Hertha-Trainer Pal Dardai grinst in die Kamera (Quelle: imago/Horst Müller)

Fußball | Spiel gegen Bayern München - Dardai hat Erfolgsformel gegen den Rekordmeister

Zugegeben, die Statistik gegen Bayern ist ernüchternd: Seit elf Spielen schon wartet die Hertha auf einen Punkt. Mit Trainer Pal Dardai gab es in den vergangenen vier Spielen noch nicht mal ein Tor. Für einen Überraschungserfolg macht der Coach aber eine einfache Rechnung auf. Von Astrid Kretschmer

Fußball-Mathematik ist simpel: Im Idealfall erzielt man für den Sieg ein Tor mehr als der Gegner. Die Ausbeute von Hertha BSC gegen den FC Bayern ist in dieser Hinsicht aber alles andere als berauschend. Nicht mal ein Pünktchen holten die Berliner gegen die Bayern aus den letzten elf Spielen. Seine persönliche Bilanz gegen den Rekordmeister stößt dem Hertha-Trainer aber besonders auf: "Seitdem ich Trainer hier in Berlin bin, haben wir nicht mal ein Tor gegen Bayern München geschossen", sagt der Ungar zu der Serie unter seiner Leitung: 0:1, 0:2, 0:2, 0:3.

Dardais Minimalziel: Ein Tor gegen die Bayern schießen

Und auch, wenn Dardai gegen den souveränen Tabellenführer aus München auch mal Rohkost schmecken würde, ist er sicher: "0:0 wird das Spiel nicht enden", so Dardai. Also gibt er eine Zielsetzung vor, die erreichbar ist: "Minimalziel ist, ein Tor gegen die Bayern zu schießen."

Das heißt im Umkehrschluß wohl nicht, dass Pal Dardai zufrieden wäre, sollte Hertha mit 1:5 gegen den FC Bayern verlieren. Scherz beiseite, der Hertha-Coach macht sich nicht allzu viele Hoffnungen, zu gewinnen. Denn "wenn die Bayern einen guten Tag haben, hat man wenig Chancen", so Dardai, der auf einen "mittelmäßigen Tag" des deutschen Rekordmeisters hofft.

Die Erfolgsformel heißt "90 plus 10 Prozent"

Trainer Dardai hat eine Erfolgsformel entwickelt, um die Überraschung vielleicht doch zu schaffen. Diese erfordert einiges an mathematischen Leistungen. Je 30 Prozent Disziplin, 30 Prozent Leidenschaft und 30 Prozent fußballerische Steigerung sollen seine Spieler bringen. Fehlen noch 10 Prozent, die sich der 40-Jährige von den Fans wünscht.

Zum ersten Mal in der Saison ist das Olympiastadion mit 75.000 Zuschauern ausverkauft. Aber aus seiner langjährigen Erfahrung als Spieler und Trainer in Berlin weiß Dardai, daß die Bayern auf ein großes Fankontingent bauen können. "Wenn Hertha trifft, springt das ganze Stadion hoch und klatscht. Wenn Bayern trifft, springt das ganze Stadion hoch und klatscht."

Irgendwie sei ganz Deutschland Bayern-Fan, so der frühere Mittelfeldspieler. Dabei weiß er selbst auch, wie sich ein Sieg gegen die Bayern anfühlt. Der letzte 2:1-Sieg mit dem Spieler Dardai datiert vom Februar 2009. "Davon können wir uns aber heute nichts mehr kaufen, das ist inzwischen ein ganz anderer Fußball", winkt Dardai ab.

"Olympiastadion gibt den Spielern Mut und Kraft"

Der Tabellen-Sechste hofft dennoch auf die kleine Chance, ausgerechnet gegen die Bayern das momentane Leistungsloch zu stopfen. Hertha hat in diesem Jahr von fünf Pflichtspielen vier verloren. Julian Schieber (Knieverletzung) und Mitchell Weiser (Rückenblessur) können bei der Ausbesserung dieser Bilanz allerdings nicht helfen.

Fußball, Bundesliga: Mitgliederversammlung Hertha BSC am 28.11.2016 in Berlin: Geschäftsführer Michael Preetz sitzt auf dem Podium. Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Hertha-Manager Michael Preetz

Immerhin hat Hertha zuhause von bisher neun Partien in dieser Saison schon acht gewonnen. Herthas Manager Michael Preetz setzt daher auf den Heimvorteil. "Wir sind zu Hause stärker als in der Fremde. Das Olympiastadion gibt den Spielern mehr Sicherheit und Kraft", glaubt Preetz. Ob die kürzliche 5:1-Gala der Bayern in der Champions League nun schlecht oder gut für die Berliner sei, kann der 49-Jährige nicht sagen. "Wir werden viel Mut brauchen. Ohne Tor wird es wohl nicht gehen. Gegen Bayern 90 Minuten zu verteidigen, ist schwierig."

Der "Festtag" gegen die Bayern wäre jedoch "eine fantastische Herausforderung, sich aus einer schwierigen Phase herauszuarbeiten. Da taugt so ein Spiel eigentlich ganz gut", glaubt Preetz. Aber wenn es sich die Hertha-Verantwortlichen aussuchen könnten, ob Hertha endlich mal ein Tor gegen die Bayern macht oder das Spiel unentschieden ausgeht, würden sie wohl den Punkt nehmen.

Beitrag von Astrid Kretschmer

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