Regensburgs Abdenour Amachaibou (l) kämpft mit Berlins Sören Brandy um den Ball (Quelle: dpa)

DFB-Pokal: Der 1. FC bei Jahn Regensburg - Union zittert sich in Runde zwei

Zwei Neuzugänge haben Union Berlin am Montagabend in die zweite Runde des DFB-Pokals geschossen: Bei Zweitliga-Absteiger Jahn Regensburg sorgten Sören Brandy (21.) und Benjamin Köhler (42.) für die Treffer der Berliner zum 2:1-Sieg. Doch es war eine Zitterpartie.

Bei großer Hitze in der Oberpfalz begannen die Unioner viel zu zurückhaltend und überließen dem Außenseiter die Spielführung. Viele Fehlpässe und gravierende Schwächen in den Zweikämpfen erinnerten an viele müde Pokalauftritte in den vergangenen Jahren, als unter Trainer Uwe Neuhaus bei fünf Anläufen nur im Vorjahr einmal mühevoll die zweite Runde erreicht wurde.

In der 19. Minute gingen die Gastgeber mit einem Tor von Abdenour Amachaibou vor 6.249 Zuschauern in Führung - nach einem groben Patzer des Unioners Marc Pfertzel. Verteidiger Pfertzel sah nach einer Notbremse im Strafraum nach 69 Minuten die Rote Karte. Den anschließenden Elfmeter setzte Mario Neun aber an den Pfosten und vergab die größte Chance zum Ausgleich für den Außenseiter.

Die Berliner Mannschaft jubelt nach dem 1:1 Ausgleichstreffer gegen Regensburg (Quelle: dpa)
Der 1. FC Union trotzte der Hitze in Regensburg.

Die Szene erregte nach dem Match die Gemüter: "Dieser Sieg war ganz wichtig für uns, leider hat der Schiedsrichter mit seiner Roten Karte zur Spannung beitragen. Gelb gegen Marc hätte auch gereicht", beklagte sich Union-Kapitän Torsten Mattuschke und unterstrich: "Das war ein Drecksspiel. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles reingehauen, was wir haben." Ähnlich sah es Benjamin Köhler, der seinen ersten Pflichtspieltreffer für die Eisernen erzielte. "Diese Rote Karte war eine Frechheit. Zum Glück klatschte der Elfer gegen den Pfosten", sagte der Ex-Lauterer. "Ich habe in meiner Karriere bisher acht bis zehn Kopfballtreffer erzielt. Diesmal kam der Ball perfekt auf meinen Kopf."

Berlins Sören Brandy (l) vor Regensburgs Sebastian Nachreiner (M) und Torwart Bernhard Hendl bei seinem Treffer zum 1:1 Ausgleich (Quelle: dpa)
Sören Brandy am Ball und direkt vorm Tor.

Drei Neuzugänge sorgen für augeklügelten Treffer

Union-Trainer Neuhaus hatte in seiner Anfangsformation einige Veränderungen vorgenommen. Für den verletzten Mario Eggimann rückte Christian Stuff in die Innenverteidigung, im Sturm spielte Steven Skrzypski und der zuletzt nicht überzeugende Baris Özbek wurde auf der rechten Mittelfeldposition zunächst durch Sören Brandy ersetzt. Der Ex-Duisburger war es auch dann auch, der im Gegenzug nach der Regensburger Führung aus Nahdistanz den Ausgleich herstellte.
Einer schönen Kombination von drei Neuzugängen entsprang noch vor der Pause die Berliner Führung: Damir Kreilach passte auf den Flügel zu Brandy, dessen herrliche Flanke Benjamin Köhler unter dem Jubel von fast 800 mitgereisten Berliner Fans im Jahnstadion völlig unbedrängt zum 2:1 in die Maschen köpfte.
Die Vorentscheidung verpasste Brandy jedoch, als er frei stehend eine schöne Eingabe des durchgelaufenen Köhler aus vier Meter nicht verwandeln konnte (55.). Jahn-Torhüter Bernhard Hendl konnte sich mit einer glänzenden Fußparade auszeichnen. Danach witterten die Regensburger wieder ihre Chance auf das Weiterkommen. Doch nach dem
verschossenen Elfmeter durch Neunaber verteidigten die Unioner in den letzten 20 Minuten den knappen Vorsprung gegen stark nach vorn drängende Gastgeber. Allein Thomas Kurz vergab zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich.