Unions Kapitän Felix Kroos (Quelle Archivbild: dpa/Thomas Eisenhuth)

Fußball | 21. Spieltag - Auswärtsstarke Unioner wollen im Wildpark punkten

Der 1. FC Union hat nach 20 Spielen die bislang beste Punkteausbeute der eigenen Zweitligahistorie. Karlsruhes Trainer Mirko Slomka adelt die Eisernen als "Spitzenteam". Nun müssen sie beweisen, dass sie das auch ohne Felix Kroos sind. Von Dennis Wiese

Eine Pressekonferenz kann von Zeit zu Zeit für eine Erkenntnis gut sein. Union-Übungsleiter Jens Keller hat festgestellt, dass auf jedem Fußballplatz zwei Tore stehen. So auf dem Platz im Stadion an der Alten Försterei und auf dem im Karlsruher Wildparkstadion. Kellers Mannschaft, so der Trainer, könne im Auswärtsspiel gegen Karlsruhe am Sonntagmittag (13.30 Uhr) also eine ähnliche überzeugende Vorstellung abliefern wie zuletzt im Heimspiel gegen Bielefeld – 3:1 gewannen die Eisernen. Mit einer läuferischen Leistung und einer Geschwindigkeit wie gegen Bielefeld sei alles möglich, so der Union-Trainer.

Wer ersetzt Kapitän Felix Kroos?

Union muss dabei zeigen, dass Mittelfeldmotor, Kapitän und gegen Bielefeld auch Torschütze Felix Kroos zu ersetzen ist - der 25-Jährige fehlt gelbgesperrt.

Wie Jens Keller sich das vorstellt, wollte er nicht verraten: "Skrzybski von außen in die Mitte ziehen, mit Hosiner eine zweite Spitze bringen, Redondo oder Zejnullahu spielen lassen - Optionen gebe es viele", so der Trainer zu seinen Gedankenspielen. Den Überlegungen zur Aufstellung folgte ein Lob für das 22-jährige Eigengewächs Eroll Zejnullahu: In der vergangenen Saison spielte dieser 23 Mal von Beginn an, in der aktuellen Spielzeit erst ein Mal. Im Winter habe Zejnullahu darüber nachgedacht, den Verein zu verlassen. Laut Keller ist der Mittelfeldspieler "sehr gut aus der Winterpause gekommen", verhalte sich in jedem Training so, wie ein Trainer sich das wünsche. Vielleicht ein Wink für einen Einsatz im Wildparkstadion.

KSC: Große Geschichte, graue Gegenwart

Karlsruhe stand einst für großen Fußball: Legenden wie Oliver Kahn und Mehmet Scholl haben ihre Karrieren dort begonnen. Zudem war das Wildparkstadion Bühne großer internationaler Fußballspiele: 1993 gewann der KSC im UEFA Cup gegen den FC Valencia mit 7:0, im selben Jahr wurde hier Girondins Bordeaux (mit Zinedine Zidane) 3:0 besiegt.

Zweieinhalb Jahrzehnte später kämpfen die Badener gegen den erneuten Abstieg in die 3. Liga. Seit Jahresbeginn sitzt mit Mirko Slomka ein erfahrener Bundesliga-Trainer auf Karlsruhes Bank: Vier Punkte wurden aus den ersten drei Rückrundenspielen geholt – ein Aufwärtstrend.

Heimschwäche gegen Auswärtsstärke

Doch gerade im heimischen Wildpark blieb Karlsruhe bislang einiges schuldig: Mit nur zwei Siegen aus zehn Heimspielen gehört der KSC zu den schwächsten Heimteams der Liga. Union hingegen sammelt in der Ferne besonders gerne Punkte, steht nach 20 Spielen auf Rang vier der Auswärtstabelle.

Und auch der direkte Vergleich sprach zuletzt deutlich für die Köpenicker: die letzten vier Duelle gegen Karlsruhe hat Union gewonnen, im Hinspiel gab es mit einem 4:0 den höchsten Saisonssieg. KSC-Trainer Slomka erwartet ein "Spitzenteam der 2. Liga". Diese Vorschusslorbeeren nehme Jens Keller gerne an. Jetzt gehe es darum, sich erneut zu beweisen und an der Spitzengruppe der Liga dranzubleiben.

Mit dabei ist nach abgesessener Gelbsperre auch wieder Abwehrchef Toni Leistner. Dass der nicht nur knallharter Innenverteidiger ist, sondern auch den filigranen Umgang mit einem Kinderwagen und Töchterchen Clara beherrscht, ist eine weitere Erkenntnis, die man auf Unions Vereinsgelände gewinnen konnte – wozu der Besuch einer Pressekonferenz nicht so alles gut ist.

Beitrag von Dennis Wiese

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren