
"Sportliche Zweifel" an Niemeyer - Luhukay wechselt den Kapitän aus
Paukenschlag vor dem ersten Pflichtspiel der Saison am Sonntag: Herthas Aufstiegs-Kapitän Peter Niemeyer wurde seines Amtes enthoben, Trainer Luhukay hat "sportliche Zweifel". Der neue Spielführer ist jung, aber dienstältester Herthaner.
Jos Luhukay hat die Hierarchien bei Hertha BSC noch einmal verändert. Das Gesicht des Zweitliga-Meisters der vergangenen Saison, es hat andere Formen angenommen: Aufstiegskapitän Peter Niemeyer ist abgesetzt, neuer Spielführer wird Fabian Lustenberger. Das teilte Luhukay am Freitag mit.
Niemeyer sei ein vorbildlicher Kapitän gewesen, sagte er auf der Pressekonferenz. Doch er habe nun "sportliche Zweifel". Niemeyer sei bei ihm nicht mehr gesetzt, "das sage ich offen und ehrlich".
Mit vier Neuzugängen haben Luhukay und Manager Michael Preetz den Zweitliga-Meister der vergangenen Saison durcheinander gewürfelt: Besonders Hajime Hosogai (für eine Million aus Leverkusen) bedroht Niemeyers Stammplatz im defensiven Mittelfeld. Für die Offensive wurde Alexander Baumjohann geholt, der einigen Druck auf Aufstiegsheld Ronny ausüben dürfte. Für die Verteidigung kamen Sebastian Langkamp und Johannes van den Bergh. Alle vier sind potentielle Kandidaten für einen Stammplatz.
Co-Kapitän bleibt Peer Kluge, den Mannschaftsrat wählt das Team selbst. Niemeyer spielt seit 2011 in Berlin, letzte Saison stand er in insgesamt 26 Partien auf dem Rasen, erzielte dabei 2 Tore und gab 3 Vorlagen. Zudem holte er sich neun gelbe Karten ab. Der Vertrag geht noch bis 2016.

Erstes Pflichtspiel am Sonntag gegen Neumünster
Der 25-jährige Lustenberger spielt seit 2007 für die Hertha und ist damit der dienstälteste Profi bei den Berlinern. Luhukay habe es ihm am Mittwoch mitgeteilt, für den Schweizer sei es eine große Ehre. "Nach einer hervorragenden Zweitliga-Saison ist das eine Bestätigung seines Stellenwertes in der Mannschaft."
Und der Geehrte selbst? Er will mit seinem Vorgänger Niemeyer professionell umgehen: "Es wird keinen Konflikt geben, wir sind beide Teamspieler."
Lustenberger kann - im Gegensatz zum abgesetzten Kapitän - mehrere Positionen bekleiden: ob in der Innenverteidigung oder im Mittelfeld. Lustenberger hat einen Stammplatz nun offenbar sicher. Nur wo, das ist noch nicht klar. In der vergangenen Saison lief Lustenberger in insgesamt 34 Partien (1 Mal im Pokal) für die Berliner auf: Kein Tor, 2 Assists, vier gelbe Karten stehen zu Buche.
Lustenberger wird seine Mitspieler schon am Sonntag das erste Mal auf's Spielfeld führen: DFB-Pokal, 1. Runde beim beim Regionalligisten VfR Neumünster.
Eine Blamage wie im Vorjahr (Aus gegen Wormatia Worms) soll es am Sonntag ab 16 Uhr nicht geben. "So etwas wollen wir auf jeden Fall vermeiden", sagte Luhukay: "Wir müssen dieses Spiel gewinnen - wenn nicht schön, dann zur Not auch etwas schmutzig." Ob Ronny (Schlag auf den Fuß) dabei helfen kann, ist derzeit noch unklar. Sein Stammplatz ist ohnehin in Gefahr. Pierre-Michel Lassogga fällt mit Sprunggelenk- und Bänderverletzung für die kommenden sechs Wochen aus.




