Deutsches Tourenwagen-Masters (DTM) am Lausitzring am 21.05.2017 in Klettwitz (Brandenburg) (Quelle: dpa/Settnik)
Video: Brandenburg aktuell, 17.07.2017

Gelände wird massiv umgebaut - Lausitzring wird zur Dekra-Teststrecke

Der rbb hatte es bereits vorab vermeldet, nun ist es offiziell: Der Lausitzring bekommt einen neuen Besitzer. Die Prüfgesellschaft Dekra, die bereits in unmittelbarer Nähe ein Testcenter betreibt, wird die Rennstrecke übernehmen. Was aus dem Motorsport wird, ist offen.

Die Geschäftsführung des Lausitzrings hat sich am Montag zur Zukunft der Motorsport-Anlage im südbrandenburgischen Klettwitz geäußert. Wie vom rbb vorab berichtet, übernimmt die Prüfgesellschaft Dekra künftig den Lausitzring.

Die Dekra will die Rennstrecke als Testrecke nutzen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das gaben die Geschäftsführung und Verantwortliche der Prüfgesellschaft am Vormittag bekannt. Die Dekra selbst will keine Rennen veranstalten, man sei aber offen, wenn Dritte das Gelände für Großveranstaltungen nutzen wollen, sagte Vorstandmitglied Clemens Klinke. Die Dekra stehe zum Motorsport.

Allerdings müssten solche Veranstaltungen in das Test-Konzept passen - und das sieht gravierende Veränderungen an der Rennstrecke vor.

Dekra plant Bau von Geisterstädten auf dem Lausitzring

Ab dem 1.November wird die Dekra den Lausitzring übernehmen und dann in den Umbau des Geländes investieren. Ziel sei es, Testszenarien für automatisiertes Fahren  durchzuführen - und zwar anhand von Situationen, wie sie im täglichen Straßenverkehr vorkommen. Dafür werde man zum Beispiel Geisterstädte bauen. Was mit den Zuschauertribünen passiert, sei noch unklar.

Ob die Läufe der Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM), der Deutschen Rallyecross Meisterschaft (DRM) und der Superbike-WM unter diesen Voraussetzungen weiter auf dem Lausitzring stattfinden können, erscheint zumindest fraglich.

Der Lausitzring wurde im Jahr 2000 eröffnet und mit über 100 Millionen Euro vom Land gefördert. Im Jahr 2009 hatten die alten Betreiber aus Bayern die Anlage übernommen. Sie hielten eine Modernisierung für dringend notwendig, waren jedoch an der Finanzierung gescheitert.

Für Gerber eine gute Nachricht

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sprach gegenüber Brandenburg aktuell von einer guten Nachricht für die Zukunft des Lausitzrings. Die Dekra sei beim Thema Mobilität ein starker Partner: "Die werden dort investieren und hochwertige Arbeitsplätze schaffen." Für die Motorsportfans sei es dagegen bedauerlich, dass dort "keine oder weniger" Rennsport-Veranstaltungen stattfinden würden.  

Der Landrat von Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze (parteilos), sagte dem rbb, die Entwicklung habe sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet. "Am Ende ist es eine erhebliche Veränderung, und das wird man auch in der Region noch zu spüren bekommen. Nicht dabei durchweg nur negativ - aber es ist auch konsequent und folgerichtig." Es werde weiterhin Motorsport-Veranstaltungen auf dem Lausitzring geben, wenn Dritte sie durchführen. Die Ausweitung der Teststrecke berge durchaus auch Chancen in sich und sollte überwiegend positiv gesehen werden.

Der Lausitzring habe zusätzliche Gäste in die Region geholt, erklärte der Tourismusverband Lausitzer Seenland. Geschäftsführerin Kathrin Winkler im rbb: "Der Lausitzring war natürlich ein Highlight, mit dem wir auch überregional vermarktet haben." Davon hätten vor allem Hotels und Pensionen profitiert. Jetzt müsse man sich schnell mit den Zweckverbänden, den umliegenden Gemeinden und dem Landkreis zusammensetzen und schauen, wie es weitergeht.

17 Jahre Lausitzring: Vom Tagebau zum Alleskönner-Ring

Sendung: Brandenburg Aktuell, 17.07.2017, 19:30 Uhr

Mit Informationen von Anke Blumenthal und Konstanze Schirmer

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13 Kommentare

  1. 13.

