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rbbonline | Karneval in Berlin & Brandenburg

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Frau mit Riesenschere (Quelle: dpa)

Krawattenträger aufgepasst!

Wilde Weiber zur Weiberfastnacht

In diesem Jahr fällt die Weiberfastnacht auf den 16. Februar, den letzten Donnerstag vor Rosenmontag. Pünktlich um 11:11 Uhr wird die heiße Phase der Karnevalszeit eingeläutet. Ab jetzt zieht es die Feiernden auf die Straße.

In altbewährter rheinischer Tradition stürmen die Frauen die Rathäuser, um symbolisch die Macht zu übernehmen. Bewaffnet mit einer Schere geht es den Männern an den Schlips. Zum Trost gibt es ein "Bützchen", was so viel wie Kuss bedeutet.

Gleiches Recht für Alle

Der Ursprung liegt, wie sollte es anders sein, im Rheinland, und zwar im Bonner Stadtteil Beuel. Im Jahr 1824 schlossen sich dort die Beuler Wäscherinnen zum "Alten Damenkomitee von 1824 e.V." zusammen. Sie waren es Leid, dass sie vom bislang männerdominierten Karneval ausgeschlossen wurden.

Doch warum macht es den Frauen solche Freude, Männern die Krawatten abzuschneiden? Es gibt die unterschiedlichsten Vermutungen: Zum einen sollen die Damen damit ihren Kastrationswünschen nachgehen. Zum anderen soll der Ursprung im Betriebskarneval liegen. Der Schlips gilt nämlich als Statussymbol der Vorgesetzten. Wird er zur Weiberfastnacht abgeschnitten, ist damit der Statusunterschied zwischen Chef und Untergebener aufgehoben. An Karneval sind alle gleich.

Schlipsjagd in Berlin und Brandenburg

Auch in Berlin und Brandenburg werden wieder Rathäuser von den Damen gestürmt. Wenn die Herren dann von ihren Schlipsen befreit sind, wird bei Musik und Tanz "geküngelt". Also, liebe Herren, seien Sie kein Spielverderber und tragen Sie Schlips!

Stand vom 07.02.2012

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 07.02.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

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