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rbbonline | Karneval in Berlin & Brandenburg


Eine Legende besagt, dass einer unglücklich verliebten, und daher nicht ganz konzentrierten Köchin versehentlich Hefeteigstücke in siedendes Fett fielen - der Pfannkuchen war geboren.
Doch schon die alten Römer hatten Rezepte für ausgebackene Fettgebäcke mit Honigüberzug. Aus dem Mittelalter sind eigene Zünfte der Krapfenbäcker bekannt, die ein Gebäck namens "Chraphum" formten.
Und der Bezug zum Karneval? Die närrischen Tage begannen schon früher am "fetten" Donnerstag, der heutigen Weiberfastnacht, mit Schlachtfesten und üppigen Mahlzeiten. Der Faschingssamstag hieß "Schmalzsamstag", weil an diesem Tag die Faschingspfannkuchen gebacken wurden. Am darauf folgenden Sonntag wurden sie dann gegessen. In der alemannischen Fasnet heißt der "fette Donnerstag" auch "schmutziger Dunschtig" (Schmutz ist das alemannische Wort für Schmalz).
Die Fastnachtsgebäcke dienten auch als Opferbrot. Nach altem schweizerischen Volksglauben halten zum Beispiel Krapfen in Heugarben eingebunden die Mäuse vom Heuboden fern.
Ein Kuchen, viele Namen
Pfannkuchen ist nicht gleich "Pfannkuchen". In Berlin heißt er so. Anderswo nennt man ihn dagegen "Berliner". Denn ein Berliner Zuckerbäcker soll im 18. Jahrhundert zum ersten Mal ein rundes Hefefettgebäck hergestellt haben. Doch die österreichische Küche beansprucht hier ältere Rechte. In der Bäckerei der Cäcilie Krapfen buk man schon 60 Jahre früher die "Cili-Kugel", die später "Krapfen" genannt werden sollte.
So beginnt die Vielfalt des Pfannkuchens schon beim Namen: Er heißt Berliner, Kräppel, Krapfen, Schmalznudel, Küchli, Fasnachtskiechel, Bombolone oder ganz modern und mit Loch versehen Donut.
Auch Füllungen gibt es viele. Klassiker sind Konfitüre oder Pflaumenmus. Aber auch Nougat, Vanillecreme, Pudding oder Eierlikör sind möglich. Ein berüchtigter Partywitz ist die gemeine Senffüllung, die sich manchmal unter einen von vielen Pfannkuchen mischt. Wer Gutes tun will und selbst backt, füllt das Gebäck für seine Liebsten auch schon mal mit einem Geldstück.
Also: Das Schlemmen kann beginnen! Aber sachte, denn 100 Gramm des Gebäcks haben leicht über 500 Kalorien und 13 Gramm Fett. Doch ob Berliner, Krapfen oder Pfannkuchen - schmecken tut er immer gut. Vor allem in der Karnevalszeit.
Beate Kaminski
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/stadt_land/dossiers/karneval/kein_karneval_ohne.html