren Sieg in der zweiten Begegnung am 6. April in Leuna-Spergau könnte der Hauptstadtclub den Einzug ins Halbfinale bereits vorzeitig perfekt machen. Für die Volleys war die Partie zugleich eine Generalprobe für das jetzige Finale um den CEV-Pokal.

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