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rbbonline | Archiv


Die Schiedsrichter sorgen wieder einmal für Schlagzeilen. Einige haben angeblich Steuern hinterzogen, andere auf jeden Fall das falsche Hobby gewählt – meint Inforadio-Moderator Thomas Kroh.
Schiedsrichter sind offenbar die einzigen Sehschwachen, die kein Problem damit haben, sich in größeren Menschenansammlungen ohne Stock und Blindenhund zu bewegen. Was derzeit zusammengepfiffen wird, hätte in früheren Zeiten einen Bürgerkrieg ausgelöst.
Es zeugt von einer humanistischen Grundeinstellung der meisten Fans, dass sie angesichts der Vielzahl von Fehlurteilen nicht in eine hunnenhafte Raserei verfallen: Elfmeter werden nach dem Zufallsprinzip gegeben: Beispiel Mainz. Dafür darf Wolfsburgs griechischer Verteidiger-Zyklop Kyrgiakos dem Dortmunder Subotic den Ellbogen ins Gesicht rammen und dessen Antlitz ungestraft zu Knochenmehl verarbeiten.
Wer hat in der Bundesliga das Sagen? Ich hege den Verdacht, dass dort nicht mehr die Elite des deutschen Schiedsrichterwesens über Recht und Gesetz wacht, sondern inzwischen Laiendarsteller herumfrickeln, die selbst als Protokollführer von TV-Richterin Barbara Salesch überfordert wären?
Und niemand soll jetzt wieder nach dem Video-Beweis schreien. Wenn 40-tausend Zuschauer aus 100 Metern Entfernung die Blutgrätsche erkennen, die wie ein Damaszenerschwert in die Krummstelzen des Gegners hackt, dann sollte dies auch die Pfeife mit der Pfeife sehen, die zehn Meter neben dem Ort des Anschlags steht oder wenigstens deren Adlatus an der Seitenlinie.
Aber nein: Der Gehilfe mit dem Winkelement hat zwar ein Abseitsstudium mit summa cum laude abgeschlossen, erkennt jedoch nicht, ob ein Spieler vor seiner Nase auf Grund von Erschöpfung in den Gegner stolpert oder in bösartiger Absicht die Stollen durch dessen Kreuzband sennst. Aber eher begleicht Griechenland seine Schulden, als dass Sie über dieses Problem mit einem Verantwortlichen vom DFB reden können!
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/sportplatz/archiv/sportplatz_vom_06/draufgehalten.html