Hertha-Spieler bei der Ehrenrunde nach dem Heimsieg gegen Augsburg (Quelle: imago/Bernd König)

Hertha empfängt Wolfsburg - "Die Köpfe machen mit, die Körper nicht"

Endspurt in der Bundesliga: In fünf verbleibenden Spielen will Hertha die Europa-League-Qualifikation perfekt machen. Gegen Wolfsburg gibt es für ersatzgeschwächte Berliner ein Heimspiel – zum Glück, denn auswärts verlor Hertha zuletzt achtmal in Folge. Von Dennis Wiese

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Michael Preetz im Profi-Fußball: Als Spieler und  Manager – einen Negativlauf wie den aktuellen hat er noch nicht erlebt. Hertha kassierte gerade erst die achte Auswärtspleite hintereinander. Deshalb sei er "sehr froh", so Preetz mit einem Lachen, dass das Spiel gegen den VfL Wolfsburg im Olympiastadion ausgetragen wird. Hier zeigt Hertha das Berliner Gesicht: Aus vierzehn Spielen gab es elf Siege.  

Langkamp: Wir werden trotz der Heimstärke nicht blauäugig sein

Mal wieder ist ein blau-weißer Neustart gefragt, der nach den enttäuschend-schwachen Auftritten in der Fremde bislang regelmäßig gelang. Innenverteidiger Sebastian Langkamp glaubt dennoch nicht an einen Selbstläufer gegen Wolfsburg: "Wir haben uns zuletzt immer schwer getan gegen Mannschaften, die gegen den Abstieg kämpfen. Wir werden nicht blauäugig sein und die drei Punkte fest einplanen."

Die Heimstärke ist eine feste Konstante in Herthas Saisonverlauf, andere Selbstverständlichkeiten sind den Berlinern abhanden gekommen. So sorgten in der Hinrunde Joker wie Schieber, Stocker, Esswein oder Haraguchi  für Tore nach ihren Einwechslungen. Von der Bank kommt jetzt zu wenig Gefahr. Auch, weil diese in Herthas stark ersatzgeschwächtem Aufgebot zuletzt wenig namhaft besetzt war: Neben Jugendspielern wie Torunarigha, Mylnikowski oder Kohls waren es Kicker wie Sami Allagui, dessen beste Zeit im Hertha-Trikot lange zurück liegt. 

Verletzungen werfen Hertha zurück

Dardai konnte seine beste Elf zuletzt kaum noch aufbieten. Von den Köpfen her sei seine Mannschaft bereit für den Endspurt, von den Körpern her nicht. Auch gegen Wolfsburg werden mit Weiser, Stark, Lustenberger und Stocker Stammspieler verletzt fehlen.  Kapitän Ibisevic und Innenverteidiger Brooks werden nach schmerzhaften Trainingszusammenstößen auf die Zähne beißen und wohl spielen können.

17jähriger Julius Kade wird wohl zum Einsatz kommen

Am Mittwochabend hat Herthas hochgelobter Nachwuchsmann Julius Kade mit der U23 gespielt: Beim 3:1-Erfolg in Babelsberg gelang dem Offensivspieler ein Tor, nach einer Stunde wurde er ausgewechselt – damit noch Kraft für das Spiel gegen Wolfsburg bleibt. Das Training absolvierte Kade mit den Profis. Dabei trug er das Leibchen der möglichen ersten Elf, spielte hinter Vedad Ibisevic und vor Vladimir Darida im offensiven Mittelfeld. Dardai lobt beim Eigengewächs die Gier, die Torgefahr und den starken letzten Pass. Ob Kade sein Startelf-Debut in der Bundesliga gibt, wird Dardai kurzfristig entscheiden.
Zumindest trauen die Hertha-Verantwortlichen dem Youngster zu, die "Fußball-Basics" auf den Platz zu bringen. Manager Michael Preetz geht es gegen Wolfsburg um "Einstellung, Wille, Kampf" – eben all die Tugenden, die Mannschaften wie die Wolfsburger im Kampf gegen den Abstieg zeigen.  

Gomez zweitbester deutscher Torjäger der Liga

Ohne die Tore von Mario Gomez würde der VfL Wolfsburg noch deutlich schlechter dastehen als auf dem 13. Tabellenplatz: 14 der 30 Wolfsburger Treffer hat der Nationalstürmer erzielt. Seitdem der Niederländer Andries Jonker Ende Februar den Trainerposten bei den Autostädtern übernommen hat, ist das Spiel auf den 31jährigen Angreifer zugeschnitten. Allein in den sieben Spielen unter Jonker gelangen Gomez acht Tore.

Hertha-Trainer Dardai will die Flanken der Wolfsburger verhindern und Gomez so aus dem Spiel nehmen. Die Berliner hoffen in der Schlussphase dieser Saison trotz aller Widrigkeiten zumindest auf eine Konstante: Die Heimstärke im Olympiastadion.

Sendung: rbb Aktuell, 20.04.2017, 16.00 Uhr

Beitrag von Dennis Wiese

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