FC Union Berlin. Berlins Sebastian Polter beim Angriff aufs Tor (Quelle: dpa/Britta Pedersen)

Union Berlin vor letztem Saisonspiel in Fürth - "Wir wollen uns anständig verabschieden"

Platz vier ist sicher, der Aufstieg nicht mehr möglich. Union spielt am Sonntag in Fürth um die goldene Ananas - will  aber nicht mit drei Niederlagen in Folge in die Sommerpause gehen. Allerdings muss Trainer Jens Keller seine Startelf erneut umbauen. Von Stephanie Baczyk

Eigentlich ist die Saison gelaufen für den 1. FC Union. Noch ein Spiel, dann ist Sommerpause. Die Eisernen belegen aktuell Tabellenplatz vier in der Zweiten Liga, den "trostlosesten Platz", wie Mittelfeldspieler Stephan Fürstner es vor Kurzem beschrieben hat. Dort werden sie bleiben, denn Union ist weder von den Teams dahinter einholbar, noch besteht die Möglichkeit, in der Tabelle weiter nach oben zu klettern.

Keller: "Noch mal alles rausholen"

Kurz: Es geht um nichts. Außer "sich anständig zu verabschieden aus der Liga", wie Unions Trainer Jens Keller vor der Partie betont. "Wir sind Profis, ich verdiene gerne Geld. Deshalb gehört die Siegprämie dazu", so der 46-Jährige. "Aber es gehört auch dazu, dass wir für unsere Fans einfach noch mal alles rausholen. Auch wenn es tabellarisch bei uns keine Veränderung mehr geben wird - das sind wir unseren Fans und dem Verein schuldig."

Darüber hinaus will sich Keller unter keinen Umständen mit drei Niederlagen in Folge in die Sommerpause verabschieden. Das Problem ist: Von den letzten 14 Duellen mit Fürth hat der 1. FC Union keines gewinnen können, auswärts sind die Eisernen bislang sogar ohne Sieg gegen die Kleeblätter. "Ich möchte, dass wir dort ein gutes Spiel abliefern", stellt der Trainer klar. "Was unterm Strich dabei rauskommt, sieht man dann. Ich möchte einfach, dass die Mannschaft noch mal an ihre Grenzen geht und das Gesicht zeigt, das sie über weite Teile der Saison gezeigt hat."

Polter ist zurück, dafür fehlen sieben andere

Zwar steht Sechs-Tore-Mann Sebastian Polter nach seiner Rotsperre wieder zur Verfügung, dafür muss Jens Keller beim Saisonfinale auf zahlreiche andere Spieler verzichten. Dass Kapitän Felix Kroos, Dennis Daube, Steven Skrzybski und Toni Leistner ausfallen, ist nicht neu. Dass aber auch Roberto Puncec (Magen-Darm), Fabian Schönheim (muskuläre Probleme) und Torhüter Jakob Busk (Nasen-Operation) passen müssen, zwingt den Trainer zu einer komplett neuen Startelf. "Wir werden aber noch 18 Mann mitnehmen", sagt der 46-Jährige und lacht.

Klar ist: Von vier gelernten Innenverteidigern fallen drei verletzungsbedingt aus. Nur Emanuel Pogatetz ist fit. Neben ihm könnte Michael Parensen spielen. "Ich werde mir da schon noch Gedanken machen, mit welcher Mannschaft wir auflaufen", so Keller. "Es wird wahrscheinlich nicht alles passen in der Abstimmung, da wir so noch nie aufgetreten sind. Aber ich erwarte trotzdem, dass jeder seine Leistung abruft und sich den Arsch aufreißt."

Ziel: Die 30-Punkte-Marke knacken

Offiziell sind für die Partie in Fürth 2.300 Gästekarten verkauft worden. Wie viele Union-Fans tatsächlich mitreisen, wird sich erst am Sonntag zeigen. Bis zum vergangenen Wochenende hatten die Eisernen noch eine minimale Chance auf den Bundesliga-Aufstieg, dementsprechend viele Anhänger dürften sich mit Tickets für das vermeintlich entscheidende Spiel eingedeckt haben. "Wir haben sehr viel bewegt hier in dem Verein - in Berlin, aber auch in Deutschland", sagt Jens Keller. "Wir können stolz sein auf die Runde, die wir gespielt haben. Und wir wollen das Ziel erreichen, mit einem Sieg in Fürth in der Rückrunde über 30 Punkte zu holen."

Sendung: rbb-Sportplatz, 21.05.2017, 22:00 Uhr

Beitrag von Stephanie Baczyk

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