BFC Dynamo Fans brennen Rauchbomben ab auf der Tribüne des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions in Berlin (Quelle: dpa)

BFC Dynamo spielt im DFB-Pokal - "Wir wollen keine Krawalltouristen"

Große Kulisse, großes Stadion, großes Geld: Für die Kleinen ist der DFB-Pokal immer wieder eine gute Gelegenheit, den Großen mal so richtig eins auszuwischen. Für den Berliner Fußballclub BFC Dynamo geht es im Spiel gegen den VfB Stuttgart am Sonntag aber um viel mehr.

Besser hätte es das Los mit dem ambitionierten Oberligisten BFC Dynamo nicht meinen können. Mit dem VfB Stuttgart gibt nicht nur der Pokalfinalist der letzten Saison seine Visitenkarte ab. Auch viele Schwaben, die in den letzten Jahren in den Prenzlauer Berg gezogen sind, sorgen für rege Kartennachfrage, erzählt BFC-Presseprecher Martin Richter. "Mit dem VfB Stuttgart haben wir wirklich das beste Los im Jahn-Sportpark gezogen."

Und wenn nach der Mannschaft geht, dann soll diesmal nicht wie vor zwei Jahren gegen Kaiserslautern nach der ersten Runde Schluss im Pokal sein. Kapitän Björn Brunnemann weiß aber auch, dass dafür die eigenen Gesetze, die der Pokal haben soll, nicht ausreichen. Alle im Team freuen sich riesig auf das Match, sagt er - vor allem auf die Riesen-Kulisse, die "hinter uns steht, die uns hoffentlich richtig gut nach vorne pushen wird, und dann werden wir sehen, was am Ende bei rauskommt, wie lange wir Stuttgart ärgern können."

BFC Dynamo Trainer Volkan Uluc und Fußballspieler Björn Brunnemann halten einen Wimpel zum Spiel gegen den VfB Stuttgart in den Händen (Quelle:imago)
BFC-Trainer Volcan Uluc (li.) und Mittelfeldspieler Björn Brunnemann setzen auf gute Stimmung.

"Wir wollen keine Krawalltouristen"

Die Vorbereitung war auf jeden Fall professionell, meint Trainer Volkan Uluc. Er will mit seiner Mannschaft aber nicht nur am Sonntag ein gutes Spiel abliefern. Das Saisonziel der Berliner heißt Aufstieg in die Regionalliga.

Auch dafür sieht er seine Mannschaft gut gewappnet. "Wir haben uns vorbereitet, um nachher auch eine gute Saison zu spielen, um unsere Ziele zu erreichen. Aber selbstverständlich ist es für uns mit der ersten Runde im DFB-Pokal ein sehr wichtiges Spiel, ein Highlight."

Die Berliner hoffen also auf ein Fußballfest mit mehr als 10.000 Zuschauern, bei dem es auch vor und nach dem Spiel ruhig bleibt. Vor zwei Jahren hatte es nach dem Spiel gegen Kaiserslautern Ausschreitungen gegeben. Das soll am Sonntag auf jeden Fall verhindert werden, kündigt Dynamo-Pressesprecher Richter an.

Es gibt ein neues Sicherheitskonzept, das frühzeitig schon nach der Auslosung zum DFB-Pokal erstellt wurde. "Abgestimmt wurde das Konzept mit der Berliner Polizei, wir haben Sicherheits-Pufferblöcke eingerichtet, so dass wir natürlich hoffen, alles Menschenmögliche getan zu haben, damit unsere Gäste herzlich willkommen sind und alle ein Fußballfest gemeinsam feiern können."

Anders als damals dürfen Zuschauer, die außerhalb Berlins wohnen, im Vorverkauf keine Karten erwerben, falls sie keinem Fanclub angehören. "Wir wollen keine Krawalltouristen", so Richter. Etwa 80 Prozent der Gewalttäter von 2011 sollen keine BFC-Fans gewesen sein, sondern Leute, die nur eine Bühne suchten und auf die der Klub keinen Einfluss hatte.

Es soll das große Los werden

Dem BFC Dynamo ist an einem Imagewechsel gelegen, die Fans sind als Problemmacher verschrien, die Vorurteile reichen von Stasi-Club bis Nazi-Verein. Auch deshalb hoffen die Verantwortlichen, dass das große Los gegen Stuttgart auch in dieser Hinsicht ein Gewinn ist. Knapp 7.000 Karten sind verkauft, jetzt muss es auf den Rängen nur noch ein friedliches Fanfest werden.

Beitrag von Christian Riedel, rbb Sportredaktion

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