"Berlin ist eine wundervolle Strecke" - Kipsang läuft neuen Weltrekord beim Berlin-Marathon
Der Kenianer Wilson Kipsang hat den 40. Berlin-Marathon gewonnen - und den Weltrekord geknackt. Mit einer Zeit von 2:03:23 lief er am Sonntagmittag durchs Ziel. Bester deutscher Läufer wurde André Pollmächer. Bei den Frauen gewann Florence Kiplagat.
Der Kenianer Wilson Kipsang hat beim 40. Berlin-Marathon einen neuen Weltrekord aufgestellt. Der 31-jährige Läufer kam nach den 42,195 Kilometern in 2:03:23 Stunden ins Ziel.
Kipsang verbesserte damit die vor zwei Jahren ebenfalls in Berlin aufgestellte Bestmarke seines Landsmannes Patrick Makau (2:03:38) um 15 Sekunden. Neben der Siegprämie von 40.000 Euro sichert er sich damit noch eine Weltrekordprämie von 50.000 Euro. Makau war wegen einer Knieverletzung dieses Mal nicht am Start.
"Ich habe meinen Traum wahr gemacht, mein Plan ist aufgegangen. Ich war auf den letzten Kilometern noch sehr stark, da habe ich nochmal angegriffen", sagte Wilson Kipsang nach dem Lauf. "Berlin ist eine wundervolle Strecke. Ich liebe es hier."
Beim Zieleinlauf von Kipsang kam es zu einem kleinen Zwischenfall: Ein Mann hatte den Zieleinlauf von Wilson Kipsang behindert und war vor ihm ins Ziel gelaufen. Die Organisatoren des Berlin-Marathons prüfen jetzt eine Anzeige. "Man muss in den kommenden Tagen sehen, ob wir Anzeige erstatten. Wir haben dem Mann Hausverbot erteilt und der Polizei übergeben. Diese hat die Personalien aufgenommen", sagte Renndirektor Mark Milde.
Dass der Mann schon am vergangenen Wochenende beim Bundesligaspiel Hannover gegen Augsburg den Rasen betreten hatte, war Milde nicht bekannt. Der Störenfried trug beim Zieldurchlauf des Berlin-Marathons eine Startnummer, die für eine Läuferin aus Niedersachsen ausgestellt war. Kipsang wurde durch die Aktion auch die traditionelle Durchquerung des Zielbandes verwehrt. Erst hinter dem Ziel konnten Ordnungskräfte den Mann stoppen.

Zwei Kenianerinnen sind schnellste Frauen
Schnellste Frau war die Kenianerin Florence Kiplagat. Sie hat den Berlin-Marathon der Frauen in inoffiziellen 2:21:12 absolvieren können. Zweitplatzierte wurde Sharon Cherop (2:22:28) vor der deutschen Rekordhalterin Irina Mikitenko von der LG Eintracht Frankfurt.
Die 41-Jährige Mikitenko glänzte in inoffiziellen 2:24:54 Stunden und stellte damit einen sogenannten Master-Weltrekord in der Klasse der über 40-Jährigen auf. "Ich fühle mich super gut, obwohl es sehr windig war. Ich bin so glücklich mit Platz drei und dem Master-Weltrekord", sagte Mikitenko und erklärte: "Ich bin schon 41, aber das sagt nichts. Ich fühle mich wie 20 mit 20 Jahren Erfahrung."
André Pollmächer aus Riesa lief mit einer Zeit von 2:13:05 durchs Ziel und wurde bester deutscher Läufer. Mit seiner persönlichen Bestzeit blieb er unter der Norm für die Leichtathletik-EM 2014 in Zürich.
20. Sieg für Heinz Frei
Bei den Handbikern siegte der Deutsche Vico Merklein, als erster Rollstuhlfahrer kam Heinz Frei aus der Schweiz ins Ziel, er gewann den Berlin-Marathon bereits zum 20. Mal.
Der 40. Berlin-Marathon hatte am Sonntagmorgen begonnen. Auf der Straße des 17. Juni gab der viermalige Berlin-Sieger Haile Gebrselassie den Startschuss. Insgesamt waren bei strahlendem Sonnenschein mehr als 41.000 ambitionierte Freizeitläufer und die schnellsten Läufer der Welt an den Start gegangen. Mehrere hunderttausend Zuschauer verfolgten das Rennen.