    Regionalkenner, definitiv kein guter Tag für die Region.
    Woher soll die Tradition einer Rennstrecke, verglichen der des Hockenheimrings oder Nürburgrings, kommen nach nicht einmal 20 Jahren Motorsport? Nach 17 Jahren Motorsport hat man auch in Laguna Seca, dem Sachsenring oder dem Nürburgring nicht von "Tradition" gesprochen. Sowas entwickelt sich nun mal nur mit der Zeit und immer wiederkehrenden spannenden Rennveranstaltungen.
    Ohne diesen "Betonstempel" wären in den letzten Jahren niemals so viele Menschen (national sowie international) zu Besuch in die Region gekommen und es wäre ohne dem Lausitzring wirklich "öde" gewesen.
    Leider ist die DEKRA kein Entwicklungsunternehmen sondern nur eine Prüfgesellschaft. Jeder deutsche sowie europäische Automobilhersteller hat mittlerweile seine eigene Teststrecke, was auch Sinn macht bei dem heutigen Maß an geforderter Geheimhaltung sowie kurzer Transportwege.
    In ein paar Jahren wird die DEKRA den Ring abstoßen weil Fixkosten zu hoch. Top!

  2. 12.

    En guter Tag für die Region!

    Sind wir doch mal ehrlich: Der Lausitzring war eine von Aufbau-Ost-Geldern geförderte Totgeburt. Eine Rennstrecke ohne Tradition, ein Trioval ... ein bitte was? Niemand in Deutschland weiß, was man mit einem Trioval für NASCAR machen soll... Aber was solls... Aufbaugelder nach der Wende hatten einen ülberdimensionierten und schlecht geplanten Betontempel ins öde Niemandsland gezaubert.

    Jetzt investiert ein Unternehmen in die Zukunft, nämlich Dekra in die Entwicklung selbstfahrender Autos. Das wird zukünftig Arbeitsplätze sichern, das wird zukünftig die Region stärken. Viel mehr als ein paar Hudnert Motorsportfans, die Ihr Bier selbst mitbringen...

  3. 11.

    Ganz ganz traurig was hier abgeht.
    Tolle Motorsportstätten werden von Politikerin bis zum Anschlag herrunter gewirtschaftet das die Heide wackelt.
    Überall in Deutschland,bekommen die Betreiber Felsbrocken vor die Füße gelegt das sie mit der Zeit dicht machen müssen.
    Man schaue auf die DB limitierung auf 98 und noch weiter runter,die Streckenbetreiber wie Sachsenring,Hockenheim,Nürburgring sind doch nur noch am rudern.
    Hier wird doch bewusst von der Politik ,stück für stück der Hahn zugedreht und dem ach so dummen Bürger wird falsche Wirtschaftlichkeit dann unter gejubelt.
    Ihr treibt doch falsche Wirtschaft und solangsam merkt das ganze Volk wie falsch ihr seit.

    Echt traurig!!

    Ich als Motorsportler und ganz viele andere, fordern !!!!!
    Hört entlich auf damit, Politik, und voralem Ihr ach so grünen ja sager.

    Mfg in trauer

  4. 9.

    Ich bin mit dem Lausitzring als absoluter Motorsportfan aufgewachsen, das ist für mich auch ein Stück Heimat. Geisterstädte, automatisiertes Fahren, die Tribüne als Sichtschutz, 100 Arbeitsplätze? Klar! Die Streckenposten die bei jeder Veranstaltung mit Herzblut dabei waren werden wahrscheinlich nach Hause geschickt, das Speedway Inn dicht gemacht. Die Zuschauerzahlen waren steigend, nicht zuletzt auch durch unser Mitbürger aus den Nachbarländern. Traurig auch für die Hotels, Pensionen und Campingplätze die ihre Existenz auf den Ring ausgerichtet haben. Aber das soll wohl das Schicksal der Lausitz sein. Braunkohle will man tot machen, Lausitzring ist quasi begraben. Wahrscheinlich fällt einem schlauen Grünling auch noch ein Grund ein BASF Schwarzheide einzustampfen. Ich glaube nicht an das Vorhaben der DEKRA, in Polen oder China lassen sich doch solche Geisterstädte bestimmt "wirtschaftlicher" herstellen und betreiben. Aber egal. Gibt's einen letzten Trauerkorso? Ich fahre mit!

  5. 8.

    Für mich ein ganz schwarzer Tag. Wieder mal verursachen Personen aus dritter Reihe sich in Entscheidungen einzubringen, die dem Gemeinvolk einen deftigen A..tritt verpasst. Brandenburg deklariert sich neben dem Flughafen Desaster ein weiteres mal als Planungsamateur. Der Lausitzring hat sich seit 2000 zu einem Motorsport Mekka für unsere Region entwickelt. Ich danke den Sportfreunden für die schönen Veranstaltungen die ich als Rennleiter des ADMV begleiten durfte. Meine Prüforganisation wird definitiv nicht mehr die DEKRA sein. Mein sportliches Beileid

  6. 7.

    Es ist sehr bedauerlich, das der Region ein Gästemagnet genommen wird. Somit bleibt uns wieder nur der Blick in die Natur und auf Windkraft-und Solaranlagen. Arme Lausitz, aber Geld regiert nunmal die Welt. Da weiß man auch endlich warum die Hauptuntersuchungen immer teurer werden.

  7. 6.

    Dies ist ein schwarzer Tag für die Lausitz für das Land Brandenburg sowie ein Schlag ins Gesicht jeden treuen Motorsport Fan. Egal von wo er kam. Ich war auch bei so mancher Veranstaltung da gewesen. Vor allem hab ich die Eröffnung noch gut in Erinnerung. Sorry Als ausgleichende Gerechtigkeit sollte der BR Airport nie in betrieb gehen . Der ist nur noch eine Lach Nummer...

  8. 5.

    ...dem kann ich nur zustimmen!!! ....es ist eine absolute Katastrophe !!! Viele Freunde von mir. und auch ich selbst, haben mit unseren 'Moppeds' sehr gerne das 'feie fahren' auf dem Ring genutzt. Jetzt will/wird die DEKRA diesen Spaß für viele hunderte 'Hobby-Rennfahrer' beerdigen! ....danke DEKRA ! ....hoffentlich lassen so viele wie möglich ihre Fahrzeuge in Zukunft 'woanders prüfen' !!! ....Motorsport wird in Deutschland 'e' schon mit Absicht klein geschrieben (u.a. auch von den Medien)!!! ...Wo war denn in den Schlagzeilen, das ein deutscher Moto-GP Fahrer beim Heimrennen auf dem Sachsenring überragend den 2. Platz geholt hat-......nirgendwo was zu hören!!! ...aber wenn irgendein Tennis-Spieler (z.b.) einen Krampf hatte-....das wird überall berichtet!!! ....Hoffentlich fällt die DEKRA richtig schön auf die Fresse mit ihrem Vorhaben!!!!

  9. 4.

    Eine weitere Staffel in der Tradition der brandenburgischen "Pleite-Pech-und Pannen"-Subventionsserie aus der Ära Stolpe. Allen in der Lausitz nie, aber vielleicht ist es jetzt einem/einer mehr klar, dass die "Neuauflage" alter DDR-Projektideen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht funktionieren kann.
    Aber dies hat System in dieser Ecke, schaut man nur auf das Subventions- und Wirtschaftlichkeitsdesaster um den Koschener Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See. Auch so´eine "Projektidee DDR reloaded".
    Aber Manfred Stolpe wird´s nicht mehr begreifen.

  10. 3.

    Das ist eine Nachricht die man als Motorsportfan erst einmal verdauen muss. Von 2001 an gehört der Lausitzring jedes Jahr zu unseren Zielen. DTM, usw., dies alles soll nun vorbei sein? Die Steilkurvenanlage verkommt aus Motorsportsicht schon, nun auch der wirklich einmalige Ring, den es sonst so nirgends gibt. Ein sehr trauriger Tag für den deutschen Motorsport und die wirklich gastfreundlichen Lausitzer. Diese Anlage muss unbedingt erhalten bleiben.

  11. 2.

    Unsere Lausitz stirbt langsam aus! Und was machen überhaupt die gebürtigen Lausitzer Stanislaw Tillich(CDU) und Dietmar Woidke(SPD)! Der eine ist Ministerpräsident in Sachsen und der andere in Brandenburg! Sie schauen zu! Kann es sein, daß Sie die Lausitz schon aufgegeben haben? Ich bekomme langsam den Eindruck!

  12. 1.

    Ich finde es sehr schade das der Laustzring verkauft ist und keine Veranstaltungen mehr durchgeführt werden . Ich war schon zur Eröffnung dabei und werde zum Oktoberfest als letzte große Veranstaltung dabei sein .

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