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Berlin erinnert in seinem Themenjahr 2013 mit einem Programm aus Ausstellungen und anderen Projekten an die Zeit des Nationalsozialismus. Zwei Jahrestage stehen dabei im Mittelpunkt: die Machtübernahme Adolf Hitlers vor 80 Jahren und die Pogromnacht gegen die Juden vor 75 Jahren. Die von Hitler "Zerstörte Vielfalt", so das Motto des Themenjahres, soll dabei anhand von Biografien gezeigt werden.
Zwei kräftige schwarze diagonale Striche kreuzen sich in der Mitte der Website der Stadt Berlin zu ihrem Themenjahr 2013 – als hätte jemand die Seite mit einem Pinsel durchzustreichen versucht.
Doch die Stadt will das düstere Kapitel, um das es im Themenjahr geht, nicht etwa aus ihrer Geschichte streichen, sondern ganz im Gegenteil soll es 2013 noch stärker ins Bewusstsein rücken: Die Jahresdaten 1933, 1938 und 1945 stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt, überschrieben mit dem Motto "Zerstörte Vielfalt". Für diese Zerstörung steht das Kreuz auf der Website. Auch im Logo des Themenjahrs taucht es wieder auf. Hier durchkreuzt es rot die "Vielfalt" des Mottos.
Biografischer Zugang bestimmt das Programm
Offizieller Beginn des Themenjahres ist der 30. Januar, dem Tag, an dem vor 80 Jahren die nationalsozialistische Herrschaft begann. Eine Ausstellung, die zunächst im Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" und später voraussichtlich im Lustgarten zu sehen sein soll, läutet das Themenjahr ein. Sie zeigt die Schicksale einzelner Berliner Persönlichkeiten, die einst die Vielfalt der Stadt repräsentierten, darunter Berühmtheiten wie Albert Einstein oder Bertolt Brecht, vor allem aber heute unbekannte Menschen: Musiker, Fotografen, Kabarettisten, Dichter, Varietékünstler und Zirkusartisten.
Dieser biografische Zugang soll sich durch das gesamte Programm ziehen. Mehr als zweihundert Menschen sollen in dem knapp zehnmonatigen Programm vorgestellt werden, "Wir wollen damit diese Menschen quasi wieder einbürgern", sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Zudem solle deutlich werden, was es bedeutet, wenn Weltoffenheit, gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz zerstört werden: "Das ist eine unserer Kernbotschaften des Themenjahres."
Das Programm umfasst mehrere hundert Projekte, Ausstellungen, Konzerte und Diskussionsrunden. Beteiligt sind 120 Projektpartner. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich laut Veranstalterangaben auf insgesamt rund
fünf Millionen Euro.
Drei Jahresmarken: 1933 - 1938 - 1945
Vor 80 Jahren: 1933, das Jahr der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Am 30. Januar ernennt Reichspräsident Paul von Hindenburg den aus der Reichtsagswahl als Sieger hervorgegangenen Adolf Hitler zum Reichskanzler. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar brennt der Reichstag – ein Ereignis, das später die Reichtstagsbrandverordnung und mit ihr faktisch das Außerkraftsetzen der Grundrechte aus der Weimarer Republik zur Folge hat.
Vor 75 Jahren: 1938, das Jahr der Novemberpogrome. In der Nacht vom 9. auf den 10. November brennen in ganz Deutschland Synagogen sowie Geschäfte und Wohnhäuser von Juden. Die Nacht der Pogrome ist von Berlin aus vorbereitet worden.
Vor 68 Jahren: 1945, das Jahr, in dem der Krieg zu Ende geht – und Berlin in Schutt und Asche liegt. Am 2. Mai wird Berlin von den Alliierten eingenommen, sechs Tage später folgt die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Dieses Jahr allerdings ist zwar im Logo des Themenjahres vertreten, soll 2013 weniger in den Fokus rücken. Das Hauptaugenmerk soll auf 1933 und 1938 liegen - und auf den Folgen, den diese Jahresmarken für die Stadt hatten.
Fabian Wallmeier (mit Agenturmaterial)
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/stadt_land/beitraege/themenjahrberlin_2013.html