Unions Damir Kreilach jubelt (Quelle:dpa/Soeren Stache)
Video: zibb | 20.03.2017 | Jörg Hellwig

Hosiner erzielt Siegtreffer gegen Angstgegner Nürnberg - Union Berlin springt an die Spitze

Es war lange Zeit ein zähes Ringen. Doch am Ende gewann der 1. FC Union Berlin auch das sechste Spiel in Serie: Zweitligarekord. Als Belohnung grüßen die "Eisernen" während der Länderspielpause von der Tabellenspitze.

Am Ende herrschte euphorische Ekstase. Der 1. FC Union Berlin ist die Nummer eins in Liga zwei und kommt dem lange Zeit zwiespältig betrachteten Aufstieg ins Oberhaus immer näher.

In einem hart umkämpften Montagsspiel gegen den bisherigen Angstgegner 1. FC Nürnberg schoss der eingewechselte Österreicher Philipp Hosiner die Berliner in der 83. Minute  zum 1:0 (0:0)-Sieg. Union blieb damit auch im neunten Spiel nacheinander ungeschlagen und stellte mit dem sechsten Sieg in Serie einen neuen Vereinsrekord in der 2. Fußball-Bundesliga auf. Das Team von Jens Keller verdrängte mit 50 Punkten den bisherigen Tabellenführer VfB Stuttgart (49) von der Spitze.

Erster Sieg gegen den Angstgegner

Zugleich bestätigte Keller, dass er in dieser Saison in Berlin wirklich alle Serien durchbrechen will: Denn bis zum Montag hatte Union noch nie gegen den Club aus Nürnberg gewinnen können und in sieben Spielen nur einen Punkt geholt.

Doch in dieser Saison ist bei Union wirklich alles anders. Vor 21.210 Zuschauern im Stadion "An der Alten Försterei" traten die taktisch defensiv eingestellten Gäste zwar zunächst durchaus mutig auf: Und hatte in der Startphase durch Tobias Kempe sogar die beste Torchance (9.). "Die Mannschaft hatte am Anfang ein bisschen Respekt vor der Situation", gestand Keller im Interview beim Fernsehsender Sky, "ich würde sagen: wir waren verkrampft. Die Mannschaft ist nicht so aggressiv angelaufen, wie ich es gerne hätte."

Doch danach kämpften sich die "Eisernen" immer besser in die Partie. Und hatten Pech, als es nach einem ungestümen Einsteigen von Edgar Salli gegen Christopher Trimmel keinen Elfmeter gab (13.). Union wurde in der Folge immer zwingender. Stürmer Sebastian Polter zielte nach einer halben Stunde innerhalb von fünf Minuten gleich dreimal mehr oder minder knapp daneben. Insgesamt war das 0:0 aber ein angemessenes Ergebnis für eine unruhige, zerfahrene Partie.

Unions Cheftrainer Jens Keller und seine Mannschaft verabschieden sich von den Fans (Quelle:dpa/Soeren Stache)
Jens Keller und die Mannschaft bedanken sich nach dem Spiel bei den Fans

Schiedsrichter sorgt für Spielunterbrechung

Nach der Pause wurde es zunächst nicht besser. Bis tief hinein in die zweite Hälfte duellierten sich die beiden Mannschaften vornehmlich mit Grätschen und Ungenauigkeiten. Erst als Schiedsrichter Jochen Drees mit einer unfreiwilligen Unterbrechung - er verschwand einfach für mehrere Minuten in den Katakomben - beiden Mannschaften eine zweite Unterbrechung gewährte, wurde es besser (75.). Und zwar für Union Berlin: Jens Keller hatte offensichtlich die richtigen Worte für die Schlussviertelstunde gefunden. Erst scheiterte der stets bemühte, aber etwas unglückliche Polter mit seinem besten Annäherungsversuch am Pfosten (80.), doch kurz darauf vollendete der eingewechselte Hosiner einen konzertiert vorgetragenen Angriff mit wohl überlegtem Rückpass von Steven Skzybski.

Da Union wie bereits in den letzten Wochen die Führung souverän über die Zeit brachte, stand am Ende der sechste Sieg in Serie und die erste Tabellenführung seit weit mehr als drei Jahren. Jens Keller kündigte an: "Jetzt sind wir oben, jetzt wird die Mannschaft wieder entspannter." Zudem wolle man, natürlich, oben dranbleiben.

Das gelang beim letzten Sprung an die Spitze nicht. Damals blieb Union Berlin nicht einmal eine Woche lang Tabellenführer. Diesmal garantierte allein die Länderspielpause eine längere Verweildauer als Spitzenreiter.

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