Die Polzei greift ein nach dem Spiel DFB Luckenwalde - SV Babelsberg (Quelle: imago/Camera 4)

Babelsberg-Fans verletzt - Ministerium verteidigt Polizeieinsatz beim Landespokal

150 verletzte Personen oder 36? Das Brandenburger Landespokal-Finale zwischen Babelsberg 03 und Luckenwalde ist schon vier Wochen her, sorgt aber immer noch für Diskussionen. Nach dem Schlusspfiff war es zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Fans gekommen. Das Ministerium verteidigte nun den Einsatz.

Nach den Ausschreitungen beim Landespokal Ende Mai zwischen den Fußballclubs Babelsberg 03 und dem FSV 63 Luckenwalde hat das Brandenburger Innenministerium Kritik an der Polizei zurückgewiesen.

Die Babelsberger hatten Polizisten vorgeworfen, Ende Mai bei leichten Tumulten nach dem Spielende im Stadion von Luckenwalde völlig überzogen reagiert und zahlreiche Unbeteiligte verletzt zu haben.

"...sicher auch Unbeteiligte getroffen worden"

Reizgas sei erst eingesetzt worden, nachdem vermummte Babelsberger Fans auf den Platz gestürmt seien und weitere Störer versucht hätten, den Zaun vor ihrem Gästeblock herunterzudrücken, sagte der zuständige Referent im Innenministerium, Andreas Backhoff, am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. "Als Reizgas auf die Störenfriede durch den Zaun gesprüht wurde, sind von der Wolke sicher auch Unbeteiligte getroffen worden, das ist so", räumte er aber ein.
   
Der Vereinsvorsitzende von Babelsberg 03, Archibald Horlitz, entgegnete als Gast im Ausschuss, mit dieser Darstellung der Polizei werde "die Wahrheit verbogen". Die Polizei habe großflächig Reizgas in den Babelsberger Block gesprüht. "Dabei wurden 150 Personen verletzt, darunter auch Frauen und Kinder", sagte Horlitz. "Zahlreiche Krankenwagen und Rettungshubschrauber waren im Einsatz."  

Dagegen sprach Backhoff von 36 Verletzten. Es habe auch keine Anzeigen gegen Polizeibeamte wegen unrechtmäßiger Gewalt gegeben, erklärte er. Das Fanprojekt Babelsberg teilte in einer Stellungnahme am Mittwoch mit, dass der Polizeieinsatz "mindestens 160 Verletzte" forderte. Darunter seien 27 Personen, "bei denen uns die Schwere der Verletzungen besonders schockiert hat - angebrochene Lendenwirbel, mehrfache Prellungen der Wirbelsäule, Platzwunden an Kopf und Händen."
   
Auch Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) stellte sich am Schluss der Debatte hinter die Polizei: "Es gab offensichtliche Vermummte, die Vorbereitungen trafen, den Zaun zu übersteigen und sich zu bewaffnen - dann ist irgendwann Schluss mit der Deeskalation", betonte er. Der Vereinsvorsitzende von Luckenwalde, Dirk Heinze, hatte zuvor berichtet, dass im Gästeblock Handläufe abgesägt worden seien.

Das könnte Sie auch interessieren