
Umfangreiche Straßensperrungen - Countdown für Marathon läuft
Mehr als 40.000 Teilnehmer werden am Sonntag zum 40. Berlin-Marathon erwartet. Bereits seit Mittwoch ist die Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor gesperrt, am Freitagmorgen ist die Sperrung bis zur Siegessäule verlängert worden. Nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon haben die Veranstalter das Sicherheitskonzept in diesem Jahr angepasst.
Die 40. Auflage des traditionellen Berlin-Marathons wird unter höheren Sicherheitsvorkehrungen als in den Vorjahren stattfinden. Unter anderem wird der Start- und Ziel-Bereich abgesperrt. Teilnehmer sowie Zuschauer werden beim Marathon stärker kontrolliert.
Die Veranstalter sehen allerdings keinen Grund für eine extreme Erhöhung der Sicherheitsmaßnahmen - übertriebene Kontrollen müssen Läufer und Zuschauer beim Marathon also nicht über sicht ergehen lassen. "Wir wollen keinen Hochsicherheitstrakt, aber alle sollen sich sicher fühlen", sagte der Geschäftsführer von "SCC Events", Jürgen Lock.
Einlasskontrollen sollen die Sicherheit erhöhen
Den neuen Sicherheitsplänen zufolge soll der Tiergarten in diesem Jahr zum ersten Mal abgesperrt werden. Auch der Start- und Ziel-Bereich am Brandenburger Tor sollen eingezäunt und kontrolliert werden. Beim Einlass müssen die Zuschauer stichprobenartig ihre Taschen vorzeigen.
Zudem kann jeder Teilnehmer seine Startnummer nur noch persönlich und gegen Vorlage eines Identifikationsausweises abholen, Abholung mit Vollmacht ist nicht mehr möglich. Alle Teilnehmer erhalten ein Armband, das sie bis zum Zieleinlauf nicht mehr abnehmen dürfen. Außerdem sind an der Kleiderabgabe nur noch die offiziellen Kleiderbeutel erlaubt; Koffer, Rucksäcke oder Reisetaschen sind nicht mehr erlaubt.
Zur Überwachung der Läuferströme im Zieleinlauf wird nach Angaben von Marathon-Organisator Lock zudem Videotechnik eingesetzt. "Aber was wir nicht machen werden, ist dass wir Daten speichern und dann an Dritte oder wen auch immer übergeben."
Anzahl der Polizisten nur leicht erhöht
Zum 40. Jubiläum des Marathos haben sich insgesamt 41.120 Teilnehmer angemeldet. Außerdem rechnet die Polizei mit Hundertausenden Zuschauern. Hinsichtlich der Polizeipräsenz gibt es jedoch kaum Änderungen. "Am Sonntag werden rund 1.000 Kollegen im Einsatz sein, das sind nicht deutlich mehr als im letzten Jahr", so Polizeidirektor Andreas Retschlag. "Der Marathon ist eine Sportveranstaltung, da bleiben wir im Hintergrund."
Retschlag betonte zudem, dass es schon früher einen abgesperrten Bereich gegeben habe, er sei dieses Mal allerdings vergrößert worden. "Es gibt aber keine konkreten Hinweise auf irgendwelche Anschlagspläne." Die meisten Beamten werden daher mit der Verkehrssicherung beschäftigt sein.
Die erhöhte Vorsicht ist dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon Mitte April geschuldet. Attentäter hatten am Zieleinlauf in Rucksäcken versteckte Sprengsätze deponiert, drei Menschen starben, über 150 wurden zum Teil schwer verletzt.
Sperrungen blockieren weite Teile der Innenstadt
Am Samstag und Sonntag, den eigentlichen Veranstaltungstagen, müssen Autofahrer im gesamten Stadtzentrum mit mehrstündigen Behinderungen rechnen und auf den Tiergartentunnel sowie den Tunnel an der Grunerstraße in Mitte ausweichen. Einzelne Straßensperrungen haben bereits am Mittwoch begonnen.
Die Straße des 17. Juni zwischen Yitzhak-Rabin-Straße und dem Brandenburger Tor ist noch bis Dienstag, 1. Oktober, gesperrt. Am Freitagmorgen wurde die Sperrung bis zur Siegesäule erweitert. Ebenfalls gesperrt wurden Teile der John-Foster-Dulles-Allee. Der Große Stern bleibt bis Sonntagmorgen, 7.15 Uhr, befahrbar.
Auch die Ebertstraße rechts und links des Brandenburger Tors sowie der Platz des 18. März auf der Westseite des Tors sind seit Freitagmorgen gesperrt. Am Freitagabend kommen weitere Sperrungen rings um den Platz der Republik hinzu; betroffen sind die Scheidemannstraße, die Paul-Löbe-Allee sowie der gesamte Bereich zwischen dem Reichstag und dem Kanzleramt.
Am Samstag ist die Marathon-Strecke für die Skater von 14.15 Uhr bis 19.00 Uhr gesperrt. Am Sonntag, dem eigentlichen Marathon-Tag, sind die Straßen von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr dicht. Eine Übersicht finden Sie hier.
An den Laufstrecken ist das Halten und Parken verboten. Umsicht ist geboten, denn im vergangenen Jahr wurden nach Polizeiangaben 670 Autos umgesetzt.