Tragischer Zwischenfall: 71-jähriger stirbt beim Skating-Lauf
Der erste Tag des Berlin-Marathons wurde vom Tod eines Teilnehmers überschattet. Laut Polizei-Informationen handelt es sich um älteren Inlineskater, der während des Laufs am Samstag starb. Sein Alter war zunächst mit 72 Jahren angegeben worden. Später war von einem 71-Jährigen die Rede.
Der Pressesprecher der veranstaltenden SCC Events GmbH, Thomas Steffens, bestätigte den tragischen Zwischenfall. Über die Todesursache und die Details des Vorfalls, der sich bei Kilometer 15 am Kottbusser Tor in Kreuzberg ereignete, konnte Steffens am Samstagabend noch keine konkreten Angaben machen.
Zuletzt war beim Halbmarathon im April ein Mensch ums Leben gekommen. Ein 25-Jähriger war an der Strecke kollabiert und später gestorben. Schon 2007 und 2010 war es bei Laufveranstaltungen in der Hauptstadt zu Todesfällen gekommen.
Spektakulärer Weltrekord für belgischen Inline-Skater
Rund 6.500 Inline-Skater waren am Samstag ins Rennen gegangen, wobei dem Belgier Bart Swings ein neuer fantastischer Weltrekord gelang. Als erster Inlineskater überhaupt blieb Swings über die 42,195 Kilometer lange Strecke in 59 Minuten und 28 Sekunden unter einer Stunde. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Maarten Swings (Belgien) und Gary Hekman (Niederlande).
Bei den Frauen fuhr die Niederländerin Manon Kamminga der Konkurrenz deutlich davon und sicherte sich in 01:09:58 Stunden den Sieg. Rang zwei belegte Katharina Rumpus. Sie verwies Sabine Berg auf den Bronze-Platz. Das Skater-Rennen beim Berlin-Marathon war zum 17. Mal ausgetragen worden.

Rund 10.000 "Minis" am Start
Auch rund 10.000 Kinder und Jugendliche waren am Samstag am Start, beim traditionellen Mini-Marathon der Schulen. Dabei absolvierten die jungen Teilnehmer wie jedes Jahr nur die letzten 4,2195 Kilometer der Marathon-Originalstrecke, die durch das Brandenburger Tor bis ins Ziel auf der Straße des 17. Juni führen. Eine Einzelwertung gibt es nicht; gezählt wird nur das Ergebnis von Schulteams, bestehend aus zehn Personen.
Marathon-Wochenende startete "Janz langsam"
Am Samstagmorgen war das Marathon-Wochenende mit dem Frühstückslauf "Janz langsam" in die Gänge gekommen - einem lockeren Lauf über sechs Kilometer vom Schloss Charlottenburg bis zum Olympiastadion. Die Veranstalter rechneten mit etwa 11.000 Läufern, die am Ziel mit einem Sportlerfrühstück erwartet wurden. Verkleidungen und Flaggen waren ausdrücklich erwünscht. Anschließend waren die Kleinsten dran. Im "Bambinilauf" traten Kinder unter 10 Jahren gegeneinander an. Die Distanz von maximal 1.000 Meter durfte auch "Händchen haltend" mit den Eltern überwunden werden.
Gegen Samstagmittag startete der Finallauf des SCC-Skating KidsCup - ein Inlineskater-Wettbewerb für Kinder bis 13 Jahre. Gestartet wurde - je nach Altersklasse - in gestaffelten Rennen über Distanzen von 500 bis 3.000 Metern.
Gala im Schloss Charlottenburg
Am Freitagabend fanden sich zur Gala im Schloss Charlottenburg bereits die Stars der vergangenen Läufe ein. Weltrekordler Haile Gebrselassie war ebenso dabei wie die dreifache Berlin-Marathon-Siegerin Uta Pippig.
Zahlreiche Ehrungen wurden ausgeprochen. Emotionaler Höhepunkt des Abends war ein Film über die bisherigen 39 Läufe - angefangen mit dem Lauf durch den Grunewald von 1974. Auch Günter Hallas, der erste Sieger, saß im Publikum.









