Ein Tisch ist für eine jüdische Schabbatfeier gedeckt (Quele: imago/UIG)
Audio: Inforadio | 01.08.2015 | Matthias Bertsch

Größtes Schabbat-Essen während Maccabi Games - Ein jüdischer Weltrekord mit Gänsehaut

Was wäre eine Sportgroßveranstaltung ohne einen Weltrekordversuch? Der war im Rahmen der Maccabi Games nicht auf sportlicher Seite geplant, sondern auf traditioneller. Am Freitagabend wollten die Sportler im Berliner Estrel Hotel mit einer Schabbatfeier ins Guiness Buch der Rekorde kommen. Am Ende haben sie es geschafft - doch bis dahin war es ein lange Nacht. Von Matthias Bertsch

Am Ende hat es doch gereicht. Mit insgesamt 2.322 Teilnehmern hat Berlin Tel Aviv den Titel als Stadt der größten Schabbat-Feier abgenommen, und das will – angesichts der Geschichte - etwas heißen, betont Alon Meyer, der Präsident von Makkabi Deutschland. "Das muss man sich mal vorstellen oder eigentlich auf der Zunge zergehen lassen: der größte Kabbalat Shabbat, den es jemals und weltweit gab, hat hier in Berlin stattgefunden, wir freuen uns riesig."

Am frühen Samstagmorgen hatte Pravin Patel als Vertreter des Guiness Buch der Rekorde unter dem Jubel der Anwesenden das Ergebnis verkündet. Eigentlich sollte es aber schon Freitagnacht soweit sein. Gegen 23 Uhr, so hatte der eigens aus London eingeflogene Schiedsrichter des Guiness Buch der Rekorde, Pravin Patel, angekündigt, wolle er bekanntgeben, ob der geplante Weltrekord geklappt habe.

Wo sind die Helfer?

Doch dann waren einige der freiwilligen Helfer, die beim Austeilen der durchnummerierten Armbänder geholfen hatten und die Einhaltung der Regeln garantieren sollten, verschwunden. Als sie schließlich, kurz nach Mitternacht, aufgetrieben wurden, hatten die meisten Teilnehmer die Rekord-Schabbatfeier in der Conference Hall des Hotels längst verlassen oder waren zum Weiterfeiern in die Lobby des Hotels umgezogen. Also machten sich auch Patel und die Organisatoren auf den Weg in die Lobby und wandten sich dort an die Feiernden.

Dem Präsidenten von Makkabi Deutschland, Alon Meyer, war die Erleichterung anzumerken.  Da während des Shabbat-Dinners fast 3.000 Essen ausgeteilt worden waren – an Sportler, Freunde und rund 400 geladene Gäste -, war er, wie fast alle Beteiligten, davon ausgegangen, dass der Rekord sicher sei. Doch die Bedingungen des Guiness Buch der Rekorde sind streng.

Nur 60 Minuten Zeit

Der ganze Versuch durfte nur 60 Minuten lang dauern, der Startschuss fiel, als das Gebet über das Brot gesprochen wurde. Wer die Conference Hall vor Ablauf der 60 Minuten verließ, wurde nicht mitgezählt. Doch das ist noch nicht alles: "Eine der Bedingungen ist, dass binnen fünf Minuten die erste Vorspeise serviert werden muss, und das war eben bei einigen Tischen nicht der Fall, auch wenn da 2.800 Leute drin waren", erklärt Meyer. Die zweite Bedingung: Vor dem Gebet darf nichts getrunken werden, aber "bei manchen war das eben nicht der Fall, und deswegen sind etliche durchs Raster gefallen". Das ist schon eine "sehr strenge Geschichte".

Die teilnehmenden Sportler waren aber schon vorab zuversichtlich, dass der Rekord geknackt wird: "Wir sind sehr wettbewerbsorientiert und wollen überall gewinnen, und wenn wir einen Rekord aufstellen können, dann tun wir das – auch im Guiness-Buch der Rekorde", sagte der Leiter der amerikanischen Delegation bei den Makabbi Spielen, Dan Kurtz.

Beitrag von Matthias Bertsch