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rbbonline | Marathon 2011


Die 38. Ausgabe des Berlin-Marathons bringt die besten Läufer der Welt in die Stadt. So stark wie in diesem Jahr, war das Starterfeld noch nie.
So etwas ist dem besten Langstreckenläufer aller Zeiten in den vielen Rennen in Berlin noch nie passiert: Haile Gebrselassie geht an den Start und kann sich nicht sicher sein, dass er den Lauf gewinnt. In diesem Jahr hat er zum ersten Mal einen echten Konkurrenten auf der Strecke. Patrick Makau hat das Zeug dazu, Gebrselassie das Leben verdammt schwer zu machen.
Newcomer gegen Legende
Im vergangenen Jahr hat Makau gezeigt, wozu er im Stande ist. Damals war Gebrselassie in Berlin nicht am Start, die Bahn war frei für die beeindruckende Show des Patrick Makau. Der 26-jährige Kenianer gewann das Rennen souverän in 2:05:08 Stunden – nur eine gute Minute über dem Weltrekord und das bei Dauerregen. Eine sensationelle Zeit, die ihm eine Menge Selbstbewusstsein gebracht hat: "Ich werde versuchen, mich auf mein Rennen zu konzentrieren. Wenn Haile und ich am Schluss noch zusammen sind, wird der Stärkere gewinnen."
Gebrselassie nimmt seinen zwölf Jahre jüngeren Herausforderer ernst, für ihn steht eine Menge auf dem Spiel. Langsam aber sicher neigt sich seine Karriere dem Ende entgegen. Eine Karriere, in der er alles gewonnen hat – bis auf einen Marathon-Olympiatitel. Um diese Lücke im Lebenslauf zu schließen, will er sich in Berlin für die Spiele 2012 in London qualifizieren. Dafür braucht er eine Topzeit, denn nur die drei schnellsten Läufer aus Äthiopien dürfen mitfahren. Gebrselassie weiß genau: "Das ist eine sehr ernste Angelegenheit."
Starkes Frauenfeld
Genauso stark wie das Männerfeld kommt in Berlin auch das Feld der Frauen daher. Auf der Straße begegnet die britische Weltrekordlerin Paula Radcliff der besten deutschen Marathonläuferin Irina Mikitenko. Radcliff hat gerade eine zweijährige Baby- und Verletzungspause hinter sich. Schwer zu sagen, ob sie fit genug ist, ganz nach vorn zu laufen.
Bei Konkurrentin Irina Mikitenko sind solche Zweifel nicht angebracht. Als Ziel hat sie vollmundig einen Sieg in Berlin ausgegeben. Schließlich fühle sie sich in der Hauptstadt wie zuhause. Die dritte Weltklasse-Läuferin heißt Lydia Simon und kommt aus Rumänien. Die 38-Jährige wurde 2001 Weltmeisterin, nachdem sie bei Olympia 2000 die Silbermedaille gewonnen hatte. Auch sie will noch einmal ganz nach vorn laufen.
Einmal quer durch die Stadt
Die allermeisten der gut 40.000 Starter werden von den Spitzenläufern nicht einmal die Hacken zu sehen bekommen. Die Topathleten starten traditionell vor dem riesigen Hauptfeld und sind schon nach der ersten Kurve am Ernst-Reuter-Platz auf und davon. Die vielen Zuschauer an der Strecke stört das wenig. Hunderttausende von ihnen werden wieder überall an den Straßenrändern stehen.
Die Strecke führt von der Straße des 17. Juni durch Moabit und weiter in den Osten der Stadt. Von dort durch Kreuzberg und Neukölln nach Schöneberg, vorbei am "Wilden Eber", über den Kudamm und den Potsdamer Platz. Die letzten Kilometer werden die Läufer von den jubelnden Massen Unter den Linden begleitet, bis zum Ziel, direkt hinter dem Brandenburger Tor.
Skater und Nachwuchs-Läufer
Die gleiche Strecke haben auch die Teilnehmer des Skater-Marathons vor sich. Sie starten schon einen Tag vor den Läufern, am Sonnabend-Nachmittag. Für die Nachwuchs-Sportler wird es dann ebenfalls ernst. Kurz vor den Skatern, um 15.20 Uhr, startet der "Mini-Marathon". Kinder ab zehn Jahren laufen genau 4,2195 Kilometer von der Philharmonie zum Brandenburger Tor.
Sven Herold
Der rbb berichtet ausführlich vom Berlin-Marathon. Inforadio schaltet am Sonnabend und Sonntag live an die Strecke. Das rbb-Fernsehen präsentiert im "Sportplatz" am Sonntag ab 22 Uhr die Höhepunkte des Marathonwochenendes.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/stadt_land/dossiers/marathon_2011/die_weltspitze_auf.html