Hertha-Trainer Pal Dardai (Quelle: imago/Bernd König)

Saisonfinale Hertha gegen Leverkusen - Europa, wir kommen

Ein Punkt fehlt Hertha BSC noch, dann ist die Europacup-Teilnahme perfekt. Am Samstag steht das letzte Saisonspiel auf dem Programm, zuhause gegen Leverkusen. Bei Hertha erwartet man keine Geschenke - und will natürlich auch keine machen. Von Astrid Kretschmer

Nach mehr als sieben Jahren kann Hertha BSC die Europacup-Rückkehr schaffen. Und auch wenn sie am Sonnabend ein Endspiel haben: Momentan wirken die Herthaner relativ aufgeräumt.

Bier aus Berlin oder ein Schwein aus Ungarn?

Der SC Freiburg (48 Punkte) und der 1. FC Köln (46 Punkte) könnten die Berliner (49 Punkte) noch von Platz fünf verdrängen - sollten sie schwächeln. Ein Motivationsgeschenk für die Bayern, damit sie gegen Freiburg gewinnen, hält Manager Michael Preetz dennoch für überflüssig. "Das trinken die doch gar nicht", so der Hertha Manager zu der Idee, Berliner Bier nach München zu senden.

Aber mit Blick auf Trainer Pal Dardai schickte er scherzend hinterher. "Vielleicht schickst du ein ungarisches Schwein." Der Ungar bestellt sich zu besonderen Anlässen gern einmal aus seiner Heimat ein hausgeschlachtetes Borstenvieh.

Gegen Leverkusen ohne T-Shirts und Gedöns

Damit aber erstmal Schluss mit lustig. Bloß nicht zu früh freuen bzw. feiern, wehrt Preetz jegliche Partyszenarien ab. "Nein, was sollen wir denn vorbereiten?", kontert der Hertha-Manager die Frage nach den Vorbereitungen zu einer Feier, wenn Hertha der Sprung nach Europa gelingen sollte.

Es sei klar, dass sich alle wünschen, beim letzten Heimspiel nach dem Schlusspfiff zu feiern, "mit den Fans und um auf eine tolle Saison zurückblicken zu können". Aber "T-Shirts und sonstwas Gedöns interessiert uns ehrlich gesagt gar nicht. Wir gehen als Fünfter in dieses Spiel gegen Leverkusen und befassen uns mit diesem Spiel und mit nix anderem", so Michael Preetz. Immerhin 55.000 Fans werden im Olympiastadion erwartet.

Als Selbstläufer sieht Dardai die Partie gegen Bayer Leverkusen jedenfalls nicht. Auch wenn für die Werkself nach einer missratenen Saison nichts mehr auf dem Spiel steht: "Wir können nicht davon ausgehen, dass jemand herkommt und irgendwie die Punkte liegen lässt", meint der Ungar.

Langkamp und Brooks wieder dabei

Personell hat der Trainer nach zuletzt vielen Verletzungsgsproblemen für das "Kampfspiel" die Qual der Wahl: Die Innenverteidiger Sebastian Langkamp und John-Anthony Brooks kehren nach ihren Gelbsperren zurück. Abwehrspieler Jordan Torunarigha hat zuletzt auf dieser Position überzeugt. Bei Niklas Stark (Fußverletzung ) und Per Skjelbred (Muskelverletzung) gibt es noch große Fragezeichen.

Je nachdem, wie die Konkurrenz spielt, könnten die Blau-Weißen eventuell sogar verlieren, und würden dennoch auf der europäischen Bühne spielen. Am Samstag gegen Bayer Leverkusen gelte es sich aber nur auf das eigene Spiel zu konzentrieren. Wie es in München oder Köln steht, will Dardai standhaft ignorieren. "Auf der Bank interessiert mich das gar nicht. Ich will nichts hören, " so der Hertha-Trainer.

Und Preetz ergänzt: "Wir sind in der guten Situation, daß wir uns gar nicht informieren müssen. Wir haben ein Spiel, in dem wir alles in der eigenen Hand haben. Wir lassen uns dann nach 17.20 Uhr überraschen." Wie das gehen soll, bleibt allerdings sein Geheimnis - die Spielstände von den anderen Plätzen sollen wie üblich im Olympiastadion angezeigt werden.

Alle freuen sich für "Platte"

Dardai ließ dann doch nochmal durchblicken, was das erreichen für die Europa League für Hertha bedeuten würde. "Ich würde schon sehr glücklich sein, weil für uns, für die Fans und für unser Image ist das etwas schönes. Und für die jungen Spieler wäre es eine Riesenchance. Aber wir müssen es erst einmal erreichen und nicht jetzt schon über Träume reden."

Gute Laune brachte auch die Nationalmannschafts-Nominierung von Marvin Plattenhardt unter der Woche. "Für Marvin ist das eine wunderschöne Sache. Das spricht für seine Qualität. Wir sind sehr stolz - auch das Managemant, der Trainerstab. Auch die Jungs am Mittwoch, als das bekannt gegeben wurde. Die haben sich richtig in der Kabine gefreut". Es herrsche gute Stimmung, so Dardai. Und dann gerät der Hertha-Coach regelrecht ins Schwärmen. Er sei gestern Laufen gewesen, kommt Dardai ins Plaudern. "Fast jedes dritte Auto, Fenster runter, Glückwunsch zu Plattenhardt, bitte weitersagen." Das sei schön für Hertha, für alle Berliner."Und wenn wir das schaffen am Wochenende Fünfter zu sein, Plattenhardt ist Nationalspieler, das wäre sehr schön", so Dardai.

Dardais Traum von Europa ist ganz nah. Ein Nachteil sei die Doppelbelastung der Europa-League nicht. "Nur für unsere Frauen", glaubt Dardai gutgelaunt. "Bei dieser Doppelbelastung bist du ständig weg. Aber für einen Fußballer ist es das Schönste. Du kannst spielen, spielen, spielen". Die Vorfreude auf Europa kann der Hertha-Trainer nicht leugnen.

Beitrag von Astrid Kretschmer

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